Mehrsprachig aufwachsen

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Geschrieben von DK-Ursel am 19.10.2006, 13:09 Uhr

Zeitungsbeitrag zum Thema

Hej allesammen!

Habt Ihr das schon gelesen?


http://www.faz.net/s/RubCD175863466D41BB9A6A93D460B81174/Doc~E42CA381EF5BC4075833311FF18E3DBED~ATpl~Ecommon~Scontent.html

Gruß Ursel aus dem regnerischen DK

 
9 Antworten:

Danke

Antwort von nina1973 am 19.10.2006, 17:07 Uhr

Da steht auch was über die dritte Sprache drin. Dazu hatte ich bisher nie was gelesen - super! Zwei wichtige Aussagen zur Drittsprache:

1. Es schadet nicht, das Kind wird nicht überfordert.
2. Zweisprachigen Kindern fällt die Drittsprache (z.B. Englisch ab Kindergarten) leichter als bis dahin einsprachigen.

LG Nina

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Re: Zeitungsbeitrag zum Thema

Antwort von paulita am 19.10.2006, 18:43 Uhr

interessant, vielen dank! ich kenne einen der interviewten experten - wusste gar nicht, dass der zu dem thema was weiß. :-)
lg
paula

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Re: Zeitungsbeitrag zum Thema

Antwort von DK-Ursel am 19.10.2006, 19:40 Uhr

Hej!

Mich stören in den Zuschriften zum Thema nur, daß so mancher von Fremdsprache spricht.
Fakt ist ja, daß Kinder, die die 2. (oder 3. ) Sprache so muttersprachlich (gut) lernen, diese eben als (mehr oder weniger) gleichberechtigte MUTTERsprache haben!

Aber ich denke, man kann gar nicht genug dazu veröffentlichen und forschen, denn es geistern bei "Otto Normalverbraucher" - in vielen Ländern - allzu viele Vorurteile darüber vor.

Gruß Ursel, DK --- deren Familie schon mehrmals Objekt für Untersuchungen zum Thema war

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Re: Zeitungsbeitrag zum Thema

Antwort von paulita am 20.10.2006, 11:18 Uhr

ach, ursel...das benennungsproblem habe ich auch dauernd am wickel. meine mutter (!!) z.b., die mir ja faktisch zwei sprachen beigebracht hat, steht militant auf dem standpunkt, es könne nur eine muttersprache geben. total paradox. ich gebe derzeit bei meinem lebenslauf immer drei muttersprachen an - es gibt auch fremdsprachen, die ich leidlich durch schule usw. händeln kann. das ist was anderes.
du hast recht: da kann man sich den mund fuselig sprechen in unseren breitengraden!
lg aus dem regenerischen D
paula

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wirklich dämlich...

Antwort von Becky75 am 20.10.2006, 12:22 Uhr

Ich gebe Euch absolut Recht, Paula und Ursel: was sagt dieser Begriff Muttersprache überhaupt aus? Das es die Sprache ist die man am besten beherrscht? Also ich spreche besser Deutsch als Spanisch und dabei ist Spanisch ja meine Muttersprache....

Von daher müßte man sich wirklich so langsam mal davon lösen eine Sprache so festzumachen...

lg, rebeca

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Re: Zeitungsbeitrag zum Thema

Antwort von galia am 20.10.2006, 21:39 Uhr

Danke für den Tipp, Ursel! Fand ich sehr interessant, besonders das Experiment mit dem Chinesischen :-)

Liebe Grüße (sind im Vor-Umzugstress ;-P )
galia

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Re: Zeitungsbeitrag zum Thema

Antwort von DK-Ursel am 22.10.2006, 13:04 Uhr

Hej Ihr!

ja, ich kann mich über verkehrte Anwendung aus verschiedenen Gründen aufregen.
Erstens weiß man ja nie, wie der andere den Begriff gerade versteht/definiert -also kann man ganz shcön aneinander vorbeireden - im besten Fall.
Zweitens erzählen die, die es tun, einem oft was "Kluges" zum Thema - und zeigen durch die verkehrte Anwendung der Begriffe oft, daß sie ihre "Muttersprache" wohl selbst nicht so ganz im Griff haben, lächel.

Drittens aber werden die Begriffe oft zu ganz verkehrten und sogar negativen Bezeichnungen - in DK laufenwir Amok gegen die Bezeichnung "Zweisprachige" (tosprogede), die inzwischen von Journalisten, Politkern und der breiten Bevölkerung für diejenigen verwendet wird, die mit 2 ASprachen aufwachsen (sollen!), meistens aber erstmal nur die Sprache ihres Herkunftslandes beherrschen - also dänisch erst noch lernen sollen.
da eine starke Konzentration solcher in Wirklichkeit erstmal nur einsprachigen, aber eben des Dänischen nicht mächtigen Schüler .B. durchaus Probleme (verschiedenster Art!) verurachen kann, verbindet der nromale Däne inzwischen den Begriff "tosprogede",also Zweisprachige mit Problemkindern!!!
(Logischer-, aber trotzdem fälschlicherweise werden z.B. meine Kinder absolut nicht als zweisprachige betrachtet, da sie ja von Anfang fließend dänisch konnten und so nicht "auffallen"-.-Grrrr)
Naja, das fü+hrt zu weit, aber wenndie Begriffsverwirrung auch unterden betroffenen herrscht, dann dürfen wir uns natürlich nicht wundern.
Einer Mutter, die ihre Kinder hier im Land in ihrer Mutterprache Amerikanisch großzog - Umfeld natürlich dänisch - riet man, die Fremdsprache zu lassen - dabei war Amerikanisch NATÜRLICH (auch) Muttersprache der Kinder, sie hörten sie ja von ihrer amerikanischen Mutter von Baby an und lernten sie ja quasi im selben gehirneil!
(Da liegt ja eigentlich die Definitionsgrundlage für den Begriff!)

Gruß Ursel, DK - durchaus zweisprachig lebend, aber niemals mit Dänisch als Muttersprache!

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Re: Zeitungsbeitrag zum Thema

Antwort von manira am 25.10.2006, 19:34 Uhr

Hallo,
ein sehr interessanter Artikel, Danke!

Wir erwarten unser 1. Baby Ende Nov, meine Muttersprache ist Spanisch, die meines Mannes ist Deutsch. Vor einiger Zeit hatte ich schon hier gepostet und u.a. auf die Rückmeldungen hin uns für die OPOL-Methode entschieden. Nun spreche ich ausschließlich Spanisch mit meinem Baby im Bauch - dies ist aber für die Familie meines Mannes noch sehr ungewohnt und vor kurzem gab es schon eine kritische Bemerkung, ob wir es uns gut überlegt hätten, denn in ihren Augen würden wir das Kind überfordern und verwirren. Es sei ja ausreichend, wenn das Kind später die Fremdsprache (!), also Spanisch (!), lernt. Bis dahin hatte ich mich nicht mit den Begriffen von Mutter- & Fremdsprache und Zweisprachigkeit im Sinne von mit 2 Muttersprachen aufwachsen und leben so sehr auseinandergesetzt, aber in dem Moment wurde es mir schlagartig klar, wie meine Schwiegereltern das sehen. Daher habe ich auch die Beiträge zu den Begrifflichkeiten auch sehr interessiert gelesen!
Ich mache meinen Schwiegereltern keinen Vorwurf, denn woher sollten sie das auch kennen oder empfinden? Sie sehen mich als Teil ihrer Familie und haben mich auch gerne (beruht auf Gegenseitigkeit), MICH können sie als Peruanerin einordnen, aber ich glaube, dass sie unbewußt noch nicht realisiert haben, dass Ihr Enkelkind zwei Kulturen angehört und somit völlig selbstverständlich ist, dass es auch zwei Muttersprachen hat. Es war von meinen Schwiegereltern nicht böse oder ablehnend gemeint, dennoch war es für mich ein Hinweis, aufmerksam zu werden. Ähnliches bei der Reaktion auf unsere Pläne, unser Kind evtl in Perú taufen zu lassen "in Perú, ja wieso denn?", ja genau, wieso denn?!?! hätte ich am liebsten gesagt. Als ich sagte, weil wir es so wollen, dann sagten sie nur, ach so, wir meinten nur wg dem langen Flug... aber das Unverständnis stand ihnen im Gesicht geschrieben.

Na, ja, langsam komme ich vom Thema ab. Aber für mich hängt das auch irgendwie zusammen, d.h. Muttersprache, Nähe zu Familie, Leuten und Kultur und das ganze Drum-Herum.
Auf jeden Fall ist so ein Zeitungsbeitrag sehr interessant und hilft uns sicherlich dabei, die Familie meines Mannes das Thema verständlich zu machen.

Schönen Abend noch!

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Re: Zeitungsbeitrag zum Thema

Antwort von DK-Ursel am 25.10.2006, 21:32 Uhr

Hej manira!

nein, nein!!!!

Du bist überhaupt nicht vom Thema abgeschweift, sondern genaus zum Kern vorgestoßen.

Mehrsprachigkeit ist eben NICHT nur 2 Sprachen beherrschen, es beinhaltet eben auch 2 Menthalitäten, 2 Kulturen, 2 Hintergründe - bestenfalls 2 Wurzeln.
Und NATÜRLICH ist das Einsprachigen nicht klar, kann es auch nicht.

Daher aber bin ich sehr, mehr als skeptisch, wenn Nicht-Muttersprahcler eine Nicht-Umgebungssprache mit ihrem Kind reden wollen und glauben,sie erreichten damit, daß ihr kind 2 Muttersprachen hat.
da fehlt schlichtweg nichtnur der emotionale Hintergrund, sondern meistens auch der kulturelle Bezug, die Verbundenheit in die Vergangenheit und Gegenwart etc.

Meine Kinder empfinden es nicht als Auslandsreise, wenn sie nach Dtld. fahren, daher ist so ein ferienaufenthalt auch kein Ereignis, dabei glaubendie Freunde,es kann mindestens mit deren Reisen konkurrieren (wie Kinder so sind, lächel).
Eine Mitschülerin meiner Kleinen erzählt stolz von ihrer Berlinfahrt - das ist für sie eine Reise in eine andere Welt; für meine Kinder ist die Fahrt nach Dtld. eben ein Nachhausekommen (obwohl sie nie dort gewohnt haben).
Abersie konnten und können ja auch vo nAnfang mit den dortigen Kindern kommunzieren, besser noch: kennen deren Lieblingsbücher, Kinderlieder, Figuren die "in" sind etc.

Sie lernen dies alles nicht als Interessantes über ein anderes Volk - aus dem Reiseführer, sondern sie leben auch hier damit - wie singendiese Lieder, wie lesen diese Bücher, ich erzähle von meinen Kinderbräuchen etc.

Ist doch alles ganz ander serlebbar als wenn es wirklich fremd wäre.

Du hast den richtigen Ansatz - und scheinst ja auch gut weiterzkommen damit:
Nim mes Deinen Schwiegereltern nicht übel, aber mach Dir immer klar, daß sie es nicht so wissen können.

Meine Große hat übrigens immer schon gesagt sie sei nicht halb-dänisch, halb-deutsch, sondern ganz dänisch und ganz deutsch!

Daß es viele auch so fühlen ! Und viel Glück für die restliche Schwangerschaft - Ursel, DK

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