Mehrsprachig aufwachsen

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Geschrieben von DK-Ursel am 08.02.2008, 9:01 Uhr

Wie macht man das eigentlich?

Hej Nele!

Ihr macht das schon sehr richtig, denn je früher der Start, umso besser.
Nicht nur, daß Eure Tochter die Sprachen dann ja gleichberechtigt wirklich als Muttersprachen lernt, sondern auch für Euch ist es leichter - sich später umstellen bringt immer Probleme mit sich; wir wissen doch alle, wie schwer es ist, (schlechte) Gewohnheiten zu ändern.

Was ist denn Eure Familiensprache - oder sprechen Dein Mann und Du auch jeder seine Sprache zu einander?

bei uns ist es so, daß wir - in DK lebend - jeder die eigene Muttersprache zu den Kindern spricht, untereinander sprechen wir Deutsch = Nicht-Umgebungssprache.
Das stärkt die deutsche Sprache, die ja sonst eindeutig in der Minderzahl gesprochen wird, eindeutig.

Unterschiede bei zweisprachigen Kindern im Vergleich zu einsprachigen?

Nun, sie können 2 Sprachen mehr oder weniger gut, haben ein größeres Kulturverständnis, andere Sprachen fallen ihnen in der Regel auch leichter als anderen Kindern.
Andere Sprechprobleme wie verzögertes Sprechen, Stottern, ... haben einsprachige Kinder auch - gebt Euch da niemals mit der vorschnellen Diagnose, das liege an den beiden Sprachen , zufrieden!!!

Was markant ist und oftmals bei Außenstehenden zu Kritik führt, ist das (anfängliche!) Mischen der Sprachen.
Das liegt daran, daß die kleinen Kinder
a) das Wort nehmen, das ihnen am leichtesten erscheint
und
b) sowieso manche Wörter nur in der einen oder anderen Sprache kennen.

Ich verallgemeinere jetzt mal auf grausamste Weise:
Wenn Du mit Deiner Tochter auf Deutsch in der Küche kochst, kennt sie dort die Begriffe (erstmal) nur auf Deutsch.
Wenn Dein Mannsie hingegen sonntags auf den Fußballplatz mitnimmt, lernt sie die Begriffe dort (erstmal) nur auf Niederländisch.
Und wenn sie dann dem einen vom anderen erzählt, mischt sie natürlich die Sprachen, weil ihr manche Begriffe schlichtweg in der einen Sprache fehlen.
D.h. sie erzählt Dir auf dem Deutsch vom Fußballspiel und flicht Wörter wie Torwart, Tor oder Schiedsrichter auf Niederländisch ein.

Viele glauben dann fälschlicherweise, das Kind habe einen (zu) kleinen Wortschatz.
Das stimmt nicht.
Es hat einen ebenso großen Wortschatz wie jedes einsprachige Kind - nur in 2 Sprachen und noch nicht parallel.
Und weil die meisten Einsprachigen ja nur den Teil der Sätze verstehen, der in ihrer Sprache stattfindet, glauben sie, der Wortschatz des Kindes sei auf diese Wörter begrenzt.
Dem ist ja beleibe nicht so.

Wichtigste Regel ist also:
Laßt Euch nicht von Außenstehenden kirremachen!
Fragt Euch vielmehr,wieviel Ahnung und Interesse die eigentlich bislang bvvon Sprache, Spracherwerb und Mehrsprachigkeit haben!!
Es gibt bislang keine oder kaum (mir nicht bekannte) Nachteile der mehrsprachigen Erziehung, im Gegenteil.
Findet eine Lösung - z.B. wie Ihr es jetzt macht - die Euch so leicht wie möglich fällt, um Euer Kind mit beiden Sprachen ausreichend zu konfrontieren - dann akzeptiert Euer Kind umso leichter beide Sprachen.

Es lohnt sich - viel Glück -
Gruß - hej-hej
Ursel, DK
Mutter dt., Vater dän. - mit 2 Töchtern (1992/1996)

 
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