Mehrsprachig aufwachsen

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Geschrieben von DK-Ursel am 05.04.2018, 10:05 Uhr

noch ein Nachtrag...

Ach Kacenka - ich unterschreibe wieder voll bei Dir!
Die Sendung mit der Maus gehörte auch zum festen TV-Programm, als TV erlaubt war - überhaupt sind dt. Kindersendungen sehr gut gemacht - da konnte zumindest damals das dän. Programm nicht mithalten!!!

Konsequenz schrieb nun jemand und meinte, mit weniger Zeit gehe es auch.
ich glaube, da haben wir uns mißverstanden.
Es geht immer mit mit jeder Zeit, aber man muß sie nutzen.
ich kenne berufstätige Mütter und Väter (!), deren Kinder fließend zweisprachig sind, obwohl sie den ganzen Tag von kleinauf in der schwedischen, dänischen, französischen .-... Betreuung waren.
- aber diese Eltern hatten dann die Familiensprache in der Nicht-Umgebungssprache, lasen viel vor, nutzten jeden Moment, den sie (allein) zusammen hatten, für die Nicht-Umgebungssprache.
Zeit IST ein enorm wichtiger Faktor bei allem, was wir lernen, denn man braucht Zeit zum Üben.
Ich unterrichte jetzt Deutsch - und je mehr die Menschen auch zuhause damit machen (= hören und sprechen), umso besser werden sie --- kein Mensch lernt je eine Sprache nur im Unterricht.
Warum etwas so heißt, verstehen die meisten Erwachsenen sehr schnell - aber beim Anwenden hapert es dann ,weil sie zu wenig Zeit und Gelegenheit zum Üben haben.

HättenEltern in einsprachigen Familien mit ihren Kindern nur 5 Stunden = Lektionen in der Woche geredet, dann wären wir alle Kasper Hausers - das gilt natürlich genauso für mehrsprachige Kinder, aber da ist die kostbare Zeit eben auf mehrere Sprachen verteilt. Je mehr jede davon bekommt, umso besser wird sie.
Das meine ich damit, daß Zeit unendlich wichtig ist!

Und daß auch ich da nicht sturheil wirklich jede Minute mitnahm, kann man lesen,wenn ich schreibe,daß ich sofort Dänisch sprach und spreche, wenn Dänen,die uns verstehen SOLLEN, dabei sind.
Das ist inzwischen z.B. mein "Schwiegersohn", der kein Deutsch kann, das waren früher die Freunde meiner Kinder, die ins Haus kamen und hier spielten, aßen, schliefen, das war die dän. Verwandtschaft, aber eben auch mal die Schuhverkäufern, die zuhören sollte, wenn wir berieten,warum, nun diese Schuhe besser waren als die anderen - ohne daß ich da eben als Übersetzer fungieren wollte.
Weil ich eben deutlich machen will, daß Sprache verbinden und nicht trennen soll _ oder weil meine Kinder nicht in erster Linie zweisprachig sein sollen, sondern nette, umgängliche, höfliche Menschen, die --- übrigens nicht einem Erziehungsprinzip , sondern den Lebensumständen gehorchend - zufällig deutsch udn Dänisch als Muttersprache haben statt nur 1 Sprache.

Konsequenz kann man sehr verschieden auslegen.
ich kenne Menschen, die dann sturheil nur ihre Muttersprache redeten, egal, wer sie nicht verstand.
Wie weit sie das auch durchführen konnten, als die Kinder größer wurden und am Tisch mit Freunden dann Gesellschaftl., politische, andere Themen diskutierten, weiß ich nicht. Ich zweifele, daß das lange gut geht - vor allem lang GUT geht, ohne bei denen, die wortlos zuhören müssen, Unbehagen zu erzielen.
SO möchte ich nicht einmal meine mir wichtige Sprache zum Prinzip über allem machen - daß ich anderen dabei auf ihren Gefühlen herumtrete.
Und wie es ist, außenvor zu sein, weiß ich noch aus meinen ersten dänischen Tagen, Wochen, Besuchen hier.
Mir war auch mit den Kindern dann wichtiger, direkt im Gerspräch zu sein statt als Übersetzer erstmal den anderen zu erklären, was Tochter und ich jetzt gerade als Antwort auf ein dänisches Argument auf Deutsch ausgetauscht hatten. So was tötet jede Diskussion.


Konsequenz ist gut und schön, aber es verwirrt Kinder nicht, wenn man in bestimmten Situationen die andere Sprache (auch mal) spricht.
Denn auch das ist ja konsequent - konsequent höflich eben.
Daß wir diese Sprache können, wissen unsere kinder ja, sie sind ja nicht blöd, und so soltlen wir sie auch nicht behandeln.
Konsequent sein definiere ich bestenfalls so:
Nicht mitten im Satz oder dauernd zwischen beiden Sprachen hin und her switchen --- Also, wenn KIND (erstmal!) mischt, dann tut es das aus Mangel der richtigen Worte in 1 Sprache, es MUSS 2 Sprachen heranziehen.
Wir nicht, wir haben beide Sprachen - also sollten wir uns in 1 Satz auch an die halten, die wir benutzen (wollen) und nicht ebenso mischen - damit wird Mischen nämlich wirklich zum erlaubten Modus, selbst wenn man die Wörter auch in der anderen Sprache lennt.
Es macht aber nichts, wenn ich mich Dänisch mit meinem Kind und seinen Freunden oder deren Eltern unterhalte und dann auf Deutsch schnell mal "hol dir bitte die Mütze selbst!" zu meinem Kind rüberrufe, weil das ja niemand sonst wirklich mitbekommen muß.
Oder wenn wir uns auf Deutsch unterhalten und ALLE auf Dänisch umschalten, weil wir einen dänischen Bekannten treffen,der uns alle verstehen soll - ohne daß wir jetzt übersetzen hin und her.
Was für ein künstliches Getue!!!

Das ist eben auch konsequent - und Ausnutzung der Zeit .
Und schadet absolut nicht, neben meinen eigenen Töchtern habe ich da viele erfolgreiche Beispiele kennengelernt.

Abgefragt wurde in den Familien, die ich mit guten Erfolgen kenne, NIE - welches einsprachige Kind lernt seine Muttersprache SO????
Jeder wie er mag natürlich, aber für mich hat das auch was mit Leistungsdruck, Abfragen in der Schule, zur Schau stellen und wenig mit Selbstverständlichkeit zu tun.
Eltern wollen es oft, wie Du schreibst, "perfekt" machen, aber ganz ehrlich?
Die Kinder lernen MUTTERsprachen, kein einsprachiges Elternpaar macht sich vorher tausend Gedanken dazu ,wie ihr Kind wohl sprechen lernt.
Das passiert einfach, weil sie und die Umgebung mit ihm reden.
Und genauso ist das mit 2 MUTTERsprachen!!!
Genauso lernt dein Kind eher nebenher und selbstverständlich krabbeln, laufen, greifen, sitzen etc. --- man hilft, aber man entwickelt nicht vorher einen Plan und eine Strategie, wie das abzulaufen habe.
Sprachliche Hilfe ist immer - ob Mutter- oder Fremdsprache:
Reden, reden, reden - hören, hören, hören --- singen, Bücher lesen etc.

Mach kein Schulfach daraus, das führt am leichtesten zu Verweigerung.
Macht kein Leistungsfach, daraus, laß das Kind keine Erwartungen spüren - nimm es, genau wie Kacenka schreibt, wie es kommt, dann nutzt das Kind Dein Angebot am besten und am liebsten.
Stell keine Prinzipien und Regeln auf, wie es zu laufen habe - das macht kein Mensch, der seine Muttersprache vermittelt!
Und Kinder machen uns sowieso immer Striche durch unsere Rechnungen.

So, auch wieder zu lang, obwohl ich nur bei Kacenka unterschrieben wollte.
Übrigens: Ja, mit Kindern lernt man eine Sprache sehr gut, ich habe damals in meinen ersten dänischen Tagen hier eine kleine dänisch-englische Patentochter beaufsichtigt, mit ich zusammen die Sprache lernte: Der Wortvorrat ist erstmal überschaubar , die Sätze sind kurz und die Grammatik einfach - und es wird vieöl wiederholt. So lernt es sich leicht.
Viel Spaß dabei!

Gruß Ursel, DK

 
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