Mehrsprachig aufwachsen

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Geschrieben von Expatwife am 01.01.2018, 13:47 Uhr

Macht zweisprachig überhaupt Sinn?

Hallo Ihr da draußen,

wir leben in Singapur und erwarten im April unser erstes Kind.

Vor ein paar Tagen überlegte mein Mann laut, ob es Sinn mache, wenn unsere Tochter von Anfang an zweisprachig aufwachsen würde. Er könne sich vorstellen, nur Englisch mit ihr zu reden. Englisch ist hier Amtssprache, mein Mann spricht fließend. Ich würde auf Deutsch mit ihr kommunizieren.

Jetzt frage ich mich, ob das überhaupt eine gute Idee ist, daher bin ich sehr an Euren Erfahrungen und Meinungen interessiert. Ist die Idee albern, wo doch Englisch nicht mal unsere Muttersprache ist?

Was hinzukommt ist, dass wir nicht dauerhaft hier leben werden, klassisches Expatriat eben. Im Moment ist geplant, im Sommer 2020 wieder nach Deutschland zurückzugehen, die Kleine wäre dann etwas mehr als 2 Jahre alt. Was ist bis dahin vom Spracherwerb denn überhaupt so möglich?

Und wie ist das dann mit dem Vergessen bei der Rückkehr? Wir würden sie in Deutschland in den Kindergarten schicken. Wäre es dann sinnvoll, sich um einen englischsprachigen zu bemühen? Müsste der Papa dann auch in Deutschland weiterhin auf Englisch mit ihr sprechen oder könnte er dann ins Deutsche wechseln? (Mag mir gar nicht ausmalen, für wie abgehoben uns unsere neuen Nachbarn halten würden, wenn mein Mann nur Englisch mit der Maus spricht...)

Also unter´m Strich: Lohnt sich die Mühe für 2,5 Jahre Auslandsaufenthalt?

Habt einen schönen Neujahrstag miteinander!

Viele Grüße
Expatwife

 
21 Antworten:

Re: Macht zweisprachig überhaupt Sinn?

Antwort von ursel66 am 01.01.2018, 19:30 Uhr

Ist das Englisch von deinem Mann mit "Muttersprachler" vergleichbar?
Ich würde es meinem Kind ermöglichen, zweisprachig aufzuwachsen, wenn die "Fremdsprache" dauerhaft "gut" gesprochen würde. Und in 2,5 Jahren lernt das Kind wie selbstverständlich die Sprache. Gerade bei Englisch würde ich die Vorteile für die Zukunft sehen.

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Re: Macht zweisprachig überhaupt Sinn?

Antwort von lubasha am 01.01.2018, 20:02 Uhr

Es kommt tatsächlich auf das Sprachniveau von deinem Mann.
Deutsch zu erziehen könnte ich, Englisch, obwohl ich es fließend spreche und bei der Arbeit zu 80% benutze, könnte ich nicht.
Da würde ich an den einfachen Sätzen sie

Schau mal deine Steumpfhose an. Die Ferse ist vorne. Magst du es nicht schnell mal umziehen.

Vorsichtig, die Kerze ist ganz heiß. Nimm mal die Hand weg. Super. Schau, wo die Kerze gebrannt hat, ist der Docht ganz schwarz geworden.

Wörter wie Ferse, Docht, Kerzenständer, Untertasse, Suppenkelle, Aufguss.... sehr viele Alltagswörter, Namen von Blumen, Bäumen und Tieren (da tue ich micht bei manchen in Deutsch immer noch schwer), Schnullerkette, Rassel......
Kinder und Babylieder, Sprachwitze (kann und verstehe ich auf Deutsch, aber nicht auf Englisch, und nicht auf Französisch, obwohl ich passiv die Sprache gut kann und am längsten lerne..... zum Arbeiten hatte es locker gereicht.)
Ich bin seit 19 Jahren in Deutschland, habe hier studiert.

Dazu kommt, dass ich mich schwer tue, in meiner Muttersprache zu bleiben, wenn Kinder in Deutsch antworten. Wird dein Mann es können, in Englisch zu bleiben.

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Re: Macht zweisprachig überhaupt Sinn?

Antwort von DK-Ursel am 01.01.2018, 20:02 Uhr

Hej!
Frohes neues Jahr für alle!

Tja, generell halten wir hier in diesem, aber auch in anderen Mehrsprachenforen wenig davon, Kinder mehrsprachig aufzuziehen, wenn man nicht seine Muttersprache mit ihnen spricht.
Die Erfahrung zeigt, daß auch nur sehr wenige, die dies wollen, dies auch wirklich durchziehen.
(Hier im Forum gibt es allerdings 2 Beispiele für gute basisarbeit - immerhin )

Bei einem Vater stellt sich (mir) noch mehr die frage, wie sicher er in kindlichen Englischsprachbereichen ist - kann er auf Anhieb und korrekt nach Windeln, Windeleimern ,Abfalleimern, Schnuller, Kuscheltier und mehr suchen?
Ist sein Englisch Schulenglisch, angewandtes (aber selten korrigiertes ) Englisch oder Muttersprache?
Eine Anfrage hier im Forum, die mal auf Englisch eine Botschaft fürs Hotel übersetzt haben wollte, zeigten eindrücklich den Unterschied zwischen gutem (!!!) Schulenglisch, durchaus verständlich und in der Schule richtig, und "native English".
Wie meine - englische - Freundin hier zu sagen pflegt:
Auch die Dänen glauben generell, sie sprächen gut Englisch., nun ja, wir verstehen sie --- aber über die Qualität möchte sie sich dann doch nicht auslassen.
In diesem Zusammenhang stellt sich eben auch die Frage nach der Authenzität -.

Der 2. Einwand zum Vater ist eben, daß die meistens seltener mit dem Kleinkind zuhause sind - folglich ist die aufgebrachte Zeit für die Fremdsprache (in diesem Fall ja zunächst mal) auch nicht so groß -- und da erhebt sich schon die Frage nach dem Sinn, zumal Ihr ja auch wieder wegzieht.Selbst Väter, die ihjre Muttersprache mit ihren Kindern sprechen, haben oft deutliche (Zeit-)Defizite und dadurch bedingt eben auch weniger Erfolg mit dem Lernen der 2. Muttersprache beim Kind.

Im Gegensatz zu meiner Vorschreiberin sehe ich wenig Sinn in einer so früh gelernten (Fremd-)Sprache, die man ansonsten auch in der Schule heutzutage früh lernt und der man auch sonst kaum entrinnen kann. da sind andere Dinge, die man dann als Eltern besser und authentischer kann, vielleicht doch vorzuziehen?
Die Erfahrung zeigt, daß Menschen mit guter Muttersprache (und die gilt es ja wohl erstmal auszuweiten) leichter Fremdsprachen lernen,wenn sie sprachlich interessiert sind - auch mehrsprachiige Kinder sind keine automatischen Sprachgenies.
Und:
Sidnwir hier nicht die besten Beispiele dafür, daß man auch als Erwachsener jede Sprache noch sehr gut lernen kann, wenn es eben nötig ist und die Umstände gut geeignet sind, vielleicht eben besser als bei Euch?

Trotzdem - jeder muß selber wissen, was er seinem Kind zumutet.
Meine kinder hätten alles andere eher gelernt als eine Fremdsprache, soviel ist sicher
Nichts für ungut und trotzdem noch einmal - alles Gute für das neue Jahr - Ursel, DK

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Re: Macht zweisprachig überhaupt Sinn?

Antwort von DK-Ursel am 01.01.2018, 20:07 Uhr

Hej Lubasha - genau sowas rate ich auch immer:
Nehmt einfache Sätze des Alltags oder die gerade im Film vorkommen und übersetzt sie stanta pede - wie gut geht das?
Seid Ihr sicher, es ist wirklich gutes englisch und nicht holperiges Schulenglisch, das Ihr für gut haltet?

Ich lebe seit mehr als 20 Jahren in DK und spreche die Sprache sehr gut, aber ich würde mich nicht trauen, meine Kinder auf Dänisch zu erziehen - sie hätten ein sehr schwarz-weißes Dänisch gelernt, wo ich doch auf Deutsch so viele bunte Nuancen dazwischen habe!!!
Heißt.
Auch nach 20 Jahren Leben hier stoße ICH immer noch an meine sprachlichen Grenzen im Dänischen - obwohl ich eigentlich alles sagen, was ich will - nur eben nicht immer, wie ich es auf Deutsch könnte.
Die Dänen merken das nicht und loben meine Sprachkenntnisse - ich merke es aber, wie eingeschränkt ich letztendlich doch noch immer bin!

Gruß Ursel, DK

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Re: Macht zweisprachig überhaupt Sinn?

Antwort von Expatwife am 02.01.2018, 3:40 Uhr

Schönen guten Morgen! :-)

Ich danke Euch sehr für Eure Beiträge und Gedankenanregungen!

Wie gut mein Mann Englisch spricht, ist gar nicht so einfach zu beantworten. Er hat lange Zeit im englischsprachigen Ausland gelebt und spricht kompetent auf Niveau C2 – sofern man jetzt mal einen Referenzrahmen heranziehen möchte. In seiner Arbeitszeit spricht er ausschließlich Englisch. Allerdings, und da bin ich total bei Euch, wird er trotzdem niemals das Niveau eines Muttersprachlers erreichen. Ich habe die Lehrbefähigung für „Deutsch in der Oberstufe“ und hatte mehrmals Kollegen, deren Deutsch nicht Muttersprache ist, die aber ebenfalls das Niveau C2 attestiert bekamen und damit in der Oberstufe unterrichten durften. Da gab es von Seiten der Lehrkraft – aber auch von Seiten der Schüler – immer mal wieder Sprachhürden zu überwinden. In einer später gelernten Sprache werden wir einfach nie so kompetent sein wie ein Muttersprachler.

Wahrscheinlich würde sich die Frage für uns, ob er Englisch mit unserer Tochter reden soll, überhaupt nicht auftun, würden wir im rein englischsprachigen Ausland leben. Da würden wir uns nicht so weit aus dem Fenster lehnen, sondern darauf vertrauen, dass die echten Muttersprachler es schon richten werden.

Hier in Singapur ist aber so gut für jeden Englisch nur Zweitsprache. Es ist Amtssprache, weil man sich in dem Vielvölkerstaat darauf verständigt hat. Es ist sehr häufig ein Englisch mit asiatischem Einschlag – Singlish. Es gibt zwar Kampagnen gegen dieses „poor english“, aber Sprache ist nun einmal dynamisch. Praktisch gesehen bewegen wir uns also in einem Umfeld, in dem kaum Muttersprachler zu finden sind. Die Kinder hier werden in der Regel von (meist philippinischen oder indonesischen) Maids betreut, die in der Familie leben. Die sprechen natürlich auch nicht das Englisch eines Muttersprachlers. Auch fahren hier viele Eltern das Modell, das uns vorschwebt, ein (Nicht-Muttersprachler) redet Englisch, der andere die Muttersprache. Weil das hier ebenso üblich ist, sind wir ja überhaupt erst auf den Gedanken gekommen, es auch so zu versuchen.

Ich erinnere mich noch dunkel an eine Studie zum Spracherwerb, die aussagte, dass Eltern ihr Sprachniveau automatisch dem des Kindes anpassen. Demnach spreche man mit dem Baby erst nur einzelne Wörter (Mama, Papa, Auto, Hund…), dann sehr einfache Sätze und ginge dann über zu komplexeren Satzstrukturen. Von daher stünde für mich der (an sich ja total richtige) Hinweis, dass feine Bedeutungsnuancen nicht ausgedrückt werden können, erst einmal nicht so im Vordergrund. Aber Ihr dürft mich da auch gern korrigieren. Für mich läge die Schwierigkeit eher in der Konsequenz, wenn man zum Beispiel mal in Stress kommt und im Fehlen kinderspezifischer Vokabeln. Aber letztere könnte man ja problemlos nachschlagen.

Während ich hier so runtertippe, überlege ich, was denn überhaupt so auf der „Für-Seite“ steht. Das wäre für mich der (zugegeben recht ideelle) Wunsch, unserer Tochter etwas Bleibendes aus dem Land mitzugeben, in dem sie geboren wurde. Weiterhin wünsche ich mir, dass sie sich „draußen“ verständigen kann. Dass sie (in ihrem Rahmen) versteht, wenn sie angesprochen wird, wenn wir beim Arzt sind, wenn sie auf andere Kinder trifft. Da wir weder eine Maid haben, noch sie hier in den Kindergarten gehen wird, hätte sie ja sonst keine „natürliche Möglichkeit“, die Verständigung auf Englisch zu lernen. Oder denke ich zu verkopft? Könnten wir die kindgerechte Verständigung auch anders gewährleisten, über Bücher oder Lieder zum Beispiel? Würde mich über Eure Meinungen dazu weiterhin sehr freuen!!

Schöne Grüße
Expatwife

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Re: Macht zweisprachig überhaupt Sinn?

Antwort von Kacenka am 02.01.2018, 8:57 Uhr

Für mich klingt die Frage an sich widersprüchlich: "Lohnt sich die Mühe der zweisprachigen Erziehung für 2,5 Jahre." 1. wieso Mühe? meine Kinder sind mühelos mehrsprachig, wir sprechen einfach unsere MUTTERsprachen mit ihnen, das macht uns keine Mühe. 2. wieso 2,5 Jahre? die Sprachen lernt man doch ohnehin lebenslang. 3. wieso lohnen? mit Kindern spricht man so oder so, das ist lebenswichtig!
Ich kenne ein Beispiel von einem russischen Jungen, der mit seinen Eltern ca 3 Jahre in Japan gelebt hat ca. von 1 - 4 Jahren, war dort auch im Kindergarten. der hat damals die Sprache altersgerecht gesprochen, später daheim wieder weitgehend "vergessen". Die Eltern konnten kein Japanisch. ABER: irgendwas ist wohl doch hängengeblieben irgendwie, denn er hat sich dann für ein Auslandsstudienjahr in Japan entschieden. :-)
Wenn Ihr am Leben am Ort mit dem Kind teilnehmt, wird es auch die Umgebungssprache ein wenig lernen. Daran könnt Ihr später in Deutschland mit Englisch im Kindergarten und anderen muttersprachlichen Angeboten Aupair ruhig anknüpfen - da gibt es doch so viel. Wozu mit dem Kind in einer "Arbeitssprache" sprechen? Das ist doch unnatürlich, emotional kommt mir das "kalt" vor, gerade wenn der Vater weniger präsent ist, würde ihn das vielleicht zu sehr vom Kind abgrenzen? Kinderlieder, Vokabeln kann man nachschlagen klar. Ich habe viel davon mit den Kindern hier im Ausland mitgelernt. Trotzdem bleibe ich bei meiner Muttersprache.
Mehrsprachigkeit im Kleinkindalter ist aus meiner Sicht ganz einfach: sie ergibt sich aus der Situation :-) Da braucht man nichts planen, das kommt wie es kommt. Und vieles merkt man später auch, wenn das Kind reagiert, da geht man dann darauf ein...

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Re: Macht zweisprachig überhaupt Sinn?

Antwort von DK-Ursel am 02.01.2018, 10:41 Uhr

Hej nochmal!

Kacenka, ich bin ja wie meisten ziemlich einig mit Dir.
Natürlich ergibt sich bei Muttersprachlern die Wahl der Sprachen noch mehr aus der Situation, aber Du hast Recht, evtl. ist das dann auch hier der Fall.
Muttersprachlern machen wir nicht ganz zu Unrecht immer wieder Mut, ihre Sprache zuhause in der ersten zeit durchzuziehen, ohne auf die Umgebungssprache einzugehen (sofern die nicht zu den Muttersprachen gehört), weil eben diese Umgebungssprache in den Folgejahren sehr mächtig wird und es dann wichtig ist, nicht nur eine gute Basis, sondern auch gute Gewohnheiten gelegt zu haben.
Es ist also im "Normalfall" in den ersten Jahren unerheblich, ob das Kind sich draußen gut verständigt, denn mal ehrlich:
In den ersten 3 Jahren hat ein Kind immer Mutter und Vater dabei zum Übersetzen, zum Helfen, und ist sowieso nicht sooooo viel unter Fremden.
Es sei denn, es ist früh in einer Krippe - und lernt die Umgebungssprache meistens dann da.
Ein Kind, das normal unter Leute - beim Einkaufen, in eine Spielgruppe etc. - kommt, schnappt viel auf und hört sich rein. Erst mal reden Kinder in dem Alter noch nicht viel - sie hören.

Tja, ich würde es vermutlich nicht machen, niemals hätte ich mit meinen Kindern in einer Fremdsprache geredet - und dabei sind mir die eklatanten Fehler, nochmal gar nicht so wichtig,d ie oft ziert werden zur Abschreckung.
Aber obwohl ich lange hier gelebt habe, merke ich selbst, daß ich immer noch dt. Sätze (ich meine Satzbau, Konstruktion) bastele - daß ich ganz sicher niemals waschechtes Dänisch von mir gebe.
Und Wörter nachschlagen - naja, das macht die Herzenswärme von einer Sprache ja noch schwieriger - Kind, warte mal bitte- äh, wait a moment, I have to look it up?

Ich kann mir kaum vorstellen, daß diese wenigen Jahre das bringen, was Du Dir erhoffst, aber ich bin auch gegenüber Englisch im KIGA etc. skeptisch.
Der Junge,der nach Japan geht, kann viele Gründe haben - auf die Sprache käme ich wohl doch zuletzt.

Meine Erfahrung ist, daß eine differenzierte, gute Muttersprache (und DER Grundstock wird durchaus in den ersten Jahren gelegt mit Singspielen, Wortalbereien, - denk nur an dre Cheneser met dem kentrebeß - sowas haben wir mit vielen Liedern gesungen ---- mit Fingerspielen ) --- viel wichtiger für alles, also also auch für das Erlernen weiterer Sprachen sind.
Ich vergesse niemals den Lehrer in unserem Leseprojekt - 1. Kl. - der einem einsprachigen Dorfjungen bedauernd Sprachphantasie absprach:
Ja, das war ein quickes Kerlchen, aber er kam aus einem Elternhaus mit äußerst rigider, karger Sprache.
Die Vorschullehrerin machte genau diese Sprachsachen und -spielchen in der 0. Klasse und seufzte, für manches sei es doch viel zu spät, die kinder lernten auf diese Art mit Sprache umzugehen, wenn sie eben noch kaum Sprache hätten, im KIGA spätestens.
Wieviel Hoppe-Reiter auf Englisch kann dein Mann?

Daher widerspreche ich durchaus auch Deinem Argument, man differenziere bei Kleinkindern nicht.
Natürlich nicht, wenn ich ihm Baum, Trecker oder Gabel beibringe, aber man redet doch ganze Sätze - und da macht es bereits in jungen Jahren viel aus, ob du nur simple oder eben doch Satzgefüge anwendest, ob Du einen Satz mit demselben Satz dreimal auf verschiedene Weise sagen kannst, die immer gut und richtig ist etc.
Sprache ist eben viel, viel mehr - leider wird das immer ieider übersehen von denen,die - oft noch weniger motiviert als Ihr - sich an Fremdsprachenvermittlung (beim Kleinkind) wagen.
Nein, ich täte es nicht, Sprache ist Herzensangelegenheit.
Dein Projekt ist das, was ich mir für jeden Fremdsprachenunterrricht wünsche:
Sprache lernen, um Kultur und Bevölkeurng zu verstehen - und weitergehend Kultur zu vertiefen.
Also Fremdsprache, also - wie Kacenka es richtig nennt - Arbeitssprache.

C2 - um mal bei der Einordnung zu bleiben, kann ja wunderbar richtig und gut sein für das Arbeitsmilieu, in dem Dein Man nsich bewegt, Lubashas Beispiele können dann dennoch meilenweit entfernt liegen!

Aber ich schließe mich an und wiederhole aus meinem ersten Beitrag:
"Versuch macht kluch" - von den meisten hört man später nie mehr was, was mich schließen läßt, das großgedachte Projekt ist kläglich gescheitert.
Solltet Ihr es durchziehen (können), dann freue ich mich besonders über Rückmeldung, denn wir lernen ja alle.
Übrigens auch, wenn es dann mittendrin scheitert - wäre doch gut zu sehen, woran es letztendlich wirklich hapert.

Alles GUte - Ursel, DK

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Re: Macht zweisprachig überhaupt Sinn?

Antwort von Kacenka am 02.01.2018, 12:58 Uhr

Ursel, ich stimme Dir zu, aber ich glaube Du missverstehst mich. Ich würde wohl auch darauf verzichten, zumal wenn es der Elternteil sein soll, der ohnehin seltener mit dem Kind zusammen ist. Dann eher ein Kindermädchen, wenn es denn unbedingt sein muss.
Kommunikation mit der Umgebung ergibt sich ja immer irgendwie und man selbst passt sich ja dann auch an, das bekommen die Kinder schon mit und speichern fleissig.
Mir stösst bei diesen Überlegungen eigentlich immer ein wenig auf, dass es so "zukunftsorientiert" ist - Englisch kann ja soo hilfreich sein später für das Kind. Das steht doch in den ersten 5 Jahren nach der Geburt gar nicht im Vordergrund und bringt so eine ambitionierte Note hinein, das "Projekt Kind", das ist mir irgendwie unsympathisch. Da steht mir das Kind einerseits zu sehr andererseits zu wenig im Mittelpunkt: man scheint schon genau zu wissen, was das Kind einmal brauchen wird, tun wird, wollen wird, können muss. Ich habe vielleicht auch vor der Geburt meines Grossen so gedacht, ich weiss nicht mehr. Aber ein Kind ist doch vielmehr ein Überraschungspaket. Vielleicht wird es gerne mit Autos spielen, vielleicht lieber malen. Vielleicht wird es früh sprechen, vielleicht eher spät. Vielleicht wird des ein geselliger Typ, vielleicht eher verschlossen. All das spielt auch eine Rolle, ob und wie ein Kind auf eine mehrsprachige Umgebung reagieren wird. Und Erwartungen seitens der Eltern sind da aus meiner Sicht eher eine Hürde als hilfreich, zumindest dann, wenn sie nicht zufällig den gegebenen Dispositionen des Kindes entsprechen.
Der Junge ist aber aus meiner sicht bestimmt nicht zufällig nach Japan gegangen, ich denke schon, dass das auch eine Suche nach dem war, was er als kleines Kind erlebt hat. Aber irgendwie schön. Und seine freie Entscheidung :-) Lernen kann er die Srpache jetzt imme rnoch "richtig".

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Re: Macht zweisprachig überhaupt Sinn?

Antwort von DK-Ursel am 02.01.2018, 13:07 Uhr

Hej Kacenka!

So, wie Du es erklärst, hatte ich Dich auch verstanden, wo liest Du bei mir anderes???
Aber wenn wir schon über Mißverständnisse reden:
ich denke schon, daß der Junge eine Affinität zu Japan hatte, weil er wußte, dort als Kleinkind mal gelebt zu haben - daß es aber (ausschließlich) die Sprache sei, bezweifele ich mehr als stark...
Da ist eben eine gewisse Neugier auf alles, was das land betrifft, anders gegeben - und die Sprache ist nur ein kleiner, kleiner Teil davon,wenn überhaupt.

frohes neues Jahr - Ursel, DK

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Re: Macht zweisprachig überhaupt Sinn?

Antwort von Expatwife am 02.01.2018, 14:00 Uhr

Danke für Eure Gedanken!

Erst einmal, damit keine Missverständnisse aufkommen: Weder denken wir an beruflich oder gesellschaftlich verwertbare Vorteile einer frühen Mehrsprachigkeit, noch müssen wir mit dem Kind unser Ego aufwerten, noch soll es von Kindesbeinen an daueroptimiert werden. Es hat absolut keinen Auftrag! Es kann, darf und soll so werden, wie es ist und sein möchte.

Wahrscheinlich sehe ich Schwierigkeiten, wo gar keine sind, denn Ihr habt natürlich Recht, dass soviel verbale Kommunikation unter den ganz Kleinen ohnehin nicht stattfindet. Und die Bedenken, zwischen Vater und Tochter würde dann eine künstliche Barriere aufgebaut werden, die teilen wir ja selbst und die waren ja auch der Grund, warum ich hier im Forum nachgefragt habe, ob die Überlegung nicht völlig albern ist.

Es überzogen zu finden, war bisher auch eigentlich immer mein erster Impuls, wenn ich auf diese sprachlichen (Familien-)Konstellationen hier in Singapur traf, wo das eben durchaus üblich ist, dass ein nicht-muttersprachliches Elternteil Englisch mit dem Kind redet. Aber dann ist man selbst schwanger und macht sich eben so seine Gedanken…

Ich denke, wir werden andere Wege als die Sprache finden, damit etwas von Singapur bleibt, wenn wir wieder in Deutschland leben.

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Re: Macht zweisprachig überhaupt Sinn?

Antwort von DK-Ursel am 02.01.2018, 14:27 Uhr

Hej zum letzten Mal (wer´s glaubt )

Letztendlich ist es ja so, wie Kacenka auch sagt:
es kommt, wie es kommt - und man macht sich vorher mit 1000 Sachen viel zu viele Gedanken.
Das macht man eben, man stellt sich vor, wie es ist mit Kind, was man macht mit Kind, was man ihm mitgeben will - und stellt dann in der Praxis fest, daß zum einem die Zeit, zum andern das Interesse, zum dritten das Können, zum vierten noch was anderes fehlt.
Das Leben mit Kind ist unvorhersehbar - und am besten ist, so erinnere ich mich aus einer frühen Zeit, als wir mal für eine Initiative hier gebeten wurden, Prinzipien für die mehrsprachige Erziehung festzulegen, gar keine Prinzipien zu haben.
Außer eben den Kernsätzen, daß der Zeitfaktor eine Rolle spielt und man eben nichts verkrampft durchziehen sollte, weil "man" es so macht, weil es so §richtig" ist etc.
je unverkrampfter, udn das meint letztendlich ja auch Kacenka mit "wartet ab, wie esich entwickelt", desto leichter wird es ja auch von allen, incl. Kind, in der Familie angenommen und praktiziert.

Was die Verständigung mit der Umgebung angeht, so habe ich z.B. immer Dänisch mit meinen noch so kleinen oder großen Kindern gesprochen,wenn andere Dänen dabei waren, die uns verstehen, einbezogen werden sollten.
das konnte hier zuhause ein Spielkamerad oder die Schwiegermutter (Großmutter) sen, das konnte draußen eine Schuhverkäuferin oder sonstwer sein, der mit uns direkt zu tun hatte.
Insofern hört Euer Kind Euch ja durchaus auch die Sprache, evtl. auch zu ihm selbst, sprechen,wenn Kommunikation mit anderen vonnöten ist. Und lernt sie so.
Aber mit 2 1/2 haben sehr viele Kinder noch nicht viel Sprache --- von daher: alles mit Ruhe ankommen lassen!

Gruß Ursel, DK

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Re: Macht zweisprachig überhaupt Sinn?

Antwort von Nadinnsche am 02.01.2018, 15:22 Uhr

Gedanken machen ist erlaubt ;). Ich hatte die gleichen Voraussetzungen wie mein Kind und bin nicht 2-sprachig aufgewachsen, mein Kind schon, weil sich meine Mutter dagegen- und ich mich dafür entschied. Und ich kenne auch welche, die sich für eine bestimmte Sprache entschieden haben, und davor auch erst überlegen mussten, z.B. wenn sie selbst zweisprachig aufgewachsen sind. Gerade bei nicht eindeutigen Konstellationen macht man sich Gedanken. Ich würde es auch nicht machen. Ich kann Vorträge auf Englisch halten, aber mein Urmutterinstinkt kann nur deutsch mit meinen Kindern reden, glaube aber auch nicht, dass es "schaden" würde.

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Re: Macht zweisprachig überhaupt Sinn?

Antwort von DK-Ursel am 02.01.2018, 17:22 Uhr

Ja klar macht man sich über vieles Gedanken - vor allem auch ion so einem Fall, wo es eben nicht um die Muttersprache geht, trotzdem aber eine andere Vorauissetzung vorhanden ist als bei Leuten in Dtld. die wirklich nur fremdsprachentechnisch denken.
Und dann kommt es eben meistens doch ganz anders als man sich das ausdenkt.

Das Argument "es schadet nicht" ist so eine Sache.
Bei der Frage, ob wir in unserer in Planung befindlichen Privatschule Englisch ab der 1. Kl. anbieten sollten (damals ein Novum), sagte ein Direktor, den wir dazu befragten:
Ja, das ist vielleicht prima, aber was soll ich dafür streichen?
Jede Entscheidung FÜR etwas ist eben auch eine GEGEN mind. 1 Sache"

--- und wenn wie hier der Gewinn eher fraglich ist und evtl. ja doch Nachteile in die Waagschale zu geworfen werden können, dann frage ich mich schon:
Könnte man die Kräfte nicht sinnvoller, schöner, gewinnträchtiger einsetzen?

Das Argument des Direktors habe ich mir sehr zu eigen gemacht:
Wenn ich für etwas bin (und das muß gar nicht nur Sprache sein), was wähle ich dann stattdessen ab - und lohnt es sich?

Gruß Ursel, DK

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Re: Macht zweisprachig überhaupt Sinn?

Antwort von Kacenka am 02.01.2018, 18:37 Uhr

Da stimme ich absolut zu - bzw. kann ein Lied von singen. Ich bin auch selber zweisprachig und musste mich entscheiden, in welcher Sprache ich m it meinen Kindern sprechen werde - da wir im Ausland sind und die Umgebungssprache noch eine andere ist :-) Trotzdem bin ich von anfang an so rangegangen, dass ich gesagt habe: mal sehen, wie es läuft. Ich hatte nie Zweifel, dass sie die Umgebungssprache lernen werden, bei meinen beiden Sprachen war ich mir nicht so sicher, bzw. bin es immer noch nicht. Aber zumindest können sie sich jetzt beide in allen dreien verständigen und darüber bin ich sehr froh: so ist keiner in der Verwandschaft von der Kommunikation mit den Kindern ausgeschlossen, das war meine Sorge.

In der Situation der Ausgangsposterin hier wäre der Fall für mich relativ klar, da ich eigentlich nicht viel davon halte, mit Kleinkindern in einer NIcht-Muttersprache zu sprechen, egal mit welchem Hintergedanken (es gibt ja auch viele Mütter, die in einer Fremdsprache mit ihren Kindern gesprochen haben, um ihnen Mehrsprachigkeit zu ersparen, sie wählten die Mehrheitssprache, die sie selbst erst später "mühevoll" lernen mussten, ist aber wohl eher in der Vergangenheit so gewesen...). Später ist es dann wieder etwas anderes, wenn die Kinder nur noch in der Umgebungssprache antworten... aber darum geht es ja hier nicht.
Mit einem Baby würde ich immer in meiner Muttersprache kommunizieren, selbst wenn es nicht meins wäre. Das kommt einfach von Herzen, da stimmt die Melodie, da kommt Wärme rüber, Sicherheit, Ruhe. Genau diesen Sinn hat es erst mal, wenn man mit einem Baby spricht - und zwar nicht unbedingt nur in Wörtern, sondern in ganzen Sätzen - deren wortwörtlicher Sinn ist ja für das Baby erst mal sekundär, die Information ist eine andere, und genau DAS bringt man zuverlässig nur in der Muttersprache rüber. Intuitiv. kein Sprachlehrer kann einem das beibringen.
Als meine Schwiegermutter nach der Geburt unseres Grossen mit dem Baby sprach, war ich erstmal total verstört: wie spricht sie denn auf einmal?! ich kannte die Art und weise nicht, wie man in dieser Sprache mit Babys spricht, sondern ich kannte nur die Erwachsenensprache. Samt Sprachmelodie, Vokabeln, Aussprache. Auch die ändert sich nämlich, wird Babys angepasst, das ist sogar wissenschaftlich nachgewiesen. nach und nach habe ich auch das gelernt, aber es ist eben für unsere kinder die Sprache der Oma, nicht die der Mutter. sie kennen jetzt beides - bzw. alles dreies, was sie später daraus machen werden, wird sich zeigen. Auch sie werden sich entscheiden dürfen

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Re: Macht zweisprachig überhaupt Sinn?

Antwort von Jessica90 am 03.01.2018, 13:44 Uhr

Hallo, ich kenne tatsächlich Familien, wo die Eltern künstlich eine 2 Sprache, sprechen, die aber auch fast den Stauts einer 2ten Amtssprache hat. Ehrlich, ich würde einfach schauen, wie er es dann umsetzt : D. Er müsste dann ja konsequent Englisch sprechen, ob er das durchhält? Ansonsten, würde ich mir da keine Gedanken machen, wenn im Alltag sowieso ein paar mehr Englische Begriffe fallen, schnappt sie das auch auf. Oder mal ein Buch, oder Lieder...so einfache Dinge in Englisch spielerisch beibringen. Aber richtig 2Sprachrig geht meiner Meinung nur, wenn er dauerhaft konsequent Englich spricht.Hört sich leicht an, die Umsetzung als Nichtmuttersprachler ist dann aber doch nicht so leicht....

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Re: Macht zweisprachig überhaupt Sinn?

Antwort von KKM am 03.01.2018, 16:07 Uhr

Ich stelle mir das schwierig vor, auch wenn er ausgezeichnet englisch spricht.

Kennt er Abzählreime, Hoppe - Hoppe - Reiter - Lieder, Fingerspiele, Wörter wie "Möhrenschnute", "Schnuffeltuch" usw.???

Seine Sprache wird die perfekte Sprache der Erwachsenen und der Geschäftswelt sein....

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Re: Macht zweisprachig überhaupt Sinn?

Antwort von Joaninha am 04.01.2018, 11:13 Uhr

Hallo,

ich habe nicht alle Antworten gelesen, will aber kurz einwerfen, dass ein spanischer Freund von mir, der die ersten zwei Jahre seines Lebens in England verbracht hat, eine meines Erachtens wirklich sehr, sehr gute Aussprache hat (wenn Du einmal versucht hast, in Spanien Englisch zu sprechen, kannst Du ermessen, was das bedeutet). Er spricht nicht gut in dem Sinn, dass die Grammatik perfekt ist, aber man merkt, dass er die Laute verinnerlicht hat, bevor sich das Fenster dafür geschlossen hat. Das wäre vielleicht doch ein Argument für ein bisschen Englisch schon im Kleinkindalter. Ihr gebt Eurem Kind die Aussprache mit auf den Weg und überlasst alles weitere der Schule später.
Frage ist natürlich, wie gut gerade die Aussprache Deines Mannes ist ;)

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Re: Macht zweisprachig überhaupt Sinn?

Antwort von Astrid18 am 05.01.2018, 15:52 Uhr

Kinder lernen schnell und vergessen schnell. Wir waren mehrere Jahre in China und die Kinder auf muttersprachlichem Niveau. Nach der Rückkehr hatte Kind 3 (4 Jahre) schon viel vergessen. Dank muttersprachlicher Babysitter und jetzt Unterricht zweimal die Woche fällt extrem auf, dass Kind 1 am meisten behalten hat; Kind 3 war von Geburt an bilingual.

Sehr profitiert haben die Kinder vom Englischunterricht an der Schule damals, 4 Wochenstunden mit Muttersprachlern. Das hat sich jetzt beim Wechsel an eine englischsprachige Schule gezeigt.

Ich finde daher grds. frühes Sprachenlernen gut, aber es sollte ausschließlich über Muttersprachler erfolgen. Nur dann macht es Sinn, weil die Sprache natürlich angewendet wird.

Mein Mann und ich sprechen beide gutes Englisch, mein Mann richtig, richtig gut, aber wenn die Kinder jetzt aus der Schule kommen, kennen die schon ganz andere Vokabeln als wir sie jemals gelernt haben.

Wenn das Kind in die Kita geht, wird es automatisch die Sprache lernen. Solltet Ihr länger bleiben, wird sich das mit Englisch von alleine regeln.

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Re: Macht zweisprachig überhaupt Sinn?

Antwort von Korya am 10.01.2018, 14:37 Uhr

Alles wichtige wurde ja schon gesagt, deshalb will hier nicht die vielen guten Punkte wiederholen, bloß um meinen Senf dazu zu geben.

Nur soviel, zum Singlish der Maids: meine Schwester ist in einer ähnlichen Situation, in Hongkong. Dort stellen sie nun das Englische durch Kindergarten sicher, denn was von den philippinischen maids rüberkommt, ist nicht nur in sprachlicher Hinsicht dürftig, sondern es findet zudem keine weitere Beschäftigung mit dem Kind statt, sobald die Eltern ihnen den Rücken drehen:
kein Singen, keine Sprachspiele, kein Bücherlesen oder sonstige Auseinandersetzung mit Sprache.

Am liebsten das Kind alleine spielen lassen und daneben sitzen und auf dem Handy spielen...

Also, wenn es nur darum geht, dem Kind etwas von dem Land "mit zu geben, in dem es geboren ist", dann haltet die 2,5 Jahre mit der Kamera fest, und erzählt ihm dann später immer mal wieder von der schönen Zeit... aber versucht nicht künstlich über maids oder Mann die englische Sprache aufzubauen, zu der ihr sonst keinen Bezug habt und die euch in Deutschland zur Last wird (es sei denn dein Mann will das tatsächlich die nächsten 18+ Jahre so durchziehen)...

Sorry, doch länger geworden als ich wollte..

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Re: Macht zweisprachig überhaupt Sinn?

Antwort von Schniesenase am 14.01.2018, 23:07 Uhr

Wir leben zwar in D, aber mein Mann ist quasi dreisprachig aufgewachsen und die meiste Zeit seines Lebens im englischsprachigen Ausland gewesen. Sein Deutsch ist hier und da durch englische Wendungen etwas seltsam gefärbt, und selten macht er, trotz Deutsch als Muttersprache, Grammatikfehler.

Wir haben darum auch überlegt, ob er zu Hause Englisch sprechen soll. Für mich wäre es kein Problem, da ich durch zwei Jahre England/USA ebenfalls auf sehr hohem Niveau Englisch spreche, also auch verstehe. Er hat es anfangs versucht, aber es war nicht stimmig. Es kam ihm nicht richtig vor, Englisch mit der Kleinen zu sprechen.

Irgendwer hat das mal "Herzenssprache" genannt. Für ihn ist "Familie" eindeutig Deutsch belegt.

Unser Kind ist also einsprachig aufgewachsen. Jetzt, mit 6, will sie Englisch lernen, weil sie ihren Papa in dieser Sprache telefonieren hört (oder uns reden, wenn wir nicht möchten, dass zwei spitze Öhrchen mithören) .

Also sagen wir manchmal auch mal was auf Englisch oder auch Französisch - weil es Spaß macht und sie Lust drauf hat (würde ich nicht programmmäßig machen) - und ich singe auch englische Lieder mit ihr. Sie ist sprachlich sehr weit auf Deutsch. Hier sind die Strukturen sehr gut entwickelt. Zweisprachig ist das natürlich nicht und auch nicht unser Ehrgeiz. Richtig Englisch lernt sie sicher gern, wenn sie in der Schule ist.

Also die Frage ist auch, ob es nicht ein bisschen künstlich wäre, das so zu machen. Und in dem Fall könnte Dein Mann nicht recht authentisch rüberkommen, was aber für Baby/Kleinkind ungemein wichtig wäre.

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Re: Macht zweisprachig überhaupt Sinn?

Antwort von Lepri89 am 22.01.2018, 8:12 Uhr

Hallo

Ja 2 spachen machen immer sinn und vor sllem englisch :)

Ich bin selber mit zweichsprachig in Deutschland aufgewachsen meine eltern sind beide deutsche und mein vater konnte sehr gut englisch rr hst mit mir bis ich 15 war nur englisch gesprochen meine mutter deutsch und das hat mir große Vorteile in der schule und bis heute im berufsleben geschafft.

Under sohn wächst deutsch albanisch mein mann redet überwiegend albanisch mit ihm und der kleine (101/2 monate) sagt außer mama und papa zb ball wenn er mit mir spielt und opi (sein versuch topi das albaniscje wort für ball) wenn papa spielt

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