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Geschrieben von DK-Ursel am 13.03.2018, 9:38 Uhr

Leistungsdruck?

Naja, dann komm mal nach DK, jedenfalls zu Schulzeiten meiner Kinder war das wirklich ein Tanz durch die Klassen.
Nicht nur, weil sie gute Schülerinnen waren - das war dann schon wieder eher ein Problem, weil sie konstant unterfordert waren, sondern weil eben viel Freizeit hatten und auch in der Schule dieser deutsche "Drill" wegfiel.
Ich merke das immer wieder, wenn ich eine gelassenere Haltung gegenüber Noten und Schulgebaren auch im Forum hier (nicht Mehrsprachen,die anderen) empfehle.
Ich merkte den Druck auch bei Freunden, die durchaus ihren Kindern Kindheit gönnen wollten, die aber wußten:
Wer in der Grundschule sich nicht bewährt, hat es schwer bis unmöglich, aufs Gymnasium zu kommen - und da wollen nun mal die meisten hin.
Hier gab es immer schon Noten erst ab der 6./7. Klasse.
Hier ist der Wechsel zum Gymnasium erst nach der 9. Kl. -- da ist der elterliche Druck, die elterliche Vorstellung schon eine ganze andere als wenn ich ein kleines Kind schulisch fitmache.

Bei der beruflichen /Studien-Orientierung nach dem Abitur war ich noch am nervösesten (dt. Prägung eben) weil plötzlich sogar die ambitiöse eine Tochter nicht mehr wußte, was sie wollte und sollte - alle, aber wirklich alel haben mich getröstet und versichert, ein Sabbatjahr sei doch überhaupt kein Problem, im Gegenteil, das sei das beste, was die jungen Leute machen könnten undsowieso ganz normal..
Beim 2., das die Tochter dann dranhängen wollte/quasi auch dranhängte - naja --- war ich dann durchaus gelassener.
Als die andere Tochter ernsthafte Probleme mit sich selbst bekam, war überall der schulische Weg hintan - keiner schaute mehr auf noten ,Leistung, sie solle sich erstmal selber finden.

Dazu half dann dann ein wenig auch eine typisch dänische Einrichtug, die Efterskole, die man meistens in der 9./10. Klasse macht.
Das sind eben zeitlich begrenzte Internate für diese jungen Leute, die aus allen Familien auf so eine Schule wechseln - meistens haben die Efterskoler einen musischen, sprachlichen, sonstigen Schwerpunkt - bei Tochter Musik, Theater, Film, Foto - und darauf wird dann besonders Wert gelegt.
Wie ein Vater mal sagte:
Für den schulischen Werdegang ist es eigentlich ein "verlorenes" Jahr, für die persönliche Entwicklung ungeheuer wichtig.
Über die Häfte aller Schüler wechseln inzwischen wieder an eine Efterskole, las ich irgendwann mal. Das war kurze Zeit ein bißchen anders, als die Schulen in wirtschaftliche Probleme gerieten und der Preis enorm anstieg, hat sich aber anscheinend wieder relativiert. Auszeit ist wichtig, das sehen die meisten Eltern noch immer so.
Also absolut nichts Elitäres, aber eben von der Grundeinstellung her:
Man kann kein Jahr verlieren, man muß nicht duff-duff- zügig durch die Instanzen, man sollte sich Zeit lassen.

Die Politiker strammen das gerade ein wenig an, auch hier hat die PISA-Studie Schaden angerichtet, aber im Vergleich zum dt. Schulwesen ist das hier ein Tanz auf Rosen, glaube es mir. Und was in Dtld. absolute Norm ist ,wird hier noch stark kritisiert und beklagt - und nicht immer durchgezogen.

Gruß Ursel, DK

 
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