Mehrsprachig aufwachsen

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Geschrieben von yaiza am 17.10.2008, 10:08 Uhr

führe das Thema von unten mal hier weiter...

Ich finde das Thema wirklich sehr interessant und ich denke hier reden immerhin Leute zusammen, die wissen wovon sie reden, auch wenn sie nicht alle einer Meinung sind. Da Ursel-DK mich ja gestern nochmal zitiert hat, und ich das Thema, obwohl leider sehr abgeschweift, wirklich sehr interessant ist, wollte ich doch auch nochmal was sagen. Im letzten Posting meinte @platschi, dass Leute es unhöflich finden, wenn man vor ihnen einen andere Sprache mit seinem eigenen Kind redet. Das war hier zwar nciht das Thema, aber dazu: Lass Dich nicht aus der Bahn bringen, nur so lernt Dein Kind tatsächlich die Sprache, wenn Du ausschliesslich die andere Sprache sprichst, es Dir ausschliesslich so antworten soll, dann hast du schon alles für eine Zweisprachigkeit getan.
Nun ging es ja eigentlich darum, ob Nichtmuttersprachler auch eine Fremdsprache reden dürfen/können/sollen. Und ob früher Sprachunterricht etwas bringt.
Ich finde hier sehr viele gute Gedanken, die ich auch zum Teil richtig finde, obwohl sie sich wiedersprechen. Das Ding ist nämlich, dass jeder von uns andere Gründe und Hintergründe für diese Aktion hat, jedes Kind lernt anders und jeder von uns redet anders. Ich bin Deutsche, wohne im ital. Sprachraum und kann im Moment noch eindeutig besser ital. als meine 6-jährige Tochter. Irgendwann wird sich das ändern, deswegen ist meine Grammatik, zum Teil, besser als die der Einheimischen, die oft gravierende Fehler machen (wie sie ja auch in deutscher Sprache schon angesproochen worden sind). Ich würde mir also zutrauen, in Deutschland mit meinem Kind ausschliesslich Italienisch zu reden. Dies ist nun nicht mein Fall, aber eben genauso geht es doch manchen von Euch, die die Sprache verhältnismässig gut sprechen und dem Kind einfach noch etwas zusätzlich mit auf den Weg geben wollen. Auf dieser Grundlage finde ich auch die Englischstunden im Kiga gut, weil die Kinder ja noch kein Hochschulstudium abschliessen. Es ist richtig, dass man seine Kinder auch anders fördern kann, aber das sollte man evtl den Eltern überlassen, denn jedes Kind hat andere Interessen, andere Hobbies, und eine andere Auffassungsgabe.
Entgegen dem, was hier schon gesagt wurde, bin ich der Meinung, dass die Aussprache etwas ist, das doch möglichst früh trainiert werden sollte, wenn wir schon drüber reden, denn wer von Euch kann das "r" schon so rollen, wie die Italiener, viele können im Erwaschsenenalter schon den französischen Nasalklang nicht mehr lernen, die Italiener hier haben zum grossen Teil ganz grosse Mühe, das einfach Wort "Stuhl" zu sagen. Es geht einfach nicht. Oder auch das "h", dass es ja im Italienischen nciht gibt...
Nun haben wir einen Hintergrund, weshalb wir spielerisch englisch in den Wortschatz einstreuen (Patentante meiner Grossen ist Amerikanerin), aber auch sonst finde ich es gut, denn englisch ist wichtig, und hier wird es, wie schon öfter erwähnt, spät und schlecht gelernt. Man legt keinen weiteren Wert drauf...
Ich aber schon. Nun sind meine Kinder nicht 3-sprachig, nur weil sie auf englisch bis 10 zählen können, Katze, Hund, See und Auto auf englisch sagen können, aber immerhin kann meine Tochter sich die Miffy-DVD auf englisch ansehen und versteht alles und das find ich einen Erfolg. Und sie macht es gern, denn es ist ja immerhin die Sprache ihrer Patentante.
Ich denke, wenn jemand hier sich das zutraut, seinen Kindern eine andere Sprache beizubringen, dann wird er schon wissen, wieso und ob er es kann. Ich denke nicht, dass wir hier Muttersprachler und Nichtmuttersprachler durcheinander bringen dürfen, das sind 2 versch. Paar Schuhe.
So, sorry, ist lang geworden, habe aber Zeit, weil ich mir gestern Abend spät die Bänder gerissen habe und jetzt mit hochgelagertem Bein fest hier sitze und liege, die Kids tagsüber bei den Grosseltern sind (für die nächsten Tage...)
LG britt

 
16 Antworten:

Re: führe das Thema von unten mal hier weiter...

Antwort von DK-Ursel am 17.10.2008, 10:22 Uhr

Hej nochmal!

ich möchte das nicht weiter auslatschen - jeder macht es schließlich eh so, wie er denkt.
Mich wundert nur allgemein immer wieder, wie begeistert man gerade in Dtld. auf das dänische Scuhlsystem shcielt und es "haben" möchte (wobei ich von vielen Nachteielen nun auch berichten könnte, lächel), aber wie entgegengesetzt selbst Eltern dem schon handeln, dann dürfen sie sich über das dt. System fast nicht wundern, denn sie stützen es mit ihren Ambitionen ja geradezu.

Das ist aber jetzt wirklich eine weitläufige Beobachtung.

Ich möchte Dir in einem jedoch entschieden widersprechen:

Zitat:
"Im letzten Posting meinte @platschi, dass Leute es unhöflich finden, wenn man vor ihnen einen andere Sprache mit seinem eigenen Kind redet. Das war hier zwar nciht das Thema, aber dazu: Lass Dich nicht aus der Bahn bringen, nur so lernt Dein Kind tatsächlich die Sprache, wenn Du ausschliesslich die andere Sprache sprichst, es Dir ausschliesslich so antworten soll, dann hast du schon alles für eine Zweisprachigkeit getan. "

ich kenne viele, die prinzipiell nur ihre Muttersprache = Nicht-Umgebungssprache mit dem Kind reden, egal wer dabei ist.
Das ist auch oaky, wenn man selber meint, es so tun zu müssen.

Ich widerspreche Dir aber energisch, wenn Du behauptest, nur so gehe es, ein Kind ließend und gut zweisprachig aufzuziehen,.
Denn meine Töchter sind - wie etliche andere auch - der lebende Gegenbeweis dafür!

Sie sprechen beide Sprachen auf gutem bis hohem Niveau, ohne daß ich vor anderen Dänen, die bei uns Gast sind oder die wir zuhause besuchen etc., Deutsch rede.
Das empfinde ich als unhöflich, vermittele das auch so und erreiche dennoch, daß meine Töchter nicht i mTraum daran denken, mich ansonsten dänisch anzureden, im Gegenteil meine meine Große öfter, das sei wirklich komisch.


Nur mal so zu Deinem an sich so toleranten Beitrag.
Hier stellst Du schon Regeln auf, die nachweislich nicht gelten.

Zur Übeprrüfung meiner Behauptung seid Ihr herzlich eingeladen, lächel.

Gruß Ursel, D - die eigentlich nicht wieder ein Posting schreiben wollte, das man - wie ich gestern erst lernte, ffc (fishing-for-compliments-Postings) nennt.
Lächel.

Ach ja, heute unter der Dusche fiel mir dieses "Let it be" noch einmal ein, und ich mußte lächeln.
Ich war zwar mal fließend, aber sicher nie fehlerfrei englischsprechend, inzwischen ist mein Dänisch allerdings 1. Fremdsprache und Englisch erst an 2. Stelle,dennoch wäre ich nie auf die Idee gekommen, daß "Let it be" "laß das sein" bedeutet.
Sinnverfälschende Fehler machen Muttersprachler wohl doch eher selten - man hat eben ein Gefühl für eine Sprache oder nicht, und hier sagt allein mein Gefühl, daß "let it be" eben nicht dese Bedeutung haben kann.
(Ältere Semester erinnern sich vielleicht auch noch an den Beatles-Song..)
"to let" ist eben was anderes anderes ...

Und vielleicht ist es genau das, was alle Kritiker, mich eingeschlossen, auch gefühlt haben.
Den Nicht-Muttersprachlern geht eben manchal (ich behaupte gar nicht immer) doch das Sprachgefühl ab --- in diesem Fall möchte ich es mal kühn behaupten.Und das zu vermitteln ist weitaus wichtiger als Vokabeln, Aussparche und Grammatik , die jedes Kind auch noch später lernen kann.

Gruß Ursel, DK

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@DK-Ursel

Antwort von yaiza am 17.10.2008, 11:41 Uhr

Okay, ohne hier grossartig ffc betreiben zu wollen, aber du magst wohl Recht haben, dass ich mich zu ausschliesslich ausgedrückt habe. (ich persönlich empfinde es allerdings als sinnvoll, wenn ich mit meinem Kind rede, wie immer zu reden, eben die Nicht-Umgebungssprache. Ich rede ja mit MEINEM Kind, wenn andere Kinder dabei sind und sie sollen auch verstehen, worum es geht, (oder eben, wenn sie bei uns zu Haus sind) dann rede ich beide Sprachen. Ich handhabe es nun mal so, finde es sonst auch zuviel durcheinander.
Aber ich glaube dir, dass Deine Kinder das auch so können :-)
Ich kenne hier viele, die einfach durch die fast dauerhafte Anwesenheit von Einheimischen, eben auch fast immer in der Umgebungssprache sprechen und dem Kind nachher die Sprache zu Haus nicht ausreicht, um die Nicht-Umgebungssprache zu lernen.
Deine Kinder kennenlernen? Ohja, das würd mich tatsächlich interessieren :-) (Glückwunsch für Louises Auswahl für den Verfasserkurs. Da ist sie dann wohl tatsächlich schon ziemlich talentiert. (Danke noch für Dein langes Posting am WE)
So, ich leg mal wieder mein Bein hoch, bis bald und nichts für Ungut :-)
lg britt

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Re: @DK-Ursel

Antwort von DK-Ursel am 17.10.2008, 11:58 Uhr

Hej Britt!

Du empfindest es so sinnvoll -andere anders - und beides KANN gelingen!
Ich empfinde es genauso sinnvoll, meinem Kind beizubringen, daß man zwischenden Sprachen wechseln muß - den ndas müssen wir Ausländer ja die ganze Zeit.
Und mein Kind weiß doch haargenau, daß Mutter auch Dänisch berherrscht, es hört mich ja dauernd mit den Dänen drumherum Dänisch reden.

Wir haben übrigens sehr viel Kinderbesuch hier, weil ich weit und breit so ziemlich die einzige nicht-berufstätige Mutter war un bin, d.h. viele landen lieber hier als in einem leeren Haus bei sich.
Da kann dann ein ganzer Tag auchviel Dänisch für meine Töchter bringen, obwohl ich zuhause war und bin und sie selbst betreue.

Den einzigen Unterschied, den ich mache, habe ich ja schon mehrmals erklärt:
Ich spreche in der Warteschlange, im Buch, im Geschäft beim Aussuchen solange Deutsch, wie niemand zuhört, den es auch angeht.
Nicht, um eine Geheimsprache zu praktizieren,. sondern weil es dann eben ein Gespräch unter uns ist, sebst wenn Dänen drumherum sind.
Sowie eine Verkäuferin aber uns anspricht, uns hiflt etc., geht es auf Dänisch weiter.

Wie gesagt, Erziehungsgründe gibt es für beide Richtungen.
Da ich noch genau weiß, wie besch... ich mich hier gefühlt habe, als ich noch kein Dänisch verstand und um mich herum alle nur so redeten, habe ich mich zu dieser Lösung entschlossen.
Wir sind gut damit gefahren.

Ein schönes Wochenende allen - Ursel, DK, die sich jetzt ins Auto schwingt, um kleine Tochter und ihre dänische Freundin vom Schwimmbad zur Freundin zu kutschieren

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an Chiara

Antwort von scotgirl am 17.10.2008, 14:46 Uhr

Hallo,

Lass dich nicht allzu sehr verwirren und verunsichern, dies ist eigentlich ein nettes Forum - die meisten hier haben halt andere Erfahrungen gemacht. Oh, je hoffentlich verallgemeinere ich nicht - aber unsere Kinder sind halt mehr oder weniger zweisprachig, weil sie MUESSEN und es ist nicht immer einfach am Anfang.

Um es dir zu verdeutlichen, will ich mal meine anfangserfahrungen erzaehlen:
Als wir hierher gezogen sind, war unsere Kleine schon 2 Jahre alt und wir haben angefangen, mit ihr englisch zu reden, weil wir es zu krass fanden, wenn sie im Kindergarten ohne Eltern ist und niemanden versteht. Im nachhinein war das ein Fehler: Unsere Tochter reagierte mit regelrechten Wut- und Heulattacken, wenn sie uns nicht mehr verstand - weil sie halt sehr verunsichert war. Im KiGa hingegen hat sie die Sprache in null komma nix gelernt (hatten auch Glueck mit der Erzieherin) und spricht jetzt besser englisch als deutsch.

Jetzt hoere ich dich sagen: "aber meine Tochter ist juenger" - da hast du recht, das ist ein Vorteil

Und: "ich rede ja auch beide Sprachen mit ihr" - mischen, da sind sich Laien und Experten einig, soll man die Sprachen nicht.

Ich finde, es kommt auf die Motivation an. Unsere Motivation ist: unser Kind muss in ihrer Umgebung klarkommen und soll sich auch in ihrer eigenen Kultur zurechtfinden, das ist sozusagen ueberlebenswichtig.

Deine Motivation scheint zu sein, deinem Kind einen guten Start zu ermoeglichen . Das ist loeblich und schliesslich wollen wir das alle, aber du musst dich ehrlich fragen, ob du das auch wirklich tust. DK-Ursel hat recht : britische, deutsche (und vermutlich auch alle anderen Kinder) machen haarstraeubende Fehler - siehe mein Glaswegian posting :)). - aber meistens sind sie nicht sinnverfaelschend, d.h. es kommt nicht zu Missverstaendnissen - und sich unmissverstaendlich auszudruecken ist doch der Sinn jeder Sprache.

Wenn du deinem Kind Fehler wie "let it be" beibringst (sorry, darauf rumzureiten), erreichst du dieses Ziel nicht mehr, abgesehen davon, dass jeder Englischlehrer dir solche Sachen gern unter die Nase reiben wird - und sei es nur, um zu zeigen dass er besser ist, als du - hab beim Staatsexamen jede Menge solche Typen kennengelernt.

Die meisten im Forum hier sind bescheidener geworden - Fehler machen wir alle, egal wie gut unsere Qualifikationen sind und wie lange wir im jeweiligen Land leben (schon wieder so eine Verallgemeinerung - steinigt mich bitte nicht). Fuer mich ist das ein Grund, mit meiner Tochter deutsch zu reden - das kann ich wenigstens.

Liebe Chiara, denk darueber nach und mach was du fuer richtig haelst.

LG

PS: Wir sprechen uebrigens gelegentlich englisch mit unserer Tochter, aber aus Bequemlichkeit, weil uns das Umschalten schwer faellt oder aus Hoeflichkeit unseren Freunden und bekannten gegenueber. Gut ist das nicht :))).

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Re: führe das Thema von unten mal hier weiter...

Antwort von platschi am 17.10.2008, 15:32 Uhr

Hm, also zu dem Thema könnten wir alle zusammen wahrscheinlich auch bald ein Buch rausbringen ;-)
Machen wir uns nichts vor, es gibt verschiedene Wege, Kinder zweisprachig zu erziehen und mit Sicherheit ist keiner davon völlig falsch. OPOL wird gerne propagiert, aber es geht auch anders - ich fand es zum Beispiel auch sehr spannend, dass Elke Montanari davon ausgeht, dass die meisten bilingualen bzw. mehrsprachigen Familien den Sprachmix praktizieren. Das wird ja doch gern als falsch dargestellt.
Na und ob man nun in der Öffentlichkeit bzw. generell in Gegenwart anderer die der Nichtumgebungssprache nicht mächtig sind die Fremdsprache spricht oder nicht, ist zum einen Ansichtssache und kommt zum anderen vielleicht auf die Sprache an. Ich habe ja nicht behauptet, dass es der einzig richtige Weg sei, aber ich halte es für uns für den besten. Bei englisch gehe ich auch einfach mal davon aus, dass die Mehrheit der Leute zumindest einen Teil dessen worüber ich mit meinem Sohn spreche versteht und sehe daher im Allgemeinen keine Notwendigkeit, auf Deutsch umzuschwenken. Dazu kommt, dass es mir auch wichtig ist, dass mein Sohn keine Hemmungen entwickelt, eine fremde Sprache zu sprechen. Wenn er jetzt schon sieht, dass Mama in Gegenwart anderer brav deutsch spricht, warum sollte er dann englisch sprechen? Ich hatte ja unten schon erwähnt, dass er auch so schon mit Antworten a la "Aber wir sind doch hier in germany" kommt, wenn ich ihn auffordere, mir in englisch zu antworten. Umgebungssprache prägt nun mal meist viel mehr als die Muttersprache (auch wenn es in unserem Fall eine künstliche Muttersprache ist). Da kann mir auch keiner erzählen, dass sei nicht so ;-) Ich habe jahrelang an einer deutsch-englischen Europaschule gearbeitet und erlebt, wie Kinder innerhalb kürzester Zeit deutsch gelernt haben und dann auch prompt auf ihre englischsprachigen Eltern auf deutsch eingeredet haben. Na und außerdem sehe ich es ja an meinem Sohn. Je älter er wird, desto mehr spricht er deutsch - trotz bilingualem Kindergarten, trotz englischen Filmen, Liedern, Urlaub in GB etc.

Tja und um nochmal auf das Frühenglisch im Kindergarten etc. zurückzukommen. Es ist sicher nicht absolut falsch, nur glaube ich dass die meisten Eltern völlig falsche Erwartungen haben. Klar lernen Kinder sehr schnell und es braucht vielleicht auch nicht unbedingt den absolut perfekten Lehrer - schließlich lernen sie in erster Linie Wörter und einfache Wendungen. Aber sie vergessen eben auch schnell wieder und damit ist der angebliche Vorteil, den Eltern ihren Kindern damit verschaffen wollen doch arg an den Haaren herbei gezogen. Ich habe mal zwei Dreijährige privat in Englisch unterrichtet - einmal in der Woche eine Stunde. Schon in dem Zeitraum zwischen zwei Stunden hatten sie das Meiste wieder vergessen. Geschweige denn, wenn mal aus irgendeinem Grund zwei Wochen vergangen waren. Okay, die Eltern wollten es gern und haben es sich was kosten lassen - aber dass die beiden viel davon gehabt hätten bezweifle ich. Die hätten in der Zeit viel lieber mit den anderen gespielt ;-)

LG platschi

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IHR MACHT MIR EIN SCHLECHTES GEWISSEN...

Antwort von Becky75 am 17.10.2008, 17:59 Uhr

Hi alle!

Ich habe immer mal reingeguckt in die ganze Diskussion und muss sagen dass ich so langsam ein schlechtes Gewissen bekomme bezgl. meiner Sprachkenntnisse

Immer wieder musste ich lesen wie wichtig die Sprachmelodie ist und auch die emotionale Sprache beherrschen zu können....usw.
Das ist grundsätzlich schon richtig und ich teile auch die Ansicht dass heute nicht jedes Kleinkind zwangsläufig eine Fremdsprache lernen muss um up-to-date zu sein (nur MEINE Meinung).

Aber Zweisprachigkeit kann verschiedene Nuancen bekommen gerade wenn die 2. oder 3. Generation diese Zweisprachigkeit weiterführt.

Obwohl ich Spanierin bin und fließend Spanisch spreche würde ich behaupten dass ich selbst die Sprachmelodie auch nicht beherrsche und ich erwische mich immer wieder in Situationen in denen es mir die Sprache verschlägt weil ich nicht wirklich ausdrücken kann was ich fühle (gerade wenn ich tiiiiiiiiiieeeeerisch sauer bin).

Das kommt ganz einfach daher dass ich niemals in Spanien gelebt habe und auch meine Eltern schon als Kinder nach Deutschland gekommen sind, weshalb auch ein großer Teil der Entwicklung der spanischen Sprache an ihnen vorbei gegangen ist.

Dennoch darf ich hier stolz erzählen dass der Spanischlehrer unseres Großen (muttersprachl. Unterricht) seine Sprachkenntnisse immer groß lobt (Eigenlob stinkt im Internet Gott-sei-Dank nicht *ggg*) und mich macht es deshalb so stolz weil dort viele Kinder zugezogener Spanier (die also jahrelang in Spanien gelebt haben) sind die weitaus schlechter Spanisch sprechen als unsere Kinder, einfach weil diese Eltern der Zweisprachigkeit nicht so viel Bedeutung beimessen und mit ihnen Deutsch sprechen.

Unser Großer ist jetzt 9 und ich muss mir große Mühe geben auch meine Sprache weiter zu entwickeln damit er weiterhin entsprechend gutes Input bekommt.
Aber egal wieviel ich gebe....meine Kinder würden niemals als "in Spanien lebende Spanier" durchgehen...das ist nun mal so...

Mir lag es am Herzen dass mal aufzuschreiben, denn beim Durchlesen der Posting sah ich dass viele Kritikpunkte (eben Sprachmelodie etc. ) auf uns zutreffen und ich dennoch glaube dass unsere Zweisprachigkeit nicht schlechter ist.


Das war mein Senf *ggg*

rebeca (spanisch) mit mann (deutsch) und 3 Kids (9 und 5 und 1 Jahr) in deutschland

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Eigentlich will ich doch gar nicht ...

Antwort von DK-Ursel am 17.10.2008, 18:29 Uhr

hej nchmal!

Was mich an dieser Diskusison stört, ist jetzt,daß dauernd von richtig und falsch geredet wird.
In die Umgebungssprache wechseln ist falsch?
Wo steht das?

meine Familie hat u.a. mal an einer Untersuchung teilgenommen, die für kommenden bilinguale Eltern (njd die hiesigen Betreuer der babyfamilien) Tips geben sollte.
Was rätst du solchen Eltern, wurde ich gefragt.
und merkte, wie sich meine Ratschläge im Laufe der praxis (und Kenntnis anderer Familien = Beschäftigung mit dem Thema) verändert haben.
Konsequenz?
Nur die eine Sprache
Nie die andere Sprache?
Nur OPOL?
Familiensprache = Nichtumgebungssprache?

Alles keine Ratschlläge in Richtung: Wenn du es nicht machst, machste was falsch.

Ratschläge sind eigentlich viel allgemeiner:
1. Glaub selber dran - nur dann kannst du auch dein Kind überzeugen
.
2. Sprecht in Eurer Familie so, wie Ihr es mit Eurer Situation vereinbaren könnt.
Sonst zwingt Ihr Euch - und dann schafft Ihr schon mal schlechter Punkt 1 - und seid auch viel weniger konsequent,

3. Misch die Sprachen nicht in einem Satz/Zusammenhang..
Nur dann lernt dein Kind, daß es für verschiedene Situationen, evtl. auch Menschen, verschiedene Sprachen gibt und trennt die Sprachen.

4. Laß das Kind so viel wie möglich die Nicht-Umgebungssprache hören, lernen, leben.
Nur was man ständig übt, lernt man auch gut und natürlich.


Es ist nicht falsch, IMMER nur die Nichtumgebungssprache zu sprechen.
EBENSO WENIG ist es falsch, je nach Situation zu wechseln.

Kinder können das sehr gut verstehen -- und glaubt mir, meine Kinder sind auch motiviert genug, außerhalb unserer Wände Deutsch mit mir zusprechen (in den Situationen, die ich weiter oben ja anmerkte) --- der Muttersprachenunterricht,der für viele auch deshalb eine wichtige Erfahrung ist, war deshalb auch für uns keine Hifle diesbezüglich.

Wer es anders braucht - gut.
Aber erzählt den Leuten nicht, es gehe nur auf 1 Weg und nur,wenn man NUR die Nichtumgebungssprache spricht.
Für viele Menschen ist auch das nicht machbar, wünschenswert und sonstwas.

Hoffentlich schalte ich mich hier jetzt wirklich aus, lächel - Ursel, DK - mit guten Wünschen für ein schönes Wochenende - hier ist es wirklich kalt, aber wunderschön gewesen.

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Ursel, du sprichst mir aus der Seele ;-)

Antwort von platschi am 17.10.2008, 20:19 Uhr

Es führen nunmal viele Wege nach Rom - warum sollte das bei der Zweisprachigkeit anders sein.

Ich glaube, das eigentliche Problem bei der Sache ist, dass Eltern die ihre Kinder bilingual erziehen, gerne eingeredet wird, dass:
- das garnicht gut für die Sprachentwicklung sei,
- Kinder gefälligst erst einmal (hier in D zumindest) anständiges deutsch lernen sollen,
- die armen (Klein-) Kinder ja überfordert seien, usw.
Da fallen euch bestimmt auch noch ein paar Dinge ein ;-) Logischerweise verunsichert das viele und demnach klammert man sich dann gern an solche Aussagen wie man solle nicht mixen, OPOL (oder was man eben persönlich favorisiert) sei die einzig wahre Methode, Nicht-Muttersprachler sollen es lieber sein lassen etc.
Letzten Endes denke ich, jeder hat seine Gründe für eine zweisprachige Erziehung. Sei es den Kindern in einem anderen Land die eigene Muttersprache nahezubringen (ob diese nun aktuell in erster Generation oder erst in zweiter der dritter erfolgt ist dabei doch egal) oder weil man einfach eine Sprache liebt und es sich nicht nur selbst zutraut sondern auch wirklich in der Lage dazu ist. Solange wir zu diesen Gründen stehen, sollten wir uns von niemandem an den Karren fahren lassen! Egal welchen Weg wir gehen.

Liebe Becky, ich glaube nicht, dass dir irgendjemand ein schlechtes Gewissen machen wollte. Sprache ändert sich nunmal auch. Und wenn man nicht im Land lebt, dann bekommt man diese Änderungen nicht immer mit. Und ganz bestimmt gehen einem durch das ständige Sprechen der Umgebungssprache nach einiger Zeit vielleicht auch ein wenig Sprachmelodie der zweiten Sprache verloren. Na und - deshalb sprechen wir die jeweilige Sprache doch nicht unbedingt schlechter.

LG platschi

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Re: Dk-Ursel

Antwort von saulute am 18.10.2008, 1:00 Uhr

Wieso empfindest du es als unhöfich, wenn die Mutter mit ihrem Kind im Beisein anderssprachiger in deren Muttersprache redet und es eventuell anschlißend übersetzt? Sowas finde ich überhaupt nicht unhöflich, sondern mein angeborenes Recht, mit meinem Kind meine Sprache immer und überall zu reden. Menschen, die sowas für unhöflich finden, finde ich untolerant. Erstens, es könnte Mütter geben, die die Umgebungssprache nicht so gut beherrschen, müssen sie die Sprache dennoch verwenden, damit der Nachbar verstehen kann, dass ich meiner Tochter gerade gesagt habe, sie soll ihre Nase putzen? Und zweitens, es gibt ja auch noch Mütter, wie z. B. mich, die die Fremdsprache nie in ihre Lippen nehmen könnten, wenn sie mit ihrem Kind sprechen, weil es für sie fremd, unnatürlich und einen psychischen Diskomfort darstellen, nur um höflich zu bleiben??? Das kann nicht dein Ernst sein. Ich habe mir grundsätzlich zu einer Regel gemacht, mit meinem Kind nur Litauisch zu reden, auch im Beisein von Leute, die diese Sprache nicht verstehen, und sobald ich merke, jemand fühlt sich nicht wohl oder schaut neugierig, übersetze ich alles. Aber ich werde nie mit meiner Tochter Deutsch reden, weil es mich vergewaltigen würde.

Und vielleicht hast du ein wenig Glück mit deinem Sprachkonzept, da Dänisch und Deutsch doch relativ aus derselben germanischen Sprachgruppe stammen, im Vergleich zu einer baltischen und einer germanischen Sprachgruppe, das sollte man auch nicht ausser Acht lassen.

Denn ukrainische Kinder z. B., die noch nie Russisch gehört haben, beherrschen und verinnerlichen die Sprache eindeutig einfacher und auch als Muttersprache, wenn sie erst zur Schule gehen, und der Umfeld bleibt ukrainisch, als z. B. litauische Kinder, deren Nachbar Russen sind und im Umfeld auch viel Russisch gesprochen wird, weil die sprachen Welten trennen.

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Re: Es gibt dazu eine interessante Tatsache.

Antwort von saulute am 18.10.2008, 1:35 Uhr

Nach dem ersten Weltkrieg sind viele Litauer in die USA ausgewandert. Die Eltern fanden nur mühsam einen Job, weil sie keine Sprache konnten, und haben die nie anständig gelernt oder nur auf die alten Tage, deren Kinder sprachen aber im Erwachsenenalter kein Litauisch mehr, weil die Eltern von morgens bis abends gearbeitet haben, und die Kinder sozusagen sich selbst überlassen worden waren. Jedoch die enkelkinder, die zu den eltern zur Betreuung gegeben worden sind, sprachen ganz gutes Litauisch. Diese Enkelkinder kommen jetzt scharenweise nach Litauen, sprechen Litauisch, studieren dort und viele bleiben auch dort, ihre Eltern können jedoch kein Wort Litauisch. Bizzar, nicht wahr? Soviel zu dem elterlichen Beitrag zur Muttersprache.

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Re: Es gibt dazu eine interessante Tatsache.

Antwort von DK-Ursel am 18.10.2008, 9:28 Uhr

Hej !

Und was sagt das aus?
Daß man eine Sprache auch hören (leben) üben muß, um sie zu erlernen, sie zu beherrschen.
Was anderes haben wir ja nirgends gesagt.

Weshalb es auch schwieriger ist (aber eben absolut nicht unmöglich), Kinder zweisprachig zu erziehen, wenn der Nicht-Umgebungs-Sprachler der Vater ist.
Egalwie gleichberechtigt: Die Mutter hat anscheinend doch mehr mit dem Kind und Sprachezu tun und der Vater muß sich anstrengen, diese "Mutterrolle" zu übernehmen.

Oder wennd ie Familien = Umgebungssprache ist - dann ist automatisch auch weniger Nichtumgebungssprache in der Familie zu hören, also erschwerte (aber eben nicht unmöglich machende) Bedingungen.


Trotzdem eine interessante Geschichte. Danke dafür.

Einen schönen Samstag - Urse, DK - leider wieder mit Regen

Gruß Ursel, DK

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Re: Dk-Ursel

Antwort von DK-Ursel am 18.10.2008, 9:34 Uhr

Hej Saulute!

Was ich (oder andere) als unhöflich empfinden, lasse ich mir incht vorschreiben.

ich habe weiter unten ausgeführt, daß es sicher für viele richtig und wichtig ist, es so zu machen wie Du - auf der dänischen Mehrsprachenliste sind sehr viele dänische Eltern im Ausland, die es genauso tun.
ICH NICHT.
Und auch das ist richtig und wichtig und - um es gleich zu wiederholen - von Erfolg gekrönt.

Denn: Mich ärgert das Gegenargument, daß mehrsprachige Erziehung NUR mit Deinem Konzept gelingt: Mutter DARF gar nicht in der anderen Spache reden etc.
Quatsch!
mehr sage ich dazu eben nicht mehr.
Und möchte bitte-danke auch respektiert haben, daß ich das Höflichkeitsgebot bei uns (!) über die Sprache gestellt habe, sofern dies möglich war.

(Übrigens rufe ich meinen Kindern auch mal shcnell auf Deutsch zu: Mach die Jacke zu, brngt mal bitte, putz dir die Nase etc. - selbst wenn Dänen dabei sind.)

Sicher sind Deutsch und Dänisch verwandte Sprachen - wie Schwedisch und Dänisch jedoch zeigen, kann genau dies in manchen Fällen auch erschwerend wirken.
ich denke, beim Erlernen der Sprachen auf MUTTERSPRACHLICHE Art macht es nicht soviel aus, wie verwandt die Sprachen sind --- wobei die dänische Ausspürache alles andere als germanisch (deutsch) klingt, lächel.

Gruß Ursel, DK

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ich finde diese Diskussion total....

Antwort von Becky75 am 18.10.2008, 12:05 Uhr

....gut!

Das wollte ich auch mal sagen. Auch wenn hier kontroverse Meinungen aufeinandertreffen so finde ich dass diese Diskussion doch in einem höflichen Rahmen geblieben ist und zudem noch reich an Informationen wie jeder das so zuhause macht (und vor allem die Beweggründe).

Ich wollte das noch mal herausstellen weil es doch leider meistens so ist dass viele Diskussionen hier in den Foren in eine abartige Richtung rutschen und meist mit großem Geschrei und sehr bösen Worten ausgehen.

Das man auf andere Art diskutieren kann haben wir hier mal gezeigt: vielleicht auch ein Vorteil von Multi-Kulti ;-)

ein schönes Wochenende
rebeca

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Re: ich finde diese Diskussion total....-ich auch!

Antwort von DK-Ursel am 18.10.2008, 12:19 Uhr

Aber so war es bislang ja immer hier, nicht wahr Rebeca?

und das mag ich hier auch sehr - und Du hast wohl Recht: Sowas ist leichter bei multi-kulti, weil wir einfach schon er-lebt haben, daß es andere Lebensarten gibt, die für andere die richtige sein können.

Ich denke, genau deshalb habe ich nämlich auch meine Kriterien bei der angesprochenen Untersuchung meiner Kinder (wg. Mehrsprachigkeit) geändert - da fiel es mir eben erstmal richtig auf, daß ich durch den Umgang mit anderen Familien und ihren Lebensmustern, ihrem Umgang mit den diversen Sprachen und Kulturen, andere Ratschläge geben würde als noch Jahre zuvor, als ich noch keine Kinder, aber viele Pläne, oder eben erstmal "nur" Kleinkinder hatte, deren Sprache ja erst in en Anfängen war.

(Was nicht heißt, daß ich eine feste Meinung zu manchen Dingen auch bei der Mehrsprachigkeit habe, aber das ist ja auch okay, solange sie immer wieder überprüft wird - und dafür sorgen solche Diskussionen und Konfrontationen ja auch!)

Allen weiterhin einen schönen Samstag - Ursel, DK

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Re: ich finde diese Diskussion total....

Antwort von scotgirl am 18.10.2008, 21:32 Uhr

Also, ich auch...
fuehle mich in diesem Forum total wohl, wenn ich auch nicht immer Zeit habe, zu posten.

(Jetzt sind aber gerade Ferien )

Und persoenlich: wenn ich mich einseitig und undifferenziert aeussere, dann nur, weil sonst die postings zu lang wuerden - oder ich auch mal keine Ahnung habe.

Finde auch nicht, dass hier nur OPOL favorisiert wird. Wuerde bei uns auch gar nicht funktionieren, weil wir beide Deutsch sind und "nur" die Umgebungssprache englisch.

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Re: ich finde diese Diskussion total....

Antwort von Foreignmother am 20.10.2008, 22:18 Uhr

Ich auch, auch wenn ich derzeit wegen Zeitprobleme nicht so meinen Senf dazugeben kann.

Allen einen schoenen Abend und weiter so, mit welcher Methode auch immer! Wir machen i.ue. auch nicht OPOL, weil unsere Familiensprache deutsch ist. Bisher scheint es trotzdem zu klappen.

FM

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