Mehrsprachig aufwachsen

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Geschrieben von maja81 am 01.06.2006, 18:42 Uhr

englisch trotz deutschsprachiger Eltern?

Hi, mein Freund und ich werden in ein paar Wochen Eltern. Wir würden unseren Sohn gern zweisprachig erziehen. Das Problem ist allerding, dass wir beide mit Deutsch als Muttersprache aufgewachsen sind. Wir sprechen zwar beide ziemlich gut Englisch, aber reicht das als basis für eine zweite Sprache?
Wir hatten uns das folgendermaßen gedacht: Wir würden zu Hause miteinander englisch sprechen, dabei unsere eigenen Sprachkenntnisse perfektionieren und das Deutsch käme von selbst durch Großeltern und Kindergarten. Ich zweifle allerdings ob das auf die Art nicht mehr Schaden als Nutzen bringt, denn Fehler werden wir sicher machen und bei manchen Worten anfangs nachschlagen und überlegen zu müssen vermittelt ihm bestimmt eine gewisse Unsicherheit. Auch will ich nicht irgendwann geststellen, dass er Probleme mit der deutschen Sprache hat und dann womöglich zwar zwei Sprachen spricht, aber keine davon perfekt. Was für Alternativen gibt es meinem Kind mehr mitzugeben als das bißchen Kindergartenenlisch.

liebe Grüße, maja

 
24 Antworten:

Re: englisch trotz deutschsprachiger Eltern?

Antwort von trixi1310 am 01.06.2006, 19:19 Uhr

Einfach bei suchen eingeben.
Darueber wurde hier schon sehr oft geredet.
Ich selber finde die Idee nicht gut. Man sollte schon die Sprache als Muttersprache haben um einem Kind sie sauber beizubringen.
Eine Person= eine Sprache sagt man.
Lg trixi

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Re: englisch trotz deutschsprachiger Eltern?

Antwort von Malin78 am 01.06.2006, 19:52 Uhr

Ich schließe mich meiner Vorrednerin an, ich finde das auch nicht gut. Vor allem sehe ich auch nicht wirklich einen Sinn darin... Wenn es Dir wirklich so wichtig ist, dass Dein Kind früh englisch lernt (wobei englisch ja schon in der Grundschule spielerisch beigebracht wird...), würde ich nach einer englischprachigen Tagesmutter oder Kiga schauen. Eine Möglichkeit wäre auch, dass Du eine Anzeige in die Zeitung setzt, dass Du einen englischsprachigen Freund für Dein Kind suchst. Wobei ich immer noch nicht verstehe, warum Du das willst?!

LG Malin

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Re: englisch trotz deutschsprachiger Eltern?

Antwort von Silvia3 am 01.06.2006, 22:22 Uhr

Oh, da stichst Du aber in ein Wespennest. Zu diesem Thema hat es hier in den letzten Wochen einige heftige Diskussionen gegeben, geh' mal in die Suchfunktion.

Ich erziehe selber zweisprachig fremdsprachlich und kann bestätigen, daß es funktioniert. Aber es ist ein hartes Stück Arbeit.

Viel Glück
Silvia

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Re: niemals

Antwort von Benedikte am 02.06.2006, 1:47 Uhr

wuerde ich das tun.
Wir sind auch beide Deutsche und leben in Kanada, an der Sprachgrenze, also da, wo es wirklich zweisprachig ist.

Ich habe auch immer behauptet, dass ich gut englisch spreche, ich telefoniere englisch, fuehre meine Korrespondenz englisch, schliesse englische Vertraege- aber ich bin einfach weit entfernt davon, es muttersprachlich zu beherrschen. genauso ist es bei vielen Referendaren, die sich bei uns bewerben udn natuerlich alle englisch verhandlungssicher zu sprechen meinen.Grober Irrtum. Und wenn zwei es nicht richtig gut koennen, dann verbessert keiner seine Sprechfaehigkeiten, sondern jeder lernt nur die Fehler des anderen.Dazu kommt, dass die meisten deutschen einen deutlichen Akzent haben- ich hoere den immer noch bei Einwanderern aus den 60ger Jahren. Und wenn ich mich noch so konzentriere, ich schaffe bspw. nicht mehrere th hintereinander- with this theory about the things we said today-ich koennte mir auch Auslaender auf die Stirn schreiben. Von daher werdet Ihr Eurem Kind sicherlich kein richtig gutes englisch vermitteln koennen.

Ausserdem glaube ich, dass es sehr schwer durchzuhalten ist, unter Muttersprachlern kuenstlich eine Fremdsprache dauerhaft zu sprechen.

Wir leben jetzt seit einem guten Jahr in Kanada und die Kinder werden nur von native speakern, englisch und franzoesisch unterrichtet und haben vor allem englisch- Unterrichtsprache ihrer Schule- sehr gut gelernt- und sprechen nun kanadisches englisch, ohne deutschen akzent und schauen sich inzwischen recht goennerhaft an, wenn ihr alte Mutter sich mal wieder vertan hat.

Also meine Empfehlung waere eher nei.

Benedikte

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Re: niemals

Antwort von Dani26 am 02.06.2006, 3:45 Uhr

Euer Plan klingt sicherlich gut, aber ich würde auch davon abraten. Von mir kann ich dir erzählen, dass mein Mann und ich auch beide Deutsche sind, und wir leben seit etlichen Jahren schon in den USA. Wir haben drei Kinder, die alle hier geboren sind. Bei uns ist es so, dass wir zu hause ausschliesslich nur deutsch mit unseren Kindern reden. Seit sie aber in die Daycare gehen, ist ihre Sprache absolut ins englische umgeschlagen. Da können wir noch soviel deutsch reden, die Hauptsprache unserer Kinder ist englisch! Sie verstehen zwar die deutsche Sprache perfekt, aber mit dem Sprechen ist es nicht sehr gut. Die Zwillinge (Junge und Mädel) sind 6 Jahre alt. Unsere Tochter kann deutsche Sätze bilden, aber die Grammatik ist noch sehr falsch. Unser Sohn hat gar kein Interesse von sich aus deutsch zu reden, und die kleine 3 jährige spricht beides gemischt.
Was ich damit auch sagen will ist, dass wir uns überhaupt nicht angestrengt haben, dass unsere Kinder englisch reden. Alleine die Tatsache in einem anderen Land zu leben bringt das mit sich. Würde ich mir jetzt aber den umgekehrten Fall vorstellen, dass wir die ganze Zeit in Deutschland gelebt hätten, und ich absolut gewollt hätte, dass meine Kinder englisch lernen, dann hätte das sicher niemals geklappt. Das solltet ihr euch vor Augen halten, dass man sich so etwas leicht vorstellt. Aber selbst zu versuchen auch nur eine Tag reines Englisch zu reden als Deutscher, der in Deutschland lebt, das ist ziemlich schwer. Probiert es doch einfach mal aus. Also ich würde da eher von abraten. Soweit ich informiert bin, wird in Deutschland nun auch schon in der Grundschule bzw. Kiga mit Englischunterricht begonnen. Das ist doch super. Zu meiner Zeit fingen wir erst im 5. Schuljahr damit an.

Macht euch einfach nicht zuviel Gedanken. Kinder haben heutzutage alle Möglichkeiten um eine zweite Sprache richtig gut zu erlernen.

LG, Dani

LG, Dani

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Re: englisch trotz deutschsprachiger Eltern?

Antwort von ***Dine*** am 02.06.2006, 7:27 Uhr

Halli hallo!

Also ich sage auch NEIN.
Ehrlich gesagt bringt die Zweisprachigkeit auch ab und an mal unangenehme Probs mit sich. Mir wäre das viel zu blöd, wenn ja überhauptkein Bedarf besteht!
Bei Euch fände ich es auch total unnatürlich, da Ihr beide Deutsch seid!

Lieder, Fingerspiele etc auf Englisch hingegen bringen doch auch etwas.
Zudem gibts ein tolles Sprachprogramm von Helen Doron (www.hdee.de) Solche Gruppen halte ich für mega sinnvoll.

GLG;

Dine.

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Re: englisch trotz deutschsprachiger Eltern?

Antwort von DK-Ursel am 02.06.2006, 13:11 Uhr

Hej allesammen!
Ich bin auch ein Gegner solcher Pläne.
Was ich nun schreibe, sind aber nur meine Gründe, jeder muß das natürlich selbst entscheiden.
Wenn es jedoch um die frühe Förderung von Kindern geht, finde ich so ein Unternehmen viel zu "intellektuell! und gekünstelt.

Wieso sprechen unsere (meine) Kinder denn 2 Sprachen?
Weil wir in DK leben und ich Deutsche bin. Also zwangsläufig.
Anders als mit meiner MUTTERspache könnte ich ihnen meine deutsche Kultur gar nicht nahebringen - und mich selbst nicht als Mutter.
Das trifft auf die hier Fragenden doch kaum zu.
Obwohl ich hier lebe, hätte ich doch probleme damit, meinen Kindern die dänische Kultur und Menthalität zu erklären oder noch besser gesagt: nahezubringen.

Weiter unten in so einem Thread schrieb mal jemand, sie habe eben "you are my sunshine" gesungen und das komme genauso von Herzen wie ein dt. Lied. Bestimmt.
Ich habe meinen auch ABBAs "Like an angel passing through my room" zum Schlafen vorsungen - aber UNTER ANDEREM. Nicht zum Englischlernen, sondern weil ich das Lied mag.

Meine Kinderzeit, meine damit verbundene Erinnerungen an (m)eine Mutter, ich als authentische Mutter kamen mehr mit "Guten Abend und gute Nacht" - und anderen deutschen Kinderliedern, und die wurden hier auch hauptsächlich gesungen.

Allerdings identifiziere ich mich auch viel über meine Sprache.

Klar sind mehrere Sprachen von Geburt an toll, klar kann man sogar wissenschaftlich beweisen, daß es Gutes für´s Gehirn tut (im Hinblick auf Lernfähigkeit), in anderer Beziehung tun dies andere Dinge wie Bewegung (Motorik, Rhythmusgefühl mit Kinderreimen) und Musik!! (-lest Campbell: Der Mozarteffekt) auch.

Wer sein Kind fördern will, kann dies auf vielerlei Art tun.

In einer Untersuchung zur Mehrsprachigkeit, in dem meine Töchter mitwirkten, waren sie besonders gut in etlichen Studienabschnitten.
Wir untersuchten ein bißchen näher, wieso - die anderen Kinder waren ja auch zweisprachig - es stellte sich heraus, daß es die Musik war, die ihnen besonderes Konzentrationsvermögen, Auffassungsgabe (sie lernen nach Gehör (Suzuki) etc. gab, nicht unbedingt die zwei 2 MUTTERsprachen.

Und letztendlich kommt es darauf doch viel mehr an: Daß die Fähigkeit zu lernen, Neugierde, Konzentraion und Auffassungsgabe weit gefächert geübt, trainiert werden, damit nachher, auch fachbezogen gelernt wird.

Noch ein Aspekt bei mir: Viele schreiben hier selbstbewußt, sie sprächen Englisch perfekt.
Nun, ich lebe jetzt 15 Jahre in DK, habe bereits vorher Dänisch gelernt, empfände es aber als vermessen zu sagen, ich sei perfekt im Dänischen.
Und ich spreche fließend.

Und zuletzt: Wir persönlich sehen großen Problemen mit dem kommenden Deutschunterricht unserer Tochter entgegen, die sich mit Gewißheit langweilen wird.
Und was das bedeutet, sollte man nicht unterschätzen - wir leben schon sehr lange mit dem Problem in anderen Fächern.

Wieso wollen Eltern partout ihren Kindern schon beibringen, was wenige Jahre später bereits in der Schule vermittelt wird?
Was werden Eure Kinder im Englischunterricht machen außer evtl. bessere Noten schreiben?

Im übrigen kenne ich hier eine Familie, bei der das anfangs entgegen meiner Zweifel zugebenermaßen sehr gut klappte.
Zumindest die Älteste sprach sehr gut Deutsch - bis sie zur Schule kam, der Kontakt zu uns auch weniger wurde etc.
Heute ist sie 10 und ganz sicher nicht zweisprachig.
Das Projekt - und nichts anderes war es eben - hat sich erledigt.

Tja, es muß natürlich jeder selber wissen - aber mir kommt dies alles als eine Reaktion auf die PISA-Studie in die falsche Richtung vor...sorry.
Statt breiter Förderung und geänderte Unterrichtsformen gekünstelte Lebensform und Lernen in eine Richtung.

Gruß Ursel, DK

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Re: englisch trotz deutschsprachiger Eltern?

Antwort von Eileen am 02.06.2006, 20:36 Uhr

Hoi !
Ich wundere mich, daß ich so viele negative Antworten auf Deine Frage gelesen habe. Vor einiger Zeit habe ich es nämlich auch gewagt mal zu schreiben, daß ich es lächerlich finde wenn 2 Deutsche Elternteile entscheiden ihr Kind auf "englisch" zu erziehen. Die Muttersprache ist die Sprache des Herzens, und keine Fremdsprache kann das gleiche Gefühl vermitteln wie die Muttersprache. Zum ersten mal lese ich hier auch deutlich, daß viele Leute meinen sie würden "perfekt" Englisch oder so... sprechen....im Endeffekt ist es aber weit davon entfernt. Ich erlaube mir dies so zu schreiben, weil ich selber im Ausland aufgewachsen bin und meine Mutter aus D kommt mein Vater Flame ist. Ich bin 1-sprachig (nur Deutsch) erzogen worden und konnte als ich im Kiga kam NUR Deutsch. Im Kiga habe ich NL gelernt, und mein Vater hat dann auch angefangen NL mit mir zu sprechen. Wie bei der Dame in USA, habe ich recht schnell nur noch NL gesprochen, auch mit meiner Mutter die weiter beharrlich D mit mir redete. Ich habe Aufnahmen von einem Gespräch zwischen mir und meinem D-Großvater als ich 8 Jahre war - mein Deutsch war so wie dies von Rudi Carrell ! :-)
Meine Mutter hat uns auch die typischen D Kinderlieder vorgesungen, und sie haben für mich noch immer einen besonderen Klang.....
In B habe ich ausser D dann auch noch 2 weiter Fremdsprachen gelernt, F und E. Sprachen wurden mein Beruf, ich war mündlich fast perfekt und mein Prof an der Uni erklärte dies mit meiner Musikalität.....
Jedenfalls habe ich dann angefangen in D zu arbeiten und habe in den 15 Jahren nicht viele Leute getroffen die "perfekt" E oder gar F gesprochen haben, ich kann sie an 1 Hand abzählen.
Ich verstehe auch nicht warum dies so modern geworden ist mit dem "zweisprachig erziehen" - ich sehe es auch als eine verzweifelte Reaktion der D Eltern auf die Pisa-Resultate. Schade, denn die D Kultur ist doch schön, und unsere Kinder sollen sich doch auch in D heimatlich fühlen.
Auch ich habe versucht meinem Sohn meine schöne NL Sprache beizubringen. Es ist mir zum Teil geglückt. Er ist jetzt 6 Jahre, wir sprechen nur noch D aber wir hören und singen NL Lieder (vor allem für "Sinterklaas") schauen die NL Sesamstraat und fahren oft nach B zu meiner Schwester mit Familie - da wird dann NL gesprochen. So lernt mein Sohn auch meine B Seite kennen und auch die Kultur die sich hinter seiner 2. Nationalität verbirgt.
Ein langer Text - sorry für die Tippfehler habe noch nicht so viel Übung mit unserem neuen Compi !
daag - Eileen

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Re: englisch trotz deutschsprachiger Eltern?

Antwort von platschi am 02.06.2006, 22:09 Uhr

Es kann durchaus funktionieren, aber ihr müsst euch dessen bewusst sein, dass es nicht ausreicht, die Sprache nur gut bzw. sehr gut zu beherrschen. letzlich müsst ihr in JEDER Situation in der Lage sein, in der für euch fremden Sprache zu reagieren. Und nicht nur dass, auch Gefühle wollen rübergebracht werden.
Ich praktiziere es mit meinem Sohn (18 Monate) und bisher läuft es prima.

LG platschi

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Re: englisch trotz deutschsprachiger Eltern?

Antwort von DK-Ursel am 02.06.2006, 22:49 Uhr

Hej allesammen!
Das Thema ist ja spannend genug, aber eben sehr kontrovers, lächel.
Merkwürdigerweise hier in DK auch überhaupt nicht aktuell, soweit ich das mitbekomme.
Vielleicht wieder ein Zeichen dafür, daß Lernen in DK etwas anderes heiß als Lernen in Dtld. - aber das ist ein anderes Thema.

Mir fiel beim nochmaligen Durchlesen des Threads auf, das Silvia wunderbar in nur 1 Satz sagt, worin der Unterschied besteht, den ich auch ansprach.
Ich zitiere:

"Ich erziehe selber zweisprachig fremdsprachlich und kann bestätigen, daß es funktioniert. "

Von mir sage ich nämlich niemals und egal wie gut oder schlecht das Ergebnis wäre, daß ich zweisprachig fremdsprachig erziehe.
Meine Kinder wachsen zweisprachig auf.

D.h. 1. ich erziehe sie nicht dazu - es ist eine Nowendigkeit, eine natürliche Lebensform für uns.
2. Beide Sprachen sind Muttersprachen - und von daher eben mit einem ganz anderen gefühlmäßigen und kulturellem Hintergrund behaftet . sowohl von mir als auch den Kindern gefühlt.

Welchen Sinn es hat, seinem Kind eine Fremdsprache beizubringen, wenn/obwohl es noch nicht einmal die eigene kann(also als Baby), das verstehe ich nicht.

Zum Thema Erfolg gab ich mein Beispiel - tut mir leid, bei einem 18monatigen Kind (Platschi) von Erfolg zu reden oder davon, daß es funktioniert, ist ja leicht übertrieben.
Das Vokabular selbst eines sprachbegabten Kindes übersteigt in diesem Alter sicher nie die Schulgrenze des Englischen, d.h. weder es noch Du stoßen wirklich an irgendeine Grenze.

Ich würde mal wirklich ernsthaft gern wissen, da mich das Thema Mehrsprachigkeit auch "außerhalb meiner Kinder" interessiert, wie ja auch unsere Beteiligung bei Studien zeigt, ob es hier Eltern gibt, die Englisch (oder eine andere Sprache) so wie gefragt praktizieren, wenn das Kind bereits im Schulalter oder noch älter (Pubertät) ist - und mit welchem Erfolg.
Aber ich vermute, wir werden uns eher schwer tun, sie zu finden - so alt ist die PISA-Studie eben noch nicht.

Interessierte Grüße - Ursel, DK

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jetzt kommt mal alle wieder runter...

Antwort von paulita am 03.06.2006, 12:40 Uhr

verstehe die ganze aufrefung hier nicht ganz. wieso unterstellen hier so viele den eltern post-pisa-hysterie, abkehr von der "schönen deutschen kultur" (eileen! was ist denn das für ein QUATSCH???) und dergleichen mehr?? die wollen doch lediglich dem kind etwas englisch mitgeben. punkt.
ich finde das weder besonders doll noch besonders schlimm. und wenn sich "fehler" einschleichen? was soll's?? sprechen denn alle muttersprachler perferkt?? mitnichten!! ich wette, die hälfte der deutsch-muttersprachler in diesem forum beherrschen das deutsche genitiv bzw. konjunktiv nicht annähernd korrekt. also, bitte, kriegt euch mal wieder ein. und zum thema "natürlichkeit"/"gefühl"...ich bin selbst dreisprachig aufgewachsen. und habe in jeder der drei sprachen viele gefühle. mal so, mal so. wer sagt denn, das man bei einer später erlernten sprache nicht auch sehr authentisch, spontan, sicher, souverän, liebevoll, intensiv alle schattierungen von emotionen ausdrücken kann??

also, maja, mein tipp: probiert es doch aus! holt euch viel unterstützung durch entsprechende gruppen und/oder kigas und/oder andere mehrsprachige familien. und dann schaut, wie es geht.

lg
paula

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Re: jetzt kommt mal alle wieder runter...

Antwort von galia am 03.06.2006, 13:10 Uhr

Hallo Paula,
zur Natürlichkeit, . meine Meinung ist es nach wie vor so (und ich erlebe es zur Zeit am eigenen Leib), dass sobald man selbst Mutter ist, in einem ganz stark die emotionalen Erinnerungen aus der eigenen Kindheit - also vor allem die eigene Mutter und wie sie sprach, sang etc.. in einem hochkommen.
Wenn die eigene Mutter auch mehrsprachig aufgewachsen ist und auf für sich ganz natürliche Weise ein paar Sprachen (getrennt) gemischt hat, dann ist das zumindest auch eine natürliche und spontane Art der Kommunikation.
Ich schließe mich Ursel sehr an, dass Musik überaus förderlich ist. Sie schult sehr das Gehör, (und vieles mehr..) und das ist das A und O bei Sprachen.

lg
galia

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liebe Paula ...

Antwort von eileen am 03.06.2006, 16:08 Uhr

wieso ist es Quatsch wenn man die deutsche Kultur schön findet ???
Warum sollen 2 Deutsche ihr Kind auf Englisch großziehen wenn sie alle in D wohnen ? Es ist sehr wohl schlecht wenn man als nicht-Muttersprachler einem Kind eine Sprache falsch beibringt, meine Güte .....
Gruß - eileen

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Re: liebe Paula ...

Antwort von DK-Ursel am 03.06.2006, 18:54 Uhr

Hej Paulita!
Ups, da haben wir wohl einen Nerv getroffen?
Von was sollen wir denn runterkommen?
Einer Palme?
Ich habe keinen gesehen, der hochgekletter wäre, außer Dir vielleicht.
Alle anderen Antworten sind doch sehr sachlich-friedlich.
Von einem hohen Roß?
Auch da sehe ich keinen sitzen.
Hier wurde nach Meinung gefragt, die wurde geäußert - schade, wenn sie nun nicht 100% der Deinigen entspricht - aber Meinungsfreiheit gibt es doch wohl noch in Dtld., oder ist mir da was entgangen?
Solange jemand eine - auch gegensätzliche - Meinung sachlich und ohne persönliche Angriffe äußert, ist das doch okay.
In einem Forum wird diskutiert. Wozu wäre es sonst da?

Ich denke, gerade die gegensätzlichen Denkanstöße , das Aufzeigen von Problemen oder Fußfallen, können doch Maja helfen herauszufinden, was sie letztendlich macht.
Ich finde das besser als wenn hier alle begeistert "jaja" schreien - und sie nachher denkt: Hätte mir doch mal jemand ...
Und wenn Du sowas nicht brauchst, dann überlies es halt.
Ich weiß ja nicht, wo Du wohnst (in Dtld.?), aber von außen aus (hier DK) betrachtet finde ich diese Englischkurse im KIGA, die englischen Musikgruppen, die deutschen Eltern, die plötzlich ihr Kind - wie gesagt, treffend formuliert von Silvia: in einer Fremdsprache mehrsprachig erziehen etc., die wie Pilze aus dem deutschen Boden schießen - und dies doch ziemlich zeitgleich mit einer politischen Hysterie um den Bildungsstand der Deutschen, gemessen an einer eher zweifelhaften Studie, doch gelinde gesagt eigenartig.
Und ziehe daraus meine Schlüsse.
Auch das sollte in einem demokratischen Forum erlaubt sein.

Und nachdem dies gesagt ist, noch ein abschließender Satz zum Unterfangen selbst.
Stimmt, nicht alle Eltern sprechen lupenreines Deutsch.
Je weiter man von Dtld. weg ist, umso mehr entfernt man sich natürlich sowieso schon von der Sprache, bekommt Neuheiten nicht mit.
(Das allein gilt dann aber umso mehr für die perfekten Englisch-Elern, lächel, die ja auch nicht im Lande wohnen.)
Ich habe daher auch nie darauf hingewiesen, daß Fehler ein Problem wären.
Wohl aber habe ich den Anspruch mancher von sich selbst: "ich bin perfekt im Englischen" versucht zu relativieren, denn mein Schulenglisch war auch ausgezeichnet, wurde durch viele Englischkontakte zunehmend besser und vor allem fließend - perfekt war es nie.
Zum Dänischen mit noch mehr Lern- und Übungsmöglichkeiten habe ich mich bereits geäußert.
Diese Selbstüberschätzung kann auch leicht dazu führen, daß man hochgestimmt das Projekt begint und dann mit zunehmendem Alter des Kindes merkt, der Aufgabe weiß Gott nicht gewachsen zu sein, weil perfekt denn doch etwas anderes ist.
So war das gemeint.
Bitte genau hinschauen.

Wollte ich mein Kind fördern, fände ich andere Möglichkeiten, wie gezeigt.
Dazu müßte ich mich sprachlich nicht verrenken. und wie gesagt, meinem Kind eine FREMDsprache beibringen.
Ich habe hier im Dänischunterricht mitgewirkt und kann schon sehen, woran es (einsprachigen) Kindern fehlt.
Ob das in Dtld. soviel anders ist??

Aber jeder wie er mag - hier wurde nach unserer Meinung gefragt und wir haben uns erlaubt, diese frei und offen zu äußern, damit sie im Kanon hilfreich zu einer Entscheidung beitragen kann.
ich hoffe, Maja kann das besser einschätzen als Du.

(Von den Problemen, mit denen manche "muttersprachlich mehrsprachig Erziehenden" - ich nenne es jetzt mal so - auf den einschlägigen Mailinglisten undsonstwo berichten, hat hier noch kaum jemand geschrieben, es würde wohl auch den Rahmen sprengen.)

Ich wünsche allen trotz des wohl überall miesen Wetters schöne Pfingsten und gute Laune! -- Ursel, DK

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@eileen...

Antwort von paulita am 03.06.2006, 18:54 Uhr

1) weil man, auch wenn man in anderen sprachen sprachen spricht, sich nicht von einer kultur abwendet. ist doch humbug! nur weil ich deutsch auf der arbeit spreche, wende ich mich nicht von der "argentinischen" kultur ab; nur weil ich spanisch daheim spreche, wende ich mich nicht von der "deutschen" ab.
2) kannst du mir "deutsche kultur" definieren??
3) ich kenne ne menge leute im ausland, die nie in D waren, aber weitaus mehr bildungsbürgerliche deutsche kultur intus haben als jede/r rtl2-gucker hierzulande. dafür MUSS man deutsch nicht können; es ist zwar nett + hilft, aber goethe, marx oder einstein kannst du auch wunderbar auf chinesich, niederländisch, spanisch oder serbokroatisch genießen.
4) weißt du überhaupt, wie gut/schlecht die beiden englisch sprechen, die ihr kind zweisprachig erziehen wollen?? was maßt du dir an, darüber zu urteilen?? womöglich ist ihr englisch besser als das deutsch vieler eltern, die nur deutsch können/sprechen.
5) was ist der maßstab für "können"? was ist schlecht daran, wenn man den kindern etwas beibringt, was man einigermaßen kann - auch wenn es nicht perfekt ist??

so viel fürs erste
groetjes
paula

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@ursel, dk

Antwort von paulita am 03.06.2006, 19:13 Uhr

ach was. wenn du deinen senf dazu gibst, tu ich das schlicht auch. wie wir alle hier. meinungsfreiheit? deutschland? hä?? 'n bisschen arg weit ausgeholt, würde ich meinen....
und du wirkst nun auch ziemlich angeiekst. weshalb eigentlich?

ein paar sachliche argumente: runterkommen sollten hier m.e. so einige, weil es bei einer schlichten sachlichen frage wie die von maja - wie so oft - für viele hier gleich um "pisa-schock", "leistungsehrgeiz", "natürlichkeit", "erziehung generell" usw. geht. das finde ich doch sehr übertrieben. das ist so wie in anderen foren - da fragt eine nach der möglichkeit, sofort nach dem mutterschutz arbeiten zu gehen und schon ist die zukunft deutschlands in gefahr ob der schlimmen karrierefrauen, die kids nur haben, um sie sofort loszuwerden....hier hat jemand nach den erfahrungen und chancen einer mehrsprachigen erziehung gefragt (aus welchen gründen auch immer) und schon wird ihr alles mögliche unterstellt. und solche unterstellungen finde ich schon recht anmaßend. hier weiß niemand, wie gut, schlecht, natürlich, 'fremd', souverän, locker, perfekt die beiden englisch sprechen. aber alle wissen genau, es KANN nicht gut gehen. weil sie deutsche sind und englisch wohl später als so genannte fremdsprache gelernt haben. und, ja, das finde ich schon ziemlich arrogant. warum ist es nun eigenartig, dass nach pisa bildungsbewusste oder -hungrige menschen ihren kids englisch angedeihen lassen wollen? na und? besser als vieles andere, was man kindern antun kann. oder?

klar ist es gut, wenn jemand auf die fallstricke und probleme hinweist. dagegen habe ich nichts gesagt. aber die bestehen wohl kaum darin, dass man sich womöglich nach pisa gedanken macht. und die probleme werden auch nicht durch ein paar cd's oder videos gelöst...

und nach wie vor meine ich: man kann es doch probieren! was ist denn daran so tragisch, wenn es dann doch nicht so klappt (weil man als eltern keinen nerv mehr hat z.B.)? oder wenn man manchen fehler mitgibt? ich persönlich finde das allemal positiver als an ideologischen idealvorstellungen von "reinem", "perfektem" sprachvermögen festzuhalten. kids sollen doch einfach spaß am sprechen, an der vielfalt der ausdrucksformen und an dem ungeheuren reichtum, den sprache ermöglicht, lernen. je mehr, umso besser. wenn sie hinreichend gefördert werden, z.b. in der schule, dann bügeln sich die fehler wieder aus und gut ist. und wenn nicht, sprechen die kids von eltern wie maja wahrscheinlich immer noch besser englisch als jeder deutsche zugchef, der sich im zuge der wm abmüht zu sagen "in a few minutes we will arrive at...". das kriegen die allerwenigsten hin...

in diesem sinne: schön den ball flach halten...:-)
lg
paula

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Re: @eileen...

Antwort von Eileen am 03.06.2006, 19:54 Uhr

Also, allererst maße ich mir hier überhaupt nix an - Dein Ton jedoch empfinde ich in dieser Diskussoin als zu forsch ich habe Dich doch nicht beleidigt.
Ich spreche aus Erfahrung. Ich wohne und arbeite schon seid 15 Jahren in D, bin selber im Ausland aufgewachsen (2-sprachig) da glaube ich schon einiges zu diesem Thema sagen zu können. Ich habe Fremdsprachen studiert an der Uni (auch Englisch) und war lange auch in England. Mein Englisch wäre somit sozusagen "perfekt", jedoch habe ich mir niemals getraut diesen Ausdruck zu benutzen da dies ja niemals stimmen kann wenn man kein Muttersprachler ist. Dein Kommentar, daß Muttersprachler ihre Sprache selber nicht perfekt beherrschen mag zwar zustimmen ist in dieser Diskussion aber irrelevant und passt nicht.
Ich habe mich oft gewundert als ich gehört habe, daß es Leute gibt die frewillig mit Ihrem Baby z.B. Englisch sprechen (bereits im Kreißsaal - für mich ist dies fast schon lächerlich) obwohl es nicht ihre Muttersprache ist. Das Ziel dabei ist, daß dieses Baby irgendwann mal in der Schule und im Job besser Englisch sprechen wird und bessere Karrierechancen hat. (Note - vielleicht ist ja in 10 Jahren Chinesisch ein MUST ?) Hmmm ! Ich habe selber mit meinem Sohn NL gesprochen als er ein Baby war - NL betrachte ich als meine Muttersprache (und nicht D obwohl dies tatsächlich meine 1. Muttersprache ist). Es war nicht immer einfach NL mit meinem Kind zu sprechen und mit allen anderen D. Ich stelle es mir noch viel schwieriger vor wenn man dann noch eine "Fremdsprache" mit seinem Kind spricht. (z.B.: Bis heute fluche und schimpfe ich auf NL - so etwas kann man doch nicht ausschalten) Ich möchte mit Dir nicht über D Kultur diskutieren so wie Du dies anscheinend möchtest. Ich meinte damit lediglich die Kultur die man einem Kind weitergibt über die Sprache : Lieder, Reim, Verse. Da ich selber im Ausland von einer D Mutter großgezogen wurde habe ich dies selber erfahren über Geschichten, Liedern, Gepflogenheiten, Karakterzügen usw.... Und, ja : auch und vor allem die Sprache ist ein wichtiger Teil einer Kultur. Die Diskussion D Leitkultur wollte ich überhaupt nicht lostreten und habe überhaupt nicht daran gedacht als ich dies in meinem 1. Posting erwähnte.
Klar weiß ich nicht wie gut oder wie schlecht das Englisch ist der Eltern, aber darum ging es mir primär gar nicht. Jedoch haben mir meine fast 20 Berufsjahre schon gezeigt, daß die meisten Leute Ihre Sprachenkenntnisse überschätzen wenn sie behaupten sie sprechen "perfekt".
Klar wendet man sich nicht von irgendeiner Kultur ab wenn man eine andere Sprache spricht. Aber wie willst Du Deinem Kind z.B. die Lieder/Geschichten etc... Deiner Kinder- und Jugendzeit beibringen wenn Du Dich dafür entscheidest eine andere Sprache mit Deinem Kind zu sprechen ?!?!?!
Interessant ist die Überlegung aus dem anderen Thread wie diese Kinder sich mal später verhalten werden und ob es tatsächlich was gebracht hat.
Leben und Leben lassen ist meine Devise. Wenn sie es machen wollen, bitte damit habe ich kein Problem. Ich dachte, ich könne hier offen meine Meinung dazu geben, ich glaube auch nur mit einer ehrlichen Antwort kann man dann auch etwas anfangen. Ich finde es nach wie vor keine gute Idee. Man sollte mit seinem Baby/Kind die Sprache des Herzens sprechen und nicht Sprache üben.
Übrigens, unterrichte ich Kindern im Kiga Englisch. Du glaubst gar nicht wie schnell und fix diese einsprachig großgezogenen Kindern die Englische Sprache lernen !
In diesem Sinne - friedliches WE
Gruß - Eileen

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Re: @eileen...

Antwort von DK-Ursel am 03.06.2006, 19:59 Uhr

Hej Paulita!
Du hast gesagt, Maja soll es probieren, wir haben gesagt, es kann problematisch sein oder wir sehen keinen Sinn darin oder ..
Damit hat Maja doch, was sie wollte, oder? Möglichst viele Antworten auf ihre Frage.
Und es schadet manchmal doch auch nichts, sich nach den eigenen Motiven zu fragen und zu schauen, welche Alternativen es geben könnte.
Maja MUSS sich ja nicht umentschließen!

Schau noch mal zurück - die erste, die hier etwas aggressiver wurde, bistDu.
Aber da ich mich an den Feiertagen - schon gar nicht im Internet - streiten will und Maja hat, was sie wollte, nämlich diverse Meinungen zu einem Thema, mache ich hier Schluß.
Zum Thema trägt diese Kontroverse nämlich nichts bei.

Übrigens: ich sehe einen deutlichen Unterschied in zwischen einem Forum mit Diskussionen, die sich halt entwickeln und auch mal ein bißchen vom konkreten Thema entferne und einer reinen Informationsbörse, die sturheil geradeaus schaut und nur Wissen abfragt.
Vielleicht mein Fehler.

Nichts für ungut - Ursel, DK jetzt zum Spieleabend wechseln.

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Re: englisch trotz deutschsprachiger Eltern?

Antwort von Lealing am 04.06.2006, 11:24 Uhr

Liebe Maja,

es gibt eine australische Studie, bei der unter anderem eine muttersprachlich englischsprechende Familie ihrem Sohn als zweite Muttersprache Deutsch beibringen wollten.

Ihr Konzept war:

1. Der Vater mit sehr guten aber nicht perfekten Deutschkenntnissen sprach am Tag ca 2-3h während des Spielens, bei gemeinsamen Aktivitäten Deutsch ... er las aus deutschen Kinderbüchern vor, sang deutsche Lieder etc.

2. Die Familie achtete darauf, dass das Kind mit einem deutsch-muttersprachlichen Personenkreis kontinuierlich Kontakt hatte (Freunde, Kiga, Feste etc.)

Die Studie ging über mehrere Jahre, der Sohn verstand und sprach Deutsch sehr gut, jedoch mit dem Eintritt in die Schule wurde Deutsch immer mehr eine "passive" Sprache, da Englisch dominant war.
(Sicherlich werden passive Kenntnisse schneller bei Bedarf reaktiviert. Leider begleitete die Studie die Kinder nicht bis ins Erwachsenenalter.)

Ich möchte aber betonen, dass die Mutter des Jungen mit ihm Englisch sprach, was für die emotional-soziale Entwicklung innerhalb der Familie sowie für die Integration im außerfamiliären Bereich entscheidend war.


Ebenso zeigen Studien das Kinder auch mit drei, vier Jahren (und auch älter) muttersprachliche Kompetenzen in einer zweite, dritten ... Sprache erlernen können, entscheidend ist dabei immer die Qualität des sprachlichen Inputs, d.h. Sprache AUCH von Muttersprachlern zu hören, mit ihnen zu kommunizieren, denn erst so erlangt das Kind ein Gefühl für die Nuancen, Ausdrucksmöglichkeiten und sozialen Besonderheiten der Sprache etc.


Weiterhin ist der Gebrauchszweck einer Sprache zu beachten, das Englische beispiesweise wird von vielen als eine Verkehrssprachen verstanden und verwendet (z.B. in den Wissenschaftssprache, IT-Bereich), d.h. bestimmte lexikalische Komoponenten und abstrakte Sachverhalte stehen im Vordergrund - ABER in dieser Verwendung ist die Sprache eine Vermittlerinstanz, bei der zwangsläufig auch stilitische, semnatische etc. Elemente für diesen Gebrauch reduziert werden ...
aber es bedarf doch noch eines sehr viel teifgreifenderes Wissens und Sprachgefühls, um die Emotionlität und Schönheit der englischen Literatur und Poesie zu verstehen.

Liebe Grüße,
Lealing

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Re: englisch trotz deutschsprachiger Eltern?

Antwort von DK-Ursel am 04.06.2006, 11:37 Uhr

Danke, Lealing, für diese Hintergrundinformationen.
Gibt es eine Quelle, bei der ich mehr zu der Studie lesen könnte?
Wie schon gesagt interessiert mich Mehrsprachigkeit / Sprache / Spracherwerb etc. auch abgelöst von meiner Familiensituation sehr.

Einen schönen Pfingstsonntag - Ursel, DK

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Re: englisch trotz deutschsprachiger Eltern?

Antwort von lealing am 04.06.2006, 12:16 Uhr

Liebe Ursel,

eine interessante Studie ist von:
Döpke, S. (1992): One parent - one language. An interactional approach ...

Hier eine knappe Zusammenfassung

Ziele der Studie war herauszufinden, welche Möglichkeiten gibt es für Eltern produktive Zweisprachigkeit zu vermitteln unabhängig vom außerelterlichen Sprachkontakt mit der Minderheitensprache?

Es wurden sechs middleclass Familien untersucht, die in Australien leben und bei denen die Minderheitensprache Deutsch ist und die der Methode „ein Elternteil – eine Sprache“ anwenden.

Herausgefunden werden sollte:
-Die Beziehung zwischen der konsequenten Sprachwahl der Eltern und er Bereitschaft des Kindes das Prinzip „ein Elternteil – eine Sprache“ beizubehalten, herzustellen.
-Welche Auswirkung hat das geringen oder starke Drängen der Eltern, dass das Kind in der Minderheiten sprachen reagieren und antworten, muss auf die Entwicklung einer produktiven Zweisprachigkeit?
-Untersuchungen zu der Frage, ob ein geringe Kontakt mit der Minderheitensprache durch die Qualität der Interaktion zwischen Eltern und Kind kompensiert werden kann.
-Es soll getestet werden, ob Mütter die zu Hause bleiben automatisch eine höhere Grad der Zweisprachigkeit erreichen können als arbeitende Väter.

Hypothesen waren:

1.In Einklang mit den Prinzipien des Erstspracherwerbs muss der Input der Minderheitensprache von ähnlicher förderlicher Art des Spracherwerbs sein.
2.Die aktive Aneignung der Minderheitensprache steht in einem Zusammenhang mit der Intensität des Gebrauchs von offenen und versteckten Unterrichtstechniken, die vom die Minderheitensprache sprechende Elternteil vollzogen werden.
3.Es ist wichtig, wenn in der zweiten Phase das Kind die Minderheitensprache ablehnt, deren Gebrauch weiterhin zu fördern.
4.Ein zuhausebleibende, die Minderheitensprache sprechende Mutter vermittelt nicht automatisch diese Sprache besser als ein arbeitender, die Minderheitensprache sprachvermittelnder Vater. Die Qualität der Interaktion überwiegt die Quantität der Interaktion.

Ansonsten gibt es viele Studien, die unter Bilingualtiät und Soziolinguistik publiziert wurden. Falls Du in Deiner näheren Umgebung eine Unibibo hast, müsste es dort eine große Auswahl geben, ansonsten gibt es auch eine Online-Zeitschrift (Linguistik online) zu diesen Thema, aber ich weiß nicht, inwiefern man darauf kostenlos zugreifen kann.

Liebe Grüße und viel Spaß beim Lesen,
schöne Pfingsten,
Lealing

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Re: englisch trotz deutschsprachiger Eltern?

Antwort von Silvia3 am 04.06.2006, 21:20 Uhr

Die Studie, auf die sich Lealing bezieht ist von George Saunders "Bilingual Children, Guidance for the Family". George Saunders ist ein australischer Linguist, der an der Uni Aachen promoviert hat. Er hat seine beiden Söhne in Australien fremdsprachlich zweisprachig D/E erzogen und die Entwicklung umfangreich dokumentiert. Meines Wissens ist es nur eine von drei wissenschaftlichen Studien weltweit, die es zu diesem Thema gibt. Das Buch ist leider vergriffen, aber vielleicht via Ebay o.ä noch erhältlich.

Silvia

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Re: englisch trotz deutschsprachiger Eltern?

Antwort von galia am 04.06.2006, 22:40 Uhr

Hallo Maja,
meine (recht kritische) Meinung zu diesem Thema habe ich bereits hinlänglich kundgetan und werde mich lieber nicht mehr wiederholen :-)
Als kleine Zusatzinfo möchte ich nur anführen, dass aus psychologischer Sicht die Sprache (generell der Mutter zum Kind) in den ersten eineinhalb Lebensjahren zu einem überwiegenden Teil der emotionalen Gleichgewichtsfindung dienen soll .. so meint man unter den Seelenforschern :-).

Dann denke ich mir immerwieder - wenn deutsche Eltern mit solchen Vorhaben meinen, selber so gut Englisch zu sprechen, OHNE selbst damit großgeworden zu sein.. dann haben doch ihre Kinder heutzutage eine sogar noch bessere Chance es mindestens genau so gut zu lernen ..oder nicht?

Und nochmal zum Thema etwas weiter oben - auch ich denke, dass durch künstliches fremdsprachliches Erziehen etwas anderes auf der Strecke bleibt, mal abgesehen, vom emotionalen Aspekt.

viele Grüße
galia

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Korrektur

Antwort von Silvia3 am 05.06.2006, 0:12 Uhr

Ups, da hab' ich mit dem Buchtitel daneben gelegen. Die Studie heißt "From birth to teens". Aber auch Bilingual Children, Guidance for the Familiy ist zu diesem Thema lesenswert.

Silvia

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