Mehrsprachig aufwachsen

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Geschrieben von Kacenka am 28.03.2018, 8:31 Uhr

Aufsätze

Mein Grosser ist gerade in der 1. Klasse, aktives Formulieren findet da hauptsächlich mündlich statt - in der Schule in der Umgebungssprache, zu Hause hauptsächlich in Sprache 1 und 2, die 3. - deutsch - ist am schwächsten, aber er spricht relativ frei (hin und wieder mit Fehlern).
Lesen ist in der Umgebungssprache noch nicht gefestigt, er kann alles entziffern, längere Texte schafft er noch nicht. Deutsch machen wir zu Hause parallel, geht etwas schwerer, aber er ist motiviert, also bleiben wir dran (ohne Stress!!!).
Schreiben derzeit nur einzelne Wörter oder mal eine Geburtstagskarte.

Ich kann Dir aber sagen, wie es bei mir war - ich bin auch zweisprachig aufgewachsen.
Ich habe die gesamte Schulzeit eigentlich nur die Umgebungssprache - die stärkere Sprache geschrieben und gelesen, mal was vorlesen (das Alphabet habe ich mit meinen Eltern in der Vorschulzeit gelernt, dann aber kaum noch gelesen in der zweiten Sprache), mal einen Brief schreiben (nach Anleitung), mehr nicht. Ich habe als Teenager mehr englische Bücher gelesen, so gut wie keine Büche rin meiner zweiten Muttersprache.
NACH der Schulzeit habe ich das nachgeholt, aus eigener Motivation und Interesse. (Meine Schwester übrigens nicht, sie ist deswegen nicht weniger glücklich oder erfolgreich im Leben als ich.) Das ging dann relativ schnell, aber weil ich es wollte und die Grundlagen eben da waren.

Aus dieser Erfahrung heraus sehe ich das ganze sehr entspannt: ich kann nicht wissen, ob meine Kinder alle drei Sprachen später schreiben und lesen wollen/müssen werden. Sollte dies der Fall sein, werden sie es auch lernen und wenn nötig auch schnell aufholen. Wenn nicht - auch kein Problem, sie dürfen mit dem, was ich ihnen mitgegeben habe, frei umgehen.
Mit Eigenmotivation lernen Kinder gern und schnell, ohne eigentlich kaum, das ist dann sinnlose Quälerei für Eltern und Kinder - sofern es über die Schulanforderungen hinaus geht.

Momentan ist es so, dass sie beide Interesse für Deutsch haben, obwohl es die schwächste Sprache ist - ist ja klar, wir fahren regelmässig zu Oma und Opa und da reden die meisten deutsch, alles ist in Deutsch geschrieben und die Neugier ist bei Kindern eh gross... Das unterstützen wir natürlich, aber eben nur solange die Kinder auch mitmachen.
Aber ist ja klar - wenn wir hier in Tschechien sind, kommen sie aus Schule und Kiga heim, ist selbst in der 2. - eigentlich etwa gleichstarken Sprache - das Erzählte stark mit Tschechisch durchmischt und oft wechseln die Geschwister beim Spielen von einer Sprache in die andere, je nach dem, was gerade schneller auf die Zunge kommt. Aber das ist ja kein Problem, fehlende wörter ergänze ich, manchmal gebe ich noch das 3. deutsche hinterher, nur so beiläufig, wenn wir gerade drüber reden, was wer wie sagt, und wir lesen eben auch nach Lust und Laune in allen 3 Sprachen vor.
Aufsätze schreiben in allen 3 Sprachen - auf die Idee bin ich noch gar nicht gekommen. Habe ich in der Schulzeit auch nur in der Schulsprache gemacht - und dann im Fremdsprachunterricht wie die anderen Kinder in der Klasse auch. (Da war ich aber meist gut drin, dank meiner Mehrsprachigkeit :-))
Euch frohe Ostern (feiert ihr diese oder nächste Woche?)
PS. das kyrillische Alphabet würde ich aber - in Euerm Fall - einführen - habt Ihr aber bestimmt schon.
Meine Freundin hat das in der Vorschulzeit bei ihrer Tochter gemacht, die war und ist aber auch ziemlich gut bestückt, was Intelligenz und Talent angeht.

 
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