Mehrsprachig aufwachsen

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Geschrieben von lubasha am 28.03.2018, 6:27 Uhr

Aufsätze

Meine beiden wachsen 2 sprachig aus, mit meiner Muttersprache als schwache Sprache. Deutsch ist für sie eindeutig leiber. Egal on Bücher lesen, frei sprechen, rechnen oder eben Aufsätze schreiben.

Kindgroß ist in dem 4ten Schuljahr und da schreiben sie dann und wann Augsätze.
Kindklein ist im ersten Schiljahr, und sie schreiben oft frei zum Billd oder Bilderreihe, was mein Kind richtig liebt. Meist kommen 2-3 Sätze zusammen. Kein richtiges Aufsatz, aber immerhin.

Die gleiche Aufgabe, ob Bild oder Bilderreihe beschrieben bei dem Kleinen, oder ein Aufsatz oder ein Märchen schreiben bei der großen in der muttersprachlichen Schule ist weit schwieriger und weniger beliebt.

Wie ist es bei euch? Können Kinder sich spontan in beiden Sprachen schriftlich ausdrucken oder kostet es sie überwindung?

Ps. Postkarten an Großeltern schreiben beide gern, auch in der schwachen Sprache. Briefe schreibt hier keiner gern....

 
5 Antworten:

Re: Aufsätze

Antwort von Kacenka am 28.03.2018, 8:31 Uhr

Mein Grosser ist gerade in der 1. Klasse, aktives Formulieren findet da hauptsächlich mündlich statt - in der Schule in der Umgebungssprache, zu Hause hauptsächlich in Sprache 1 und 2, die 3. - deutsch - ist am schwächsten, aber er spricht relativ frei (hin und wieder mit Fehlern).
Lesen ist in der Umgebungssprache noch nicht gefestigt, er kann alles entziffern, längere Texte schafft er noch nicht. Deutsch machen wir zu Hause parallel, geht etwas schwerer, aber er ist motiviert, also bleiben wir dran (ohne Stress!!!).
Schreiben derzeit nur einzelne Wörter oder mal eine Geburtstagskarte.

Ich kann Dir aber sagen, wie es bei mir war - ich bin auch zweisprachig aufgewachsen.
Ich habe die gesamte Schulzeit eigentlich nur die Umgebungssprache - die stärkere Sprache geschrieben und gelesen, mal was vorlesen (das Alphabet habe ich mit meinen Eltern in der Vorschulzeit gelernt, dann aber kaum noch gelesen in der zweiten Sprache), mal einen Brief schreiben (nach Anleitung), mehr nicht. Ich habe als Teenager mehr englische Bücher gelesen, so gut wie keine Büche rin meiner zweiten Muttersprache.
NACH der Schulzeit habe ich das nachgeholt, aus eigener Motivation und Interesse. (Meine Schwester übrigens nicht, sie ist deswegen nicht weniger glücklich oder erfolgreich im Leben als ich.) Das ging dann relativ schnell, aber weil ich es wollte und die Grundlagen eben da waren.

Aus dieser Erfahrung heraus sehe ich das ganze sehr entspannt: ich kann nicht wissen, ob meine Kinder alle drei Sprachen später schreiben und lesen wollen/müssen werden. Sollte dies der Fall sein, werden sie es auch lernen und wenn nötig auch schnell aufholen. Wenn nicht - auch kein Problem, sie dürfen mit dem, was ich ihnen mitgegeben habe, frei umgehen.
Mit Eigenmotivation lernen Kinder gern und schnell, ohne eigentlich kaum, das ist dann sinnlose Quälerei für Eltern und Kinder - sofern es über die Schulanforderungen hinaus geht.

Momentan ist es so, dass sie beide Interesse für Deutsch haben, obwohl es die schwächste Sprache ist - ist ja klar, wir fahren regelmässig zu Oma und Opa und da reden die meisten deutsch, alles ist in Deutsch geschrieben und die Neugier ist bei Kindern eh gross... Das unterstützen wir natürlich, aber eben nur solange die Kinder auch mitmachen.
Aber ist ja klar - wenn wir hier in Tschechien sind, kommen sie aus Schule und Kiga heim, ist selbst in der 2. - eigentlich etwa gleichstarken Sprache - das Erzählte stark mit Tschechisch durchmischt und oft wechseln die Geschwister beim Spielen von einer Sprache in die andere, je nach dem, was gerade schneller auf die Zunge kommt. Aber das ist ja kein Problem, fehlende wörter ergänze ich, manchmal gebe ich noch das 3. deutsche hinterher, nur so beiläufig, wenn wir gerade drüber reden, was wer wie sagt, und wir lesen eben auch nach Lust und Laune in allen 3 Sprachen vor.
Aufsätze schreiben in allen 3 Sprachen - auf die Idee bin ich noch gar nicht gekommen. Habe ich in der Schulzeit auch nur in der Schulsprache gemacht - und dann im Fremdsprachunterricht wie die anderen Kinder in der Klasse auch. (Da war ich aber meist gut drin, dank meiner Mehrsprachigkeit :-))
Euch frohe Ostern (feiert ihr diese oder nächste Woche?)
PS. das kyrillische Alphabet würde ich aber - in Euerm Fall - einführen - habt Ihr aber bestimmt schon.
Meine Freundin hat das in der Vorschulzeit bei ihrer Tochter gemacht, die war und ist aber auch ziemlich gut bestückt, was Intelligenz und Talent angeht.

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noch ein Gedanke dazu

Antwort von Kacenka am 28.03.2018, 8:53 Uhr

... es wäre ja auch irgendwie doof, wenn die Kinder in der Schule plötzlich einen "Nachteil" davon hätten, dass sie mehrsprachig sind: jetzt MÜSSEN sie nicht nur in einer Sprache schreiben üben, sondern auch noch in mehreren - bäh, wie ätzend, wäre ich doch einsprachig, müsste ich weniger Aufsätze schreiben.
wie gesagt - wenn das Kind WILL und motiviert ist, ist das was anderes. Aber bei den Pflichtübungen reicht in meinen Augen das, was sie für die Schule machen müssen, da denke ich mir kein Zusatzprogramm aus, nur weil sie VIELLEICHT später mal in eine deutsche Schule gehen werden oder in Dtl. studieren oder was auch immer. Denn sie haben ja mündliche Kenntnisse und sobald sie die schriftlichen wirklich brauchen werden, holen sie das nach, das ist keine Frage.

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Re: noch ein Gedanke dazu

Antwort von DK-Ursel am 28.03.2018, 9:55 Uhr

Hej!

Ja, das sehe ich wie Kacenka im letzten Beitrag.
Ich habe zwar zur Rechtschreibübung immer die dt. Übungsheftchen gehabt, die wir für lange Auto- und Wartezeiten mitnahmen, aber freiwliig gemacht hat sie nur meine Große, die Kleien interessiert sich deutlich weniger für Sprache als solche und die beiden Sprachen, mit denen sie aufgewachsen sind.,
Entsprechend (?) mehr Fehler rmacht sie dann doch - und dennoch schreibt sie auch ohne Üben erstaunlich gut, wenn wir Mails austauschen

Daß die Große sprachilch sehr interessier war und ist) wußten wir seit kleinen Kinderbeinen, wo sie sogar zu mir kam und mich fragend anschaute, um die richtige Aussprache zu testen (fragen: "Wie spricht man das aus?" konnte sie noch gar nicht), sie ergatterte auch mehrmals einen der schwer erhältlichen Plätze auf der Verfasserschule, und sie sah sich selbst lange Zeit sehr seriös als Schriftstellerin.
Ihre Aufsätze aber waren anscheinend ebenso ein Genuß wie die der kleineren Schjwester - allerdings eben auf Dänisch.

Ich übe ja auch nicht Physik mit den Kindern, weil sie evtl. mal später...
Und was es ma lwird, steht wirklich in den Sternen, denn inzwischen studiert die Große Jura, belegt Wirtschaftskurse, macht uns allenfalls Vorwürfe, sie nicht auf eni engl.-dän. Wirtschaftsgmynasium geschickt zuhaben und hat bereits Führungsprositionen inne. Nichts mit Sprache

Eine Freundin, Lehrerin mit zunächst zweisprachigen Kindern, sagte auch mal, wenn die kinder in der Schule anfangen mit Deutsch/Englisch, lernen sie da in der 1. Kl. auch nicht gleich schreiben - weil sie die Wörter erst mal lernen und fühlen müssen.
Das können zweisprachige kinder überspringen, die haben das intus.
Also, mach Dirkeine Gedanken, das holen die Kinder sehr schnell auf, vor allem, wenn sie es müssen = wollen - denn das ist die beste Motivation.
Mit gutgemeintem Zang jetzt machst Du mehr kaputt als Du nützt!

Gruß Ursel, DK

Gelesen haben meine beide Sprachen, die Jüngste vielleicht Deutsch nicht ganz so gern wie die Umgebungssprache, aber kein Problem.
Wie macht Ihr es beim Vorlesen?
Least Ihr in Deiner Sprache vor oder nur in der Umgebungssprache?

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Re: Aufsätze

Antwort von lubasha am 28.03.2018, 13:22 Uhr

Sie machenicht nur Hausaufgaben.
Die große hat ab und an Aufsatz als Hausaufgaben in der muttersprachlichen Schule. Kleiner mehr. dafüben reichen aber 2-3 formulierte Sätze. Aber fast jede Woche.

oder eben in der deutschen Schule.

Als es noch neu war, in der dritten Klasse. Wie die richtige Aufsätze in der Schule kamen,bekam die große ein buntes Heft für zu Hause schreiben.
Damit hat sie gerne geschrieben, dann irgendwann nicht mehr.es liegt noch hier.
In meiner Sprache müssen sie nichts extra schreiben.
Manchmal schreiben Sie in englisch kurze Verse und Geschichten. Das findet die große spannend.

Lesen tun die beiden zweisprachig. Die große dreisprachig. Seit den Sommer Ferien liest sie gerne in Englisch. Anders als in Deutsch, kann sie dort nicht in die Geschichte eintauchen. Deswegen liest sie Deutsche Bücher mehrere pro Woche, einige Seiten von Sachbuch in Muttersprache, einige Seiten in Englisch.
Kleiner liest ca 1 Buch in 2 Wochen, kurze lustige Verse in Muttersprache.


Zu Ursel
ich versuche es in meiner Muttersprache den Kindern vorzulesen. Da die große sehr empfindlich ist und sehe stark reagiert, gehen am besten die Sachbücher.
Manche gehen noch, wenn sie als Geschichte verpackt sind, andere schwierig. Ich versuche was zu finden, was die beiden interessant finden. Ich habe leider auch schon Sachbücher über Physik und Astronomie vorgelesen. Astronomie mochten die beiden.
Kommen sie mit einem deutschen Buch, lese ich es auch.

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Re: Aufsätze

Antwort von DK-Ursel am 28.03.2018, 16:58 Uhr

Hej Lubasha!

Danke für die Antwort.
Bei allem, was Du schreibst, scheint mir deutlich zu sein,d aß Deine Kinder sich mehr für Sachfragen als für Geschichten, Sprache(n) interessieren, und das ist doch auch okay.
Andere wieder sind eher sportlich oder häuslich-handarbeitlich unterwegs, jeder, wie er das braucht und möchte.
Daher finde ich es nicht "leider", wenn man Sachbücher vorliest, auch wenn die die sprachliche Phantasie nicht beflügeln.
Aber dafür weiten sie eben Sachwissen aus, ist doch auch viel wert!

Man kann nicht alles steuern und schon gar nicht erzwingen als Eltern, so gern wir das manchmal auch sehr im Sinne des , zum Guten des Kindes, möchten.

Gru ßUrsel, DK

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