Dr. med. Wolfgang Paulus

regelmäßig Tavor in der Spätschwangerschaft

Antwort von Dr. med. Wolfgang Paulus

Zusätzliche Angaben:

Letzte Regel:25.03.2010
Entbindungstermin:30.12.2010
Medikamente:Tavor
Zeitraum / Dosis:seit 28.09.2010 2 mg täglich, seit 05.10.2010 1,5 mg täglich
Krankheiten:Nein

Frage:

Hallo, ich habe Anpassungsstörungen mit depressiver Symptomatik und Zwangsgedanken seit der Schwangerschaft. Ich habe bis jetzt keine Medikamente bekommen. Erst seit 1 Woche nehme ich nun täglich 2 mg Tavor ein und seit fast einer Woche wurde es runterdosiert auf 1,5 mg täglich gegen die innere Unruhe und Ängste. Tavor werde ich vermutlich noch einige Wochen bekommen weil es anders nicht geht. Gibt es dabei irgendwelche Risiken für das Baby? Was passiert wenn ich das Medikament bis kurz vor der Geburt nehmen muss? Wären Antidepressiva besser fürs Baby? Diese habe ich nicht verschrieben bekommen da hier wohl mehr Risiken bestehen sollen laut den Ärzten. Was ist besser, bzw. was ist Ihre Einschätzung? Vielen Dank für Ihre Antwort.

von Klapperstorch1985 am 08.10.2010, 21:23 Uhr

 

Antwort auf:

regelmäßig Tavor in der Spätschwangerschaft

Benzodiazepine werden als Tranquilizer, Schlafmittel und Antikonvulsiva eingesetzt. Im Laufe der letzten 20 Jahre wurden von der Muttersubstanz Diazepam zahlreiche Derivate (z. B. Lorazepam) entwickelt. Bei Einnahme in höheren Dosen über längere Zeiträume bis zur Geburt muss man mit einer Atemdepression beim Neugeborenen rechnen. Im Rahmen einer Entzugssymptomatik werden Unruhe, Zittern, Muskelhypertonie, Erbrechen, Durchfall und zerebrale Krampfanfälle beim Neugeborenen beschrieben. Ein weiteres Problem stellt die als „Floppy-infant-Syndrom“ bekannte Symptomatik dar, die mit Muskelhypotonie, Lethargie, Temperaturregulationsstörungen und Trinkschwäche über Wochen anhalten kann.

Gegen eine sporadische Anwendung von Lorazepam bestehen keine Einwände, eine tägliche Anwendung bis zur Geburt kann jedoch zu Gewöhnung und anschließenden Entzugssymptomen beim Neugeborenen führen.

Warum die Anwendung von Antidepressiva wie z. B. Sertralin in der Spätschwangerschaft demgegenüber gefährlicher sein soll, kann ich nicht ganz nachvollziehen.

von Dr. med. Wolfgang Paulus am 12.10.2010

Stift selbst eine Frage stellen
geöffnet:   Freitag
Ähnliche Fragen

Ähnliche Fragen an Dr. Wolfgang Paulus

Einnahme Cipralex und Tavor während Schwangerschaft

Sehr geehrter Herr Dr. Paulus, ich habe im letzten Drittel der Schwangerschaft aufgrund von Panikattacken und Angstzuständen - ausgelöst durch einen Nierenstau während der Schwangerschaft und den damit einhergehenden sehr extremen Schmerzen, etc. - von einem Facharzt für ...

von Räuber-Mama2008 23.10.2009

Frage und Antworten lesen

Stichwort: Tavor

SSRI in Spätschwangerschaft - Angst vor pulmonaler Hypertonie

Hallo Herr Dr. Paulus, Sie haben mir voriges Jahr schon mitgeteilt, dass ich das Cipralex in der SS einnehmen kann, dies war bisher nicht dringend notwendig. Jetzt befinde ich mich am Ende der 34. SSW und glaube, dass ich ohne Medikamente nicht mehr klarkomme (starke ...

von Emil1 02.01.2009

Frage und Antworten lesen

Stichwort: Spätschwangerschaft

Mobile Ansicht

Impressum Team Neutralitätsversprechen Mediadaten Nutzungsbedingungen Datenschutz Forenarchiv

© Copyright 1998-2022 by USMedia.   Alle Rechte vorbehalten.