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Geschrieben von Sabinini am 01.06.2020, 3:50 Uhr

Pendel-Phobie

Hallo,
meine Tochter (4J.) hat seit sie 2,5J. alt ist, Angstzustände, wenn etwas frei schwingt/baumelt. Z.B. Hängelampen, Mobiles, Schaukeln im Wind. Selbst schaukelt sie gerne. Anfangs war es richtig schlimm, da könnten wir nicht einmal in die Nähe eines Spielplatzes. Nun gibt es gute und schlechte Tage/Zeiten. Sie hat gelernt mit ihrer Angst/Unbehagen umzugehen. Wenn etwas schaukelt, hält sie es an und bleibt meist rihig dabei. Nur wenn sie krank oder müde ist, kommt es noch zu Panikanfällen. Dann schreit sie mit aufgerissenen Augen und hält sich die Ohren zu. Überhaupt hält sie sich immer die Ohren zu, wenn ihr etwas Angst.macht, ist mir aufgefallen. Hängelampen etc. sind bei uns Zuhause nach wie vor unmöglich. Ich würde ihr so gerne helfen, um diese Angst für immer loszuwerden. Ich habe Horrorgeschichten von Leuten in Foren gelesen, die diese Phobie im Erwachsenenalter noch haben und es kaum schaffen, das Haus zu verlassen. Unser Arzt hat mich nur angeguckt, als hätte ich einen Vogel, als ich um Hilfe gebeten hatte und meine Tochter zum Augenarzt geschickt. Denkt ihr, so eine komische Angststörung etwas kann man irgendwie heilen? Muss man das so früh wie möglich oder besser später, wenn sie älter ist, angehen?

 
5 Antworten:

Re: Pendel-Phobie

Antwort von Chillimohn am 01.06.2020, 7:03 Uhr

Ich persönlich würde mich mit dieser Frage aneignen Kinderpsychologen wenden, da es ja doch eine etwas speziellere Angst ist, als etwa Spinnen.

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Hat rein gar nichts mit Neurosen Erwachsener zu tun!

Antwort von Hexhex am 01.06.2020, 8:43 Uhr

Hallo,

da läuft bei dir viel zuviel Kopfkino ab. Solche kleinen Störungen im frühen Kindesalter verschleißen sich immer, auch wenn das eine längere Zeit dauern kann. Es gibt kaum ein Kind, das ganz um irrationale Ängste, kleine Ticstörungen und ähnliches herumkommt. Es sind Phasen, die auch wieder vergehen. Sie haben auch keine äußeren Ursachen, sondern sind kleine Entwicklungshürden, die viele Kinder nehmen müssen.

Vermittle Gelassenheit und Souveränität. Gehe nicht zu ausführlich auf die Angst ein, tröste nicht zu übertrieben. Behandele das Ganze empathisch, aber beiläufig. Je weniger Gewicht Du darauf legst, desto schneller kann Deine Maus das Ganze auch wieder loslassen. Je mehr Du tröstest, erklärst, Dich bemühst, Deiner Tochter die Angst zu nehmen, desto mehr verfestigt sie sich erstmal. Denn was Mama so ernst nimmt, muss ernst sein.

Vertraue Deiner Tochter mehr! Und vertraue auch Deiner Erzieung mehr! Es wird ganz von selbst wieder völlig weggehen. Die vorübergehenden Ängste kleiner Kinder haben nichts mit den Phobien Erwachsener zu tun. Sie sind auch nicht deren Anfang oder Wurzel. Diese Dinge sind nicht verwandt!

LG

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Ich bin bei Hexhex

Antwort von emilie.d. am 01.06.2020, 21:59 Uhr

Klingt nach Entwicklungsangst und beim Umgang würde ich auch genau das Gleiche raten wie sie.

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Re: Pendel-Phobie

Antwort von Sommerblume269 am 01.06.2020, 22:10 Uhr

Huhu,
Gab es denn damals, als ihre Angstzustände begonnen haben, einen Auslöser dafür?
Wenn du den Eindruck hast, dass sie durch ihre Angst extrem im Alltag eingeschränkt wird, dann würde ich dir empfehlen, mal bei einem Kinderpsychologen nachzufragen. Dass der Kinderarzt das nicht ernst nimmt, wundert mich nicht. Er kennt ja euren Alltag nicht und weiß dementsprechend auch nicht, wie stark Dein Kind von seiner Angst eingeschränkt wird.
Ich würde an deiner Stelle probieren, das ganze spielerisch aufzuarbeiten. Vor allem, wenn du die Vermutung hast, dass sie irgendein verstörendes Ereignis nicht richtig verarbeitet hat. Wie wäre es mit Rollenspielen? Kinder sind in dem Alter sehr offen dafür. Schnapp dir ein Kuscheltier oder eine Puppe und denkt euch gemeinsam eine entspannte Spielsituation aus und baue dann nach einer Weile ein angstauslösendes Element in euer Spiel ein. Und versucht Mithilfe der Puppen die Angst zu thematisieren und aufzuarbeiten.
Wenn deine Tochter mittlerweile schon vier Jahre alt ist, müsste sie dir auch auf direktes Nachfragen bezüglich ihres Unbehagens Antwort geben können. Da hilft nur reden, reden, reden und dass du ihr als Erwachsene auf eine feinfühlige Art und Weise klar machst, dass sie davor keine Angst zu haben braucht.
Wichtig finde ich es auch, dass du sie trotz ihrer Angst, den entsprechenden Gegenständen regelmäßig aussetzt, damit sie lernt, dass die Sachen zum normalen Alltag dazu gehören und auf Dauer nicht zu vermeiden sind. Und selbst wenn sie immer wieder Panik bekommt, wenn sie zb schaukelnde Lampen sieht - was ist das Schlimmste, was ihr dabei passieren kann? Die Lampe wird ihr nichts tun.
Liebe Grüße

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Re: Pendel-Phobie

Antwort von Sabinini am 02.06.2020, 3:41 Uhr

Vielen Dank für eure Antworten. Ich hoffe, dass es nur eine Phase der Entwicklung ist. Das wäre schön aber richtig daran glauben, kann ich leider nicht. Ich bleibe auch in den Situationen auch ganz entspannt, tröste nicht übermäßig, sondern lenke eher ab aber nehme sie dabei schon ernst. Aktuell kommen wir damit ganz gut klar. Das war auch ein schwerer Weg. In kleinen Schritten haben wir ihr geholfen spielerisch die Angst immer wieder zu überwinden. Über einige Monate ging das. Dann war der Knoten scheinbar geplatzt und sie fing wieder mit Freude an zu schaukeln und alles war wieder fast ganz gut. Aber leider eben nur fast. Jetzt da es erträglich aber nicht gut ist, scheint sich nix mehr weiter zu verbessern. Und was mich besonders besorgt sind eben doch die Berichte von Erwachsenen, die den Beginn dieser Angststörung alle ziemlich gleich beschreiben. So wie es eben bei meiner Tochter war: zwischen 2-3 Jahren mit einer Schaukel ohne erkennbaren Grund. Und die nun so massiv darunter leiden. Ich hab Angst davor, dass es bei ihr auch so ausartet. Aber gut, Leute, die das nicht bis ins Erwachsenenalter verfolgt hat, schreiben dazu auch nix in Foren sondern haben es vergessen. Ein Auslöser ist uns auch keiner bekannt. Will nicht mit Kanonen auf Spatzen schießen und sie.mit einer Therapie noch mehr verunsichern aber auch nichts verschlafen. Na ja, ich werde es noch ein bisschen beobachten und vielleicht mal.bei einem Kinderpsychologen nachfragen. Und vielleicht aufhören Horrorgeschichten darüber zu lesen. :)

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