Haukani14
Guten Tag! Unser Sohn ist fast 2,5 Jahre alt und seit ein paar Wochen extrem anhänglich geworden. Er möchte viel getragen werden, ständig Körperkontakt und weint bitterlich, wenn ich den Raum verlasse. Ausschlaggebend könnte ein Ereignis gewesen sein: Vor etwa einem Monat hat er mich versehentlich auf unserem Balkon ausgesperrt als ich Weihnachtsbeleuchtung angebracht habe. Er war völlig verstört und hat geweint, weil ich nicht wieder ins Haus kam und er den Türgriff nicht umlegen konnte. Ich hatte zum Glück mein Handy bei mir und konnte meine Mutter verständigen, die kurz darauf eintraf. Kann dies eine gewisse Verlustangst bei ihm ausgelöst haben? Falls ja, legt sich das wieder? Ich freue mich über eure Erfahrungen.
Ja es kann gut sein, dass die Situation der Auslöser war. Er hat es bestimmt nicht begriffen, dass Hilfe kommt und es muss ihm wie eine Ewigkeit vorgekommen sein. Zum Vergleich: Meine Tochter ist 4 und bekommt auch meist Trennungsängste, wenn wir durch eine Glastür getrennt sind. Und das obwohl, soweit ich weiß, ihr nie etwas ähnliches passiert ist. An deiner Stelle würde ich ihm die Nähe gewähren und vor allem darauf achten, dass er immer weiß, wo du bist. Ihm direkt anbieten, mitzukommen, wenn du ein Zimmer verlässt. Eventuell den Balkon ein paar Wochen ignorieren, wenn er dort besonders extreme Reaktionen zeigt. Erfahrungsgemäß, je mehr man als Elternteil versucht, sich gegen Anhänglichkeit zu "wehren" oder diese dem Kind "abzutrainieren", desto mehr verstärkt man sie. Das Kind bekommt dann bei jeder Zurückweisung das Gefühl, dass es um die Nähe kämpfen muss. Also ganz viel Verständnis und Geduld, das wird schon! Das Ereignis wird dann in seiner Erinnerung nach und nach verblassen.
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