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Hallo zusammen, ich hoffe, hier ein paar Erfahrungen oder Tipps zu bekommen, denn wir sind inzwischen ziemlich verzweifelt. Unsere Tochter ist im Oktober 4 Jahre alt geworden. Im November haben wir gemeinsam den Schnuller weggelassen. Seitdem hat sie massive Probleme, abends in den Schlaf zu finden. Sie braucht inzwischen 1,5 bis 2 Stunden zum Einschlafen. In dieser Zeit kommt ständig etwas Neues: Sie muss nochmal auf die Toilette, möchte doch mit einem anderen Kuscheltier schlafen, will noch etwas erzählen, hat noch einen Wunsch usw. – gefühlt hört es nie auf. Dabei hatten wir jahrelang eine feste Abendroutine, die wunderbar funktioniert hat. Unsere Tochter schläft seit etwa 2,5 Jahren in ihrem eigenen Zimmer und eigenen Bett. Ablauf war immer gleich: Bett fertig machen, zusammen ein Buch lesen, dann ist sie innerhalb von 10–15 Minuten eingeschlafen. Seit dem Weglassen des Schnullers ist alles anders. Ich verstehe total, dass es für sie nicht leicht ist, ohne Schnuller eine neue Einschlafroutine zu finden. Trotzdem wundert es mich, weil sie den Schnuller selbst überhaupt nicht mehr erwähnt. Im Gegenteil: Sie ist richtig stolz darauf und erzählt der Familie, dass sie jetzt „groß“ ist und keinen Schnuller mehr braucht. Wir haben vieles ausprobiert: Toniebox mit Einschlafliedern, verschiedene Kuscheltiere (die hatte sie schon immer), ruhige Atmosphäre – eigentlich alles, was man so kennt. Leider ohne Erfolg. Was mich besonders belastet: Sie ist tagsüber sehr müde, geht aber trotzdem in den Kindergarten. Nachts schläft sie – wenn überhaupt – etwa von 22:00 bis 6:00 Uhr. Entsprechend müde ist sie den ganzen Tag. Mittagsschlaf verweigert sie komplett. Selbst wenn sie im Auto mal eingeschlafen ist, bringt das abends keinerlei Erleichterung. Inzwischen sind 2–3 Monate vergangen und es fühlt sich eher schlimmer als besser an. Es tut mir unendlich leid für sie, weil sie offensichtlich erschöpft ist. Gleichzeitig merke ich, wie sehr mich die Situation selbst reizt. Hat jemand Ähnliches erlebt? Gibt es Tipps, was wir noch ausprobieren könnten oder wie lange so eine Phase dauern kann? Danke fürs Lesen.
Ergänzend dazu: Ich bin aktuell schwanger und merke, dass mich die Situation zunehmend an meine Grenzen bringt. Durch die Schwangerschaft bin ich hormonell ohnehin sehr sensibel, bekomme seit Monaten zu wenig Schlaf und stehe jeden Abend unter Anspannung, während ich gleichzeitig versuche, meiner Tochter gerecht zu werden, die selbst nicht zur Ruhe kommt.:(
Eine wirkliche Lösung hab ich nicht, aber folgende Gedanken: 1) Wenn sie abends immer noch etwas und noch etwas machen muss, macht eine Liste dieser Dinge. Dann inkludiert sie in die Routine und wenn sie einmal was zu trinken geholt hat, dann darf sie kein zweites Mal. Meist ist das nämlich eine (unbewusste) Verzögerungstaktik, um nicht schlafen zu müssen. Da gibt es z.B. auch tolle Klettkalender als Hilfe, wo alle Schritte visualisiert und abgehakt werden können. Wir begleiten das zusätzlich mit "ja, du willst jetzt noch reden, aber es ist schlafenszeit. Erzähl es bitte morgen." Natürlich muss man diese Liste angebracht weich handhaben. Kind vom zweiten Mal Klo abhalten und dann ein nasses Bett neu machen, hilft ja auch nicht. Aber in diesem "eigentlich müde, aber zu aufgedreht" Zustand, kann unsere ihre Bedürfnisse ehrlich kaum noch selbst erkennen. Da hilft es ihr von außen die Struktur zu bekommen. "Musst du wirklich? Du warst doch gerade erst?" Ggfs mit Hinweis auf den Kalender führt meist zu "Oh, stimmt. Vergessen... Großes Gähnen" 2) Wenn es dich so stresst, kann Papa übernehmen? 3) Was sagt sie denn zum Einschlafen? Kamen Ideen von ihr, wie sie das gut hinkriegen kann? Wenn ihr das in einem wachen Moment besprecht, sollte sie alt genug sein um sinnvoll zu antworten.
Wir haben in dem gleichen Alter den Schnuller weggelassen. Es hat ca. 2 Wochen gedauert, in denen sie auch sehr lange zum Einschlafen gebraucht hat. Danach wurde es besser. Aber es dauert meist mind. 30 Minuten. Allerdings: Meine Tochter hat schon immer Körperkontakt zum Einschlafen gebraucht und das haben wir beibehalten. Außerdem machen wir ihr (immer die gleichen!) Hörspiele an, ohne dauert es auch länger, bis sie einschläft. Bei einer Bekannten gab es nach der Schnullerentwöhnung für 4 Wochen stundenlanges Weinen, das war aber das extremste, das ich im Umfeld mitbekommen hab. Du schreibst nichts dazu, wo ihr seid, während sie einschläft. Ist sie allein im Zimmer? Dann sucht sie mit den vielen Fragen vermutlich den Kontakt und damit Sicherheit. Kuscheltiere helfen in dem Alter glaube nur, wenn sie wirklich "das" Kuscheltier sind, das überall mit muss (hatten meine Kinder nicht). Ansonsten kann ein Kuscheltier Mama oder Papa nicht ersetzen und auch keine Sicherheit vermitteln. Was ist mit Licht? Meine Tochter kann eigentlich am besten einschlafen, wenn es ganz dunkel ist. Aber dann beschwert sie sich vor dem Einschlafen, dass sie nichts sieht und deswegen machen wir nur ein ganz kleines indirektes Licht an. Es gibt auch Lichtprojektoren oder tolle Nachtlampen, vielleicht wäre das etwas für euch? In dem Alter ist auch das Thema Ängste, Monster usw. sehr aktuell. Meine Tochter äußert oft ein negatives Gefühl beim Einschlafen und wehrt sich dann auch dagegen. Also wenn deine auch etwas in die Richtung sagt, würde ich es ernst nehmen und nicht einfach abtun. Ganz wichtig ist, dass ihr alles Neue mindestens 10 - 14 Tage beibehalten müsst. Also 2-3 Mal Hörspiel anmachen bringt wenig, da das Kind erstmal zuhören will. Du schläfst bestimmt auch nicht bei einem spannenden Film ein 😉
Huhu, auch von mir einfach mal ein paar spontane Gedanken dazu, vielleicht ist ja etwas dabei, das dir weiterhilft. Als erstes darf man vorausschicken, dass im Prinzip jedes Schlafverhalten eines gesunden Kleinkinds normal ist. Wenn keine körperliche oder geistige Behinderung oder neurologische Erkrankung vorliegt, holt ein Kind sich unterm Strich genau den Schlaf, den es braucht. Das kann man gar nicht verhindern. Man kann allerdings umgekehrt den Gesamtschlafbedarf eines Kindes auch nicht erhöhen. Es könnte sein, dass das Weglassen des Schnullers zwar zeitlich, aber nicht ursächlich mit dem neuen Schlafverhalten einhergeht. Beziehungsweise, dass er durchaus Auslöser und Trigger für die neue Situation war, aber nicht die eigentliche Ursache. Ursache könnte ein (altersgemäß) gesunkener Gesamtschlafbedarf sein. Bei kleinen Kindern gibt es ja nur eine Regel, die immer gilt. Und die lautet: Nichts bleibt, wie es war. Auch eine schöne Abendroutine funktioniert nicht ewig, sondern muss immer mal wieder angepasst werden. Denn der Schlafbedarf kleiner Kinder sinkt regelmäßig ab. Das gilt auch, wenn das Kind sowieso nicht sehr viel schläft. Der Schlafbedarf auf 24 Stunden gerechnet ist auch genetisch bedingt, also eine Typfrage, und nicht bei allen Kindern gleich. Aber auch bei Wenig-Schläfern sind Anpassungen nötig. Zum Trost: Bei meinem ersten Kind war es genauso, wie bei deiner Tochter: Schon ab dem Alter von zweieinhalb Jahren schlief sie abends gegen 21.30 bis 22 Uhr ein und war morgens sehr, sehr früh wieder fit. Sie brauchte ebenfalls 1,5 bis 2 Stunden zum Einschlafen, und während dieser Zeit saß ich neben ihrem Bett. Bei euch ist alles normal, wenn auch sehr anstrengend. Bis meine Kinder abends gut einschliefen und nachts durchschliefen, dauerte es bis ins Vorschulalter bzw. (Tochter) bis zum Alter von 6 Jahren. Auch hier gab es davon eine Million Anliegen, auch nachts: Durst, Decke verrutscht, schlecht geträumt, man muss Pipi, man will ein bisschen zu den Eltern ins Bett, Angst vor einer Hexe in einer dunklen Zimmerecke, und-und-und. Das ist einfach der ganz normale Wahnsinn mit kleinen Kindern. Der Trost: Es wird langsam besser. Und: Man darf pragmatisch sein. Man muss nicht alles nach Lehrbuch machen. Wenn deine Tochter abends erst spät einschläft, dann ist das eben so. Legt sie nicht zu früh hin, sondern lasst sie länger aufbleiben (vielleicht kann man die Regel aufstellen, dass sie in ihrem Zimmer noch spielen darf, aber nicht im Wohnzimmer), damit ihr nicht zwei Stunden Theater habt. Denn das kostet nur Nerven (Mutter UND Kind) – und es hat keinen Effekt. Wir haben das ab dem zweiten Kind auch so gemacht: Wir haben uns nicht mehr solchen Druck gemacht, unseren Sohn schon früher hinzulegen, sondern haben geschaut, wann er wirklich müde wurde, und fertig. Wenn deine Maus morgens schon früh Action will, stelle ihr eine kleine Uhr mit Zeigern ans Bett. Wir haben den Kindern (auch als sie die Uhr noch nicht lesen konnte) gezeigt, wo der kleine Zeiger sein muss, damit sie uns wecken dürfen. Das klappte mit etwas Übung recht gut. Spätestens mit dem Schuleintritt ändert sich übrigens wieder alles. Schule ist sehr anstrengend, die Kids kommen auf einmal morgens nicht mehr aus dem Bett und schlafen auch abends früher ein. LG
Sind viele gute Tipps dabei (später schlafen legen, abends ruhig im Zimmer spielen dürfen, geänderten Schlafbedarf akzeptieren). Allerdings finde ich 8 Stunden Schlaf schon ungewöhnlich wenig in dem Alter. Die Frage ist, ob sie wirklich um 6 Uhr fit ist, oder nur wegen Kindergarten so früh geweckt werden muss, bzw. in den frühen Morgenstunden nicht mehr in die nächste Schlafphase kommt. Ob ein Kind ausgeschlafen ist und gut durch den Tag kommt, merkt man ja meist ziemlich deutlich.
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