Wenn ich mit meinem Kind schimpfe

Mutter schimpft mit Tochter

© fotolia, Konstantin Yuganov

Es gibt Tage, da hat man als Eltern den Eindruck, von morgens bis abends nur mit dem Kind zu schimpfen: Weil das Kind trödelt, weil es um Aufmerksamkeit buhlt oder weil es im Supermarkt schreit, wenn es keine Süßigkeiten bekommt.

An solchen Tagen sollte man kurz innehalten und sich überlegen, ob man mit dem Schimpfen weiter kommt. Und: Ob man richtig schimpft.

Eltern reden und reden und reden

Wenn Eltern schimpfen, dann machen sie häufig den Fehler, zu viel zu reden. Sie erklären, was jetzt falsch läuft und warum sie sauer sind und was sie von dem Kind erwarten. Vor ihnen steht dann ein zweieinhalbjähriges Kind, das vielleicht nur die Hälfte des Gesagten versteht und gleichzeitig seine unerwünschte Handlung fortführt. Wir verschleudern häufig zu viel Energie darauf, wortreich zu erklären, was wir meinen. Auch weil wir das Gefühl haben, uns irgendwie rechtfertigen zu müssen, wenn wir eine bestimmte Handlung des Kindes verhindern wollen, weil es sich dadurch entweder selbst verletzen oder etwas kaputt machen könnte.

Schimpfen heißt, die Stimme richtig einsetzen. Schimpfen ist eine Erziehungsmethoden, die Experten im Umgang mit (trotzenden) Kleinkindern durchaus empfehlen. Aber: Beim Schimpfen kommt es vor allem auf die tiefere Tonlage und die ansteigende Lautstärke der Stimme an. Diese Veränderung der Stimme wird das Kind auf jeden Fall verstehen - den Inhalt der Botschaft nicht unbedingt. Ein Kind soll an der Art des Schimpfens merken, dass es gerade etwas falsch macht und Mama oder Papa wollen, dass es davon ablässt.

Richtig schimpfen

Je älter die Kinder werden, desto wichtiger ist es aber auch, auf die richtige Botschaft zu achten. Das sollte "richtiges Schimpfen" deshalb leisten:

  • Auch wenn das Kind das Gesagte bereits verstehen kann, sollten Eltern möglichst klare Botschaften senden, wie "Nein", "Stopp", "Hör auf damit".
  • Sprache, Mimik und Handlungen sollten zueinander passen - wer lächelnd ein Nein flüstert, wird nicht zu seinem Kind durchdringen und sendet widersprüchliche Signale. Besser mit fester Stimme und ernstem Blick "Nein" sagen.
  • Wenn Eltern mit ihrem Kind schimpfen, dann sollten sie sich immer auf die Situation beziehen und Ich-Botschaften senden: "Mich stört dies und das, ich mache mir deswegen Sorgen." Ich-Botschaften benennen auch mögliche oder bereits abgesprochene Konsequenzen. Aber sie greifen das Kind nicht persönlich an sondern sie bleiben auf der Sachebene.

Zuletzt überarbeitet: März 2019

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