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Pflege für eine gesunde Vaginalflora

Pflege für eine gesunde Vaginalflora

Hygiene wird groß geschrieben. Morgens steigen wir als erstes unter die Dusche und vertreiben mit viel Duuschgel und Schampoo Körpergerüche und Schweiß. Mit Hilfe von Deos und Parfums werden die letzten Spuren eines natürlichen Eigengeruchs beseitigt und der Entstehung von unangenehmen Düften vorgebeugt.

Wenn wir es mit der Hygiene allerdings übertreiben und die natürlichen Schutzbarrieren unserer Körpers zu gründlich abwaschen, reagiert unsere Haut gereizt. Vor allem die Scheide mag überzogene Hygienemaßnahmen in Form von Intimdeos und parfümierten Duschgels überhaupt nicht. Leider wird sie dabei aber nicht "sauer" - das wäre nämlich in diesem Fall wünschenswert - sondern basisch und verliert damit Ihre natürliche Schutzfunktion.

Was bewirkt die Scheidenflora?

Das saure Milieu der Scheidenflora ist der wichtigste Schutz vor Krankheitserregern, die aus der Scheide in die Gebärmutter aufsteigen können. Diese natürliche Flora besteht aus verschiedenen Arten von Milchsäurebakterien (Laktobazillen), die in der Scheide einen niedrigen pH-Wert produzieren. In diesem sauren Milieu finden Bakterien, Viren oder Pilze keinen Nährboden und "verhungern" sozusagen. Wird der pH-Wert gestört und steigt zu sehr an, können sich diese Keime ungestört vermehren und es kommt zu einer Scheideninfektion. Die Zusammensetzung der verschiedenen Stämme von Milchsäurebakterien ist bei jeder Frau anders - das scheint wohl der Grund zu sein, warum manche Frauen ständig mit Scheideninfektionen und Pilzbefall zu tun haben, während andere das Problem überhaupt nicht kennen.

Was kann die Scheidenflora stören?

Das natürliche Gleichgewicht in der Scheide kann sich z.B. unter dem Einfluss von Hormonen verändern. Deshalb haben junge Mädchen, Schwangere und Frauen, die die Pille nehmen, häufiger Probleme mit Ausfluss und Entzündungen. Auch Stress oder eine Antibiotika-Therapie können die gesunden Milchsäurebakterien zerstören. Häufig ist aber unsere übermäßige, geradezu fanatische Hygiene daran schuld. Seife, Waschlotionen oder Intimsprays haben normalerweise einen hohen pH-Wert, stören auf diese Weise das saure Scheidenmilieu und entfetten die Haut.

Die richtige Intimhygiene

Die meisten Frauen haben das Bedürfnis, sich im Intimbereich besonders gründlich zu reinigen - und übertreiben es dabei gerne ein bisschen. Einmal am Tag den äußeren Scheidenbereich mit den Schamlippen bis hin zum After mit lauwarmem Wasser zu waschen, ist völlig ausreichend. Am besten nehmen Sie dafür nicht den Waschlappen, wo sich Bakterien ungestört vermehren können, sondern die Hände. Wenn Sie ein Duschgel oder eine Waschlotion benützen wollen, verwenden Sie ein mildes, unparfümiertes und "pH-neutrales" Produkt. Den inneren Bereich der Scheide (Vulva) sollten Sie überhaupt nicht waschen oder spülen, auch nicht mit klarem Wasser. Eine gesunde Scheide hat sozusagen eine "eingebaute Selbstreinigungsfunktion". Desinfektionsmittel haben im gesamten Scheidenbereich nichts zu suchen und zerstören in erster Linie die gesunden Milchsäurebakterien. Sollten Sie Probleme mit unangenehmem Geruch oder Ausfluss haben, lassen Sie das bitte von Ihrem Frauenarzt kontrollieren. Das könnte nämlich auf eine Infektion hindeuten.

Was Sie sonst noch tun können

Tragen Sie Unterwäsche aus Baumwolle statt aus Synthetik-Fasern, darin schwitzt man weniger. Verwenden Sie möglichst keine Binden oder Slipeinlagen außerhalb der Periode, damit Luft an die Scheide kommen kann. Wenn Sie Slipeinlagen verwenden, achten Sie darauf, dass diese luftdurchlässig sind (keine Produkte mit Plastikfolie) und nicht parfümiert. Waschen Sie sich die Hände, bevor Sie in die Scheide fassen, z.B. um einen Tampon oder ein Diaphragma einzusetzen.

Monatshygiene

Auch während der Menstruation genügt es, wenn Sie den äußeren Scheidenbereich mit klarem Wasser waschen. Binden, Slipeinlagen und Tampons sollten Sie regelmäßig wechseln, weil sie einen idealen Nährboden für Bakterien und andere Keime bieten. Vor allem Tampons sollten nicht länger als max. 8 Stunden in der Scheide bleiben wegen der Gefahr teilweise heftiger bakterieller Scheidenentzündungen. Mehr zur Monatshygiene und alles "rund um die Tage" erfahren Sie hier.

Die richtige Intimpflege auf einen Blick

  • Waschen mit lauwarmem Wasser reicht
  • Keine Scheidenspülungen
  • Keine Intimsprays, parfümierten Seifen und desinfizierenden Substanzen
  • Enge, einschnürende Hosen und Unterwäsche vermeiden
  • Baumwollunterwäsche tragen
  • Wäsche mit 60 Grad waschen
  • Wenn Slipeinlagen, dann nur unparfümiert und luftdurchlässig
  • Binden und Tampons häufig wechseln
  • Neutrale Fettcremes im Dammbereich auftragen

Die richtigen Pflegeprodukte

Grundsätzlich sollten Sie im Intimbereich so wenig Pflegeprodukte wie möglich benutzen - und wenn nur solche, die der empfindlichen Haut nicht unnötig schaden.

  • Nur mildes, nicht parfümiertes Waschgel mit einem pH-Wert unter 7 verwenden
  • Milchsäurehaltige Lotionen extra für den Intim-Bereich unterstützen ein saures Milieu
  • Für die Intimrasur keine Enthaarungscreme oder Wachs verwenden. Am besten benützen Sie einen Nassrasierer mit frischer Klinge in Verbindung mit einem milden, unparfümierten und pH-neutralen Rasierschaum (hinterher gut abspülen!)
  • Nach der Intimrasur kann man außerhalb der Scheide eine pH-neutrale Pflegesalbe oder eine Fettcreme auftragen, das schützt die empfindliche Haut.

Bidet ja oder nein?

Während in vielen südlichen Ländern das Bidet in jedes Badezimmer gehört, gibt es bei uns immer noch viele Vorbehalte. Grundsätzlich ist ein Bidet für die Reinigung des Intimbereichs sehr gut geeignet - unter der Voraussetzung, dass der Wasserhahn vorne angebracht ist, damit das Wasser von vorne nach hinten abfließen kann, und Sie wirklich nur den äußeren Bereich reinigen, sodass kein Wasser in die innere Scheide eindringen kann. Dann ist es sogar das ideale Mittel, weil Bakterien hier keinerlei Nährboden finden. Hinterher sollten Sie den Scheidenbereich mit einem frischen Handtuch trocken tupfen.

Viele Frauen leiden trotz dieser Vorsichtsmaßnahmen immer wieder unter Infektionen und Ausfluss. Lesen Sie hier weiter, was Sie gegen häufige Scheideninfektionen unternehmen können.

von Maxi Christina Gohlke

Zuletzt überarbeitet: September 2015

   

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