Frage: Trotz - der berühmte Spaghat ...

Hallo Herr Dr. Posth, Céline (23 Mo.) trotz momentan, was das Zeug hält. Die kleinsten Dinge bringen sie zur Verzweiflung. Sie schreit dann teilweise bis sie vor Erschöpfung in meinem Arm (ich darf sie dabei aber nicht berühren!)einschläft. Ich versuche, möglichst ruhig und präsent zu bleiben, weil ich ja merke, wie hilflos sie sich selbst ausgeliefert zu sein scheint. Wenn es möglich ist, gebe ich ihren Wünschen nach. Wenn nicht möglich, kommt es zum Tobsuchtsanfall. Nur bin ich auch unsicher: welches Verhalten unsererseits ist richtig? Ziehe ich durch zu großes Nachsehen womöglich eine kleine Tyrannin heran? Wie verhalten wir uns am besten, wenn sie sich vor Wut auf den Boden wirft? Ich bin ziemlich ratlos. Vielen herzlichen Dank für Ihren Rat! Mona

Mitglied inaktiv - 20.03.2006, 21:29



Antwort auf: Trotz - der berühmte Spaghat ...

Liebe Mona, in meinem Langtext über das emotionale Bewußtsein, Teil, link oben links zähle ich drei Methoden auf, wie man mit Trotz am besten umgeht. Als erstes nenne ich das Prinzip der Akzeptanz. Das kommt ihrem Verhalten am nächsten. Es führt keineswegs zum Heranzüchten eines Tyrannen. Es entlastet aber die Eltern innerlich von dem Zwang, unbedingt und jedesmal etwas gegen den Trotz unternehmen zu müssen, denn Trotz ist keine Boshaftigkeit und keine Angriffslust des Kindes gegen seine Eltern. Dann folgt das Prinzip der Deeskalation. Auch das dient hauptsächlich der Entspannung zwischen beiden Pateien, also Kind und Eltern. Und erst im 3. Schritt, der Intervention, kommen gezielte Erziehungsmaßnahmen zum Tragen (Drohen, Schimpfen und soziale "Auszeit"). Zu Trotz gibt es auch ein Stichwort im gezielten Suchlauf. Viele Grüße

von Dr. med. Rüdiger Posth am 24.03.2006



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