Birgit Neumann

Birgit Neumann

Dipl. Ökotrophologin

Birgit Neumann studierte Ökotrophologie mit dem Schwerpunkt Ausbildung und Beratung und schloss ihr Studium mit dem Titel Diplom Ökotrophologin (Dipl.oec.troph.) ab. Seit dem Studium ist sie als Ernährungs­beraterin und Kursleiterin tätig. Mit regelmäßigen Fortbildungen hält sie ihr Wissen zur Baby- und Kinder­ernährung auf dem aktuellen Stand.

Birgit Neumann

Fragen

Antwort von Birgit Neumann

Frage:

Liebe Frau Neumann,

mit ist aufgefallen, dass meine Tochter (18 Monate alt) nachdem sie Banane isst starke Verstopfungen bekommt. Das ist sehr Schade, da sie zum einen Bananen liebt und zum anderen eh ganz zierlich ist und von Geburt an keine gute Esserin.

Zurzeit mag sie auch Granatapfel und Essiggurken. Und das fast täglich. Ist beides unbedenklich?

Würden Sie ab und an auch Babybel und Müllermilch geben? Ich mag das und muss es immer versteckt essen, da sie mich sonst sieht und auch davon möchte.

Wie oft würden sie in der Woche Eierspeisen (Bio Rührei) anbieten?

Welche Gerichte / LM sind gut gegen Verstopfungen?

Und welche Lebensmitteln verstopfen?

Milch trinkt sie bereits seit Monaten nicht mehr.

Tut mir leid für die vielen Fragen..Sie würden mir sehr viel helfen.

Herzlichen Dank.

von Loredana2018_ am 10.03.2020, 10:01 Uhr

 

Antwort auf:

Fragen

Hallo Loredana2018_
tut mir leid, dass du jetzt so lange warten musstest. Jetzt aber -
ich gehe deine Fragen einfach mal stichpunktartig durch:
lass deine Tochter ganz unbedingt bei dir mitessen. Babybel ist ganz wunderbar geeignet!
Was die Müllermilch betrifft - an sich kein Problem. Es ist natürlich nur so, dass sich deine Tochter daran (an den Geschmack und alles was dazu gehört wie auch bspw die Verpackung) gewöhnen wird und es, wenn es ihr schmeckt (was es mit Sicherheit tut), diese Milch auch später fordern wird. Irgendwann wirst du das vielleicht nicht mehr gut heißen und du willst, dass deine Tochter keine Müllermilch mehr trinkt und dann ist das "Theater" groß. Das war nun eine sehr holprig formulierte Darstellung - doch genau so ist das und ähnliches häufiger zu beobachten. Wenn du nicht möchtest, dass sich deine Tochter daran gewöhnt, dann fange erst gar nicht damit an. Lass es zumindest am besten nicht zur Routine oder zur Selbstverständlichkeit werden.
Zur Bananensache: weiche, reife Banane, die Bananen mit den kleinen braunen Flecken, diese wirken sich eher stuhllockernd aus. Nur die harten und eher unreifen, ungelben Exemplare wirken eher stuhlfestigend.
Granatapfel, Essiggurken jeden Tag - wenn sie das mag. Kinder haben ihre Phasen. In diesen Phasen präferieren sie eine Sache, tagelang. Diese Essiggurkenphase wird vorübergehen.
Eierspeisen können 1- 2 mal wöchentlich den Speiseplan ergänzen.
100ml Kuhtrinkmilch kannst du ersetzen durch:
100g Naturjogurt (hinsichtlich Eiweiß-und Calciumgehalt), ca 15 g Schnittkäse wie Gouda, Edamer (= ca 1/2 Scheibe) oder 30 g Weichkäse (pasteurisierter Brie etc) oder ca 30-40g Frischkäse oder 100 ml Buttermilch.
Eine gute Übersicht darüber, was du wie oft und in welchen ungefähren Mengen du deiner Tochter am Familientisch anbieten könntest, gibt dir die sog. Ernährungspyramide.
Kennst du die Ernährungspyramide oder den Kreis*? (s.u.)
Hier kannst du das noch einmal nachschauen, was du wie oft und in welcher Menge am Tag oder in der Woche anbieten kannst.

Was die Verdauung angeht:
Ein träger Stuhlgang bzw Verstopfung bzw fester Stuhl kann verschiedene Ursachen haben. Ein seltener Stuhlgang gilt an sich noch nicht als falsch oder ungewöhnlich. Meist wird der Stuhl dadurch fest, dass er länger im Darm verweilt und Wasser entzogen wird.
Der Stuhl wird durch den Dickdarm transportiert. Je massiger, desto schneller. Aus diesem Grund wird zu Ballaststoffen (unverdauliche Bestandteile der Nahrung) geraten, welche bspw in Vollkorn (u.a.) enthalten sind. Dies ist natürlich nur eine einfache Darstellung, kann aber evtl hilfreich sein. Auch Gemüse und Obst enthalten Ballaststoffe.
Und Bewegung ist auf jeden Fall ebenfalls sehr hilfreich. Sie hilft einerseits ganz schlicht mechanisch (alles kommt in Bewegung) aber auch durch die Nebeneffekte wie bspw mehr Durst, mehr Hunger, mehr Freude,etc .... wirkt sich meist positiv aus.
Das Thema ist insgesamt sehr komplex.
Also dann
soweit.
Habe ich etwas vergessen oder hast du noch Fragen?
Grüße
Birgit Neumann

* Kreis:
Hier werden die unterschiedlichen Lebensmittelgruppen (Getreide, Milchprodukte, Fleisch, Obst und Gemüse etc) in unterschiedlich großen Segmenten gezeigt und verdeutlichen dadurch den ungefähren Anteil in der täglichen Ernährung.

Pyramide.
hier stehen die Lebensmittelgruppen zu einer Pyramide aufgetürmt.
Die mengenmäßig größte zu verzehrende Gruppe bildet die Basis. Zur Spitze hin wird der Anteil der täglich zu verzehrenden Menge kleiner. Ganz oben sind hier sichtbare Fette bzw Süßigkeiten und Knabbereien.

Ganz allgemein sieht die Empfehlung für eine ausgewogene Kostzusammenstellung in etwa so aus:
das tägliche Essen sollte bestehen aus:
Reichlich Getreideprodukten wie Brot, Nudeln, Reis etc (Basis) - macht langanhaltend satt
dazu reichlich Obst und Gemüse, etwa 5 P am Tag (1 P entspricht der Größe einer hohlen Kinderhand) - 2 P Obst + 3 P Gemüse (nur als ungefähre Idee - kein Muss)
gefolgt von Milch- und Milchprodukten (mit 1 Jahr etwa 300 ml am Tag)
Fleisch, Fisch (ca 30 -40g am Tag) - oder vegetarische Alternativen
ab und zu mal Ei, mal Hülsenfrüchte....
dazu Fette und Öle

von Birgit Neumann am 16.03.2020

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