Prof. Dr. med. Gerhard Jorch

Sohn Elia

Antwort von Prof. Dr. med. Gerhard Jorch

Ich kann mir natürlich aus Ihren Angaben nur ein sehr undeutliches Bild vom Ganzen machen. Die entscheidende Frage ist, ob es Ihrem Kind schlecht geht oder nicht bzw. ob es die klinischen Symptome einer Infektion hat oder nicht. Wenn Ihr Kind klinisch stabil ist, sind Laborwerte Laborwerte und Bakterienbefunde Bakterienbefunde - nicht mehr und nicht weniger.
Wenn Ihr Kind klinische Symptome hat, tun sich die Ärzte möglicherweise schwer zu entscheiden, ob diese durch die Zytomegalieviren oder durch Bakterien verursacht werden. Das elterliche Gefühl, daß Ärzte Ihnen nicht alles oder unterschiedliches sagen, entsteht nach meiner Erfahrung häufig dann, wenn die Diagnose nicht klar ist bzw. mehrere Diagnosen in Frage kommen. Das ist zwar eigentlich nichts besondereres in der Medizin, führt aber zu den beschriebenen Kommunikationsstörungen, weil Ärzte Eltern leichter eine gesicherte Diagnose und die daraus resultierende Therapie vermitteln können als die Möglichkeit mehrerer Diagnosen und die Notwendigkeit, sicherheitshalber mehrere mögliche Kranklheiten gleichzeitig zu behandeln.
Fragen Sie doch einfach die Ärzte, mit welcher Wahrscheinlichkeit diese von einer Zytomegalie und mit welcher Wahrscheinlichkeit diese von einer bakteriellen Infektion ausgehen und welche therapeutische Strategie sie derzeit verfolgen. Ich bin mir ziemlich sicher, daß die Ärzte sich mehr Gedanken machen als sie Ihnen vermitteln konnten.

von Prof. Dr. med. Gerhard Jorch am 27.12.2002

 
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