PD Dr. med. Axel Hübler

Baby kann nicht alleine Stuhlgang abgeben

Antwort von PD Dr. med. Axel Hübler

Frage:

Einen schönen guten Abend,

Ich bin total verzweifelt und weiß nicht weiter. Unser Sohn ( 3 Monate alt und in der 35+ 6 geboren ) schafft es nur ganz selten ( alle paar Wochen ) alleine Stuhl abzugeben. Sonst drückt er nur die ganze Zeit. Nachts krampft er dann richtig vor Bauchweh. Die ersten 4 Wochen seines Lebens hatte er keine Probleme und hat jeden Tag mehrmals Stuhlgang gehabt. Zu diesem Zeitpunkt hat er aber noch Muttermilch bekommen. Dann musste ich leider die Flasche geben, da ich keine Milch mehr hatte. Seit dem haben wir große Probleme. Bis jetzt habe ich es noch mit Zäpfchen, Fieberthermometer, Massagen geschafft, dass es irgendwie raus kam, aber mittlerweile hilft gar nichts mehr. Es kommt nur noch mit Einläufen raus. Ich habe Angst, dass er Morbus Hirschsprung hat. Unser Kinderarzt sagte, dass er das nicht glaube, da es sehr selten wäre. Wir waren schon beim osteopathen und es wurden Blockaden gelöst. Dies hat aber nichts gebracht. Ich weiß einfach nicht mehr weiter.

Mit freundlichen Grüßen

Daniela Bäcker

von Dani198827 am 14.01.2021, 22:02 Uhr

 

Antwort auf:

Baby kann nicht alleine Stuhlgang abgeben

Guten Abend,

Die Verschlechterung der Situation jetzt, im Alter von drei Monaten, kann möglicherweise durch den Wechsel in der Bakterienbesiedlung des Darmes bedingt sein, wo die nach der Geburt zunächst vorherrschende Bifidusflora durch Koli-Bakterien (Escherichia coli) abgelöst wird. Die Koli-Bakterien sind Gasbildner, können damit unterschiedlich stark Blähungen verursachen (bei Reifgeborenen spricht man auch von „Dreimonatskoliken“) und verändern Stuhlfarbe und –konsistenz (der Stuhl wird dunkler und fester).
Anhand Ihrer Informationen kann natürlich nicht ausgeschlossen werden, dass Engstellen in den letzten Darmabschnitten, Sie hatten beispielsweise den Morbus Hirschsprung genannt, ursächlich für die Probleme Ihres Kindes sein können. Mitunter treten die Beschwerden individuell auch bei einer Flaschennahrung stärker auf, während sich das Befinden nach dem Wechsel zu einem anderen Produkt bessert.
Weiterhin berichteten Sie darüber, dass Sie bereits begleitende Maßnahmen versucht hatten. Dies bezieht sich möglicherweise auf die Gabe von Kümmelzäpfchen oder eine sanfte Bauchmassage kreisförmig im Uhrzeigersinn um den Nabel herum während des Windelwechsels, nachdem die Finger vorher mit einer neutralen Pflegesalbe leicht eingefettet wurden. Wenn die Blähungen sehr stark waren, haben Sie eventuell auch schon versucht, einen sogenannten „Entschäumer“ in Tropfenform zu geben.

Bitte kontaktieren Sie nochmals Ihre Kinderärztin / Ihren Kinderarzt, da dort neben den von Ihnen geschilderten Beschwerden auch ein Überblick über die bisherige Entwicklung und das Wachstum Ihres Sohnes vorliegen. Die Kollegin / der Kollege kann bestimmt einschätzen, ob weiterführende Untersuchungen veranlasst werden sollten. Einfach durchzuführen und ohne Risiko für Ihr Kind ist beispielsweise eine Ultraschalluntersuchung des Bauches, wo schon orientierend viele Informationen über Aussehen und Beweglichkeit des Darmes sowie die Beschaffenheit der Bauchorgane gewonnen werden könnten.

Alles Gute!

von PD Dr. med. Axel Hübler am 14.01.2021

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