Prof. Dr. med. Michael Radke

Prof. Dr. med. Michael Radke

Kinderarzt

Nach seinem Studium der Humanmedizin erhielt Professor Dr. med. Michael Radke seine Facharzt­ausbildung in der Universitäts­kinderklinik Rostock und arbeitete dort als Oberarzt mit den Spezial­gebieten Pädiatrische Gastro­enterologie und Ernährungs­störungen bei Kindern. Seit Oktober 1997 ist er Chefarzt des Zentrums für Kinder- und Jugend­medizin des Klinikums Ernst von Bergmann in Potsdam, akademisches Lehr­krankenhaus der Charité Berlin.

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Prof. Dr. med. Michael Radke

Blähungen mit 10 Monaten

Antwort von Prof. Dr. med. Michael Radke

Frage:

Hallo Herr Prof. Dr. Radke,

Meine 10 Monate alte Tochter hat seit Geburt Blähungen. Nachdem es nach den berühmten 3 Monaten nicht besser wurde, habe ich so viel versucht: In meiner Ernährung alles mögliche umgestellt (incl. 6 Wochen komplett kuhmilchfrei zu Vollstillzeiten- habe dabei wirklich auf alles geachtet), alle möglichen Mittelchen (Kümmelzäpfchen, Lefax, etc.)Mutaflor, nach Beikostbeginn in ihrer Ernährung glutenfrei, usw.

Sind in der Gastroabteilung der Kinderklinik in Behandlung. Die Ärztin dort vermutet angeborene Laktoseintoleranz. Kann das denn sein? Habe im Internet gelesen, dass sie in diesem Fall gar nicht gestillt hätte werden dürfen, da schwere Entwicklungsschäden drohen. Sie gedeiht aber prächtig, ist immer oberhalb der 50%-Perzentile, ist motorisch extrem weit. Oder kann es tatsächlich sein, dass eine Laktoseintoleranz "nur" zu extremer Gasentwicklung führt? Stuhl war zu Vollstillzeiten immer extrem wässrig, inzwischen normal. Hatten damals auch mehrmals Blut im Stuhl, bei der Nachkontrolle aber nicht mehr.

Kann es denn sein, dass so viel Luft im Bauch nur durch Luftschlucken beim Stillen kommt? (In ganz schlimmen Zeiten war der Bauch immer ganz dick und nach entsprechender "Gymnastik" hat sie dann bestimmt 20 Mal hintereinander gepupst. Inzwischen ist es nicht mehr ganz so schlimm.) Das würde erklären, warum sie nachts und vormittags ganz besonders viel pupst (leider wacht sie - ich vermute auch durch die Unruhe im Bauch nachts stündlich auf und ist dann nur durch Stillen zum Weiterschlafen zu bringen). Sie zieht definitiv keine Luft von außen ein, auch eine Stillberaterin hat mir bestätigt, dass sie richtig angelegt ist, aber ich vermute, sie könnte ja auch die durch die Nase eingeatmete Luft schlucken, oder?

Zögere noch ein bisschen mit dem Abstillen, weil ich Angst habe, dass die Blähungen und damit die Nächte nicht besser werden und sie weiterhin stündlich wach wird - ohne Stillen zu können wäre das eine Katastrophe...
Haben Sie noch einen Rat?

Danke im Voraus!

von kiki18 am 03.09.2013, 21:25 Uhr

 
 

Antwort auf:

Blähungen mit 10 Monaten

Angeborene Laktoseintoleranzen sind extrem selten, das müßte man dann feststellen. In diesem Fall müßte man laktosefreie Milch geben, und dürfte auch nicht stillen, da haben Sie ganz recht.
Fangen Sie zügig mit der Beikosternährung an, vermeiden Sie Säfte und zuckerhaltige Nahrung/Getränke. Nach Ihrer Beschreibung ist Ihr Kind nicht krank (gedeiht gut), es könnte tatsächlich am Luftschlucken (Aerophagie) liegen bzw. Ihr Kind hat eine vermehrte gasbildende Darmflora. Das wird sich nach Beikost bessern.

von Prof. Dr. med. Michael Radke am 04.09.2013

Antwort auf:

Blähungen mit 10 Monaten

Und noch eine Frage:
Wenn Luft geschluckt wird, wie lange dauert es dann ungefähr, bis sie hinten wieder rauskommt? Anders gefragt: Wenn ich um 20 Uhr zum Schlafengehen sicher sein will, dass alle geschluckte Luft schon draußen ist, wann wär dann der späteste Zeitpunkt, zu dem ich noch stillen könnte?

Sie macht tagsüber nach jeder Mahlzeit (auch Wasser, Brei) mehr oder weniger große Bäuerchen. Ist das denn normal, dass auch beim festen Essen Luft geschluckt wird? Da sie auch tagsüber Probleme mit Blähungen hat, bedeutet das wohl, dass durch die Bäuerchen auch nicht alle geschluckte Luft hochkommt, oder?

Entschuldigen Sie die vielen Fragen! Danke für Ihre hilfreiche Arbeit hier im Forum!

von kiki18 am 03.09.2013

Antwort auf:

Blähungen mit 10 Monaten

Vielen Dank für Ihre Antwort!
Sie bekommt schon Beikost, seit sie 5 Monate alt ist, isst auch schon sehr viel. Es trat nach Beikostbeginn eine leichte Besserung der Beschwerden auf. Sollte ich Ihrer Meinung nach komplett abstillen? Wenn es Laktoseintoleranz ist, wie schnell nach Abstillen sollte dann eine Besserung zu spüren sein? Auch schon am ersten Tag? (ich habe sie seit heute morgen nicht mehr gestillt, sollte dann heute abend schon eine Veränderung eintreten?) Danke!

von kiki18 am 04.09.2013

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