Frage im Expertenforum Stillberatung an Biggi Welter:

Wie stille ich meinen zweijährigen am besten ab

Frage: Wie stille ich meinen zweijährigen am besten ab

Elenchen90

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Hallo, Ich wende ich jetzt auch mal an ein forum weil ich langsam nicht mehr weiter weiß. Ich stille meinen 24 Monate alten Sohn von Anfang an. Als er etwa 11 Monate alt war, waren wir schon so gut wie dabei dass ich komplett abstillen konnte, weil er man tag so gut wie gar nicht mehr getrunken hat und brav gegessen hat und nur noch nachts irgendwann um 1 rum wach wurde nachdem ich ihn zum einschlafen gestillt habe. Kurz bevor ich aber wieder anfangen musste zu arbeiten, wollte er plötzlich wieder vermehrt trinken und das ist bis jetzt so geblieben. Wir hatten Zeiten, da kam er am Tag an die 8-10x mal und wollte trinken. Er isst eigentlich sehr gut und auch wenn ich nicht da bin und er die zwei Tage im Kindergarten ist, klappt es ja auch ohne stillen. Ich bin davon überzeugt dass er das Stillen nur als Rückzugsort und zum auftanken braucht und nicht weil er wirklich hungrig ist. Jetzt im Moment ist es so dass ich ihn immer wenn er am Tag trinken mag, versuche abzulenken und ihn nie etwas anbiete es sei denn er will schlafen, da habe ich ihm klar verständlich gemacht dass das noch in Ordnung ist. Aber er versucht es trotzdem ständig und oft weint er dann auch wenn ich ihm die Milch verweigere. Ich komme jetzt wirklich langsam an meine Grenzen, das stillen zerrrt an mir, ich bin sehr schlank und fühle mich nach einer durchgenuckelten Nacht wie ausgelaugt. Er kann auch nicht alleine schlafen, er schläft bei mir im Bett, was ich aber nicht schlimm finde, wenn er nur nicht ständig kommen würde. Ich kann mich nicht erinnern seit zwei jahren eine Nacht gehabt zu haben wo ich durchschlafen konnte :(. Ich weiß das abstillen keine Garantie für besseren Schlaf ist, aber auch so mag ich nicht mehr. Ich will nicht mehr! Bitte wie kann ich ihn endlich abstillen?


Biggi Welter

Biggi Welter

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Liebe Elenchen90, Stillen ist eine Zweierbeziehung und wenn es dazu kommt, dass sich ein Partner dabei nicht wohl fühlt, dann müssen Lösungswege gefunden werden. Das Wichtigste überhaupt ist allerdings, dass Du fest zu deinem Entschluss stehst. Solange hier noch der geringste Zweifel besteht, wird dein Kind diese Zweifel spüren und Du wirst weiterhin `schwach" werden. Für viele von uns ist es sehr ungewohnt zu sehen, wie begeistert und mit wie viel Freude ein Kleinkind stillt. Dein Sohn verhält sich gar nicht so "brustversessen" wie Du glaubst, viele langzeitgestillte Kinder zeigen sehr deutlich wie viel ihnen das Stillen bedeutet. Wird es dem Kind überlassen, wann es sich selbst abstillt, dann stillen sich die meisten Kinder irgendwann zwischen dem zweiten und dem vierten Geburtstag ab. Ein Abstillen deutlich vor dem zweiten Geburtstag auf Initiative des Kindes hin ist eher unwahrscheinlich. All diese theoretischen Überlegungen helfen dir jedoch nicht weiter, denn Du fühlst dich in der derzeitigen Situation unwohl. Wenn sich in einer Stillbeziehung ein Partner nicht mehr wohl fühlt, dann ist es an der Zeit zu überlegen, was geändert werden kann. Sicher ist ein zweijähriges Kind noch nicht in der Lage alles Gesprochene bis ins letzte Detail zu verstehen, doch ich denke, dass der erste Schritt für dich sein sollte, dass Du mit deinem Sohn darüber sprichst, wie es dir geht und was Du nicht mehr möchtest. Dann könnt ihr als Eltern eine Art Plan machen, wie ihr vorgehen wollt, um das Stillen etwas einzuschränken. Stillen nach Bedarf ist bei einem Kind über einem Jahr nicht mehr ein so eng gefasster Begriff wie bei einem kleinen Baby und liebevoller Konsequenz lassen sich auch bei einem Kind in diesem Alter in einem gewissen Rahmen Regeln aufstellen. Selbstverständlich wird sich nicht von heute auf morgen eine plötzliche Änderung ergeben, das geschieht in kleinen Schritten und selbstverständlich wirst Du mit Rückschritten rechnen müssen, doch mit viel Liebe und Beharrlichkeit, kannst Du einen Weg finden. Falls Du feststellst, dass das punktuelle Abstillen (also eine Art eingeschränktes Stillen) für dich immer noch nicht der Weg ist, den Du gehen willst, dann solltest Du dich in einem ruhigen Moment mit dir selbst auseinander setzen, was Du willst und dann entsprechend dieser Entscheidung und ohne Zweifel handeln. Wichtig ist dabei, dass Du dir deiner Entscheidung ganz sicher bist, denn jedweden Zweifel wird dein Kind sofort spüren und entsprechend handeln. Wenn Du nicht mehr stillen möchtest, wird es am besten sein, wenn du schrittweise vorgehst, z.B. in dem du zunächst eine gewisse stillfreie Zeit in der Nacht einführst. Dazu kannst du wie folgt vorgehen: Erkläre deinem Kind schon bei Tag, was sich in der Nacht ändern wird, und versuche, Signale zu definieren, die es wieder erkennen kann (z.B. "erst wenn der Radiowecker angeht, dann darfst Du trinken") und die sich eventuell anpassen lassen (den Radiowecker kann man etwa jeden 2. Tag eine viertel Stunde nach hinten programmieren, so dass die Pause immer länger wird). So wird die Nacht allmählich stillfrei. Wenn sich dein Kind dann in der Nacht beschwert, dass es nicht trinken darf (und das kann es natürlich nur durch weinen oder schreien), dann tröste es und sprich liebevoll-beruhigend mit ihm, und gestehe es ihm auch wirklich zu, sauer zu sein, aber bleib konsequent beim "Nein", bis der vereinbarte Zeitpunkt (z.B. der Radiowecker geht an) für das Stillen gekommen ist. Dann jedoch solltest Du auch von dir aus deinem Kind die Brust anbieten - so lernt es, dass es sich auf dein Wort verlassen kann. Natürlich kannst Du ihm während der Nacht einen Schluck Wasser oder auch einen Schnuller anbieten, doch sei nicht allzu überrascht, wenn das anfangs mit Wut abgewiesen wird. Ehrlicherweise muss ich dazu sagen, dass die ersten Nächte zwangsläufig sehr unruhig sein werden. Doch in der Regel akzeptieren Kinder relativ schnell die neuen "Spielregeln", und je älter sie sind, desto einfacher. Dieser Vorschlag stammt von Elizabeth Pantley, Autorin des Buchs "Schlafen statt Schreien: Das liebevolle Einschlafbuch: Das 10-Schritte-Progamm für ruhige Nächte", das nun auf Deutsch erschienen ist und das ich wärmstens empfehlen kann. Pantley hat ein Programm entwickelt, mit dem man älteren Babys, auch Stillkinder, dabei helfen kann, auch ohne Brust oder ständiges Stillen die Nacht zu schaffen. Auch wenn man nicht alle ihre Schritte anwendet haben viele Mütter doch gute Erfahrungen mit diesem Buch gemacht. Ich hoffe, die Antwort hilft dir weiter. LLLiebe Grüße, Biggi


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