Frage im Expertenforum Stillberatung an Biggi Welter:

unzufrieden nach stillen

Frage: unzufrieden nach stillen

Anisia

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hallo, meine tochter ist 5 monate und 2 wochen alt, sie hat 6 mal am tag gute volle windeln, stuhl 1 mal am tag. bis vor 3 wochen hatte sie täglich 4 mal stuhl. sie nimmt zu, hat ihr geburtsgewicht verdoppelt. ich stille sie nach bedarf, habe wohl aber nicht so viel milch wie sie gern hätte. nach dem stillen hat sie ständig ihre hand im mund und quengelt, als hätte sie hunger. die anderen anzeichen sprechen aber dagegen. kann es trotzdem sein, das sie hunger hat, wegen der hand in den mund stecken? ich stille sie jetzt alle 3 stunden, da trinkt sie immer etwa 60 - 80 milliliter, ich wiege sie, weiß das daher genau. mich irritiert halt auch das quengeln, sie scheint nach dem stillen unzufrieden zu sein. sollte ich mit beikost beginnen?


Biggi Welter

Biggi Welter

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Liebe Anisia, die Vorstellung, dass die Brust (ähnlich wie eine Flasche) nach dem Stillen leer ist und erst wieder aufgefüllt werden muss, ist so nicht richtig. Zwar wird zwischen den Stillmahlzeiten Milch produziert, der Hauptanteil der Milch wird jedoch erst während des Stillens gebildet. Das Saugen des Kindes gibt das entsprechende Signal zur Milchbildung, der Milchspendereflex wird dann ausgelöst. Deshalb ist es auch falsch zwischen den Stillmahlzeiten eine längere Pause einzulegen, damit sich die Milch in der Brust sammelt, sondern es muss häufiger angelegt werden, um die Milchmenge zu steigern. Wenn Ihr Baby also tatsächlich Hunger hat, sollten Sie nicht erst nach drei Stunden anlegen, sondern dann, wenn Sie das Gefühl haben, dass es Hunger hat. Daumen- Finger- oder Handlutschen muss nicht automatisch auf ein Problem hinweisen und es auch nach den ersten vier Wochen kein verlässliches Hungerzeichen mehr, wenn das Kind seine Finger oder Hand in den Mund steckt. Das Baby beginnt dann sich selbst und seine Umgebung wahrzunehmen und zu erforschen und der Mund ist ein ganz wichtiges Organ, wenn es um das Erforschen und Begreifen geht. Es ist sinnvoll mit der Beikost zu beginnen, wenn das Baby die folgenden Anzeichen zu erkennen gibt: o es ist in der Lage aufrecht zu sitzen, o der Zungenstreckreflex, durch den das Baby feste Nahrung automatisch wieder aus dem Mund herausschiebt, hat sich abgeschwächt, o es zeigt Bereitschaft zum Kauen, o es kann selbstständig Nahrung aufnehmen und in den Mund stecken und interessiert sich dafür, o es zeigt ein gesteigertes Stillbedürfnis, das sich nicht mit einer Erkrankung, dem Zahnen oder einer Veränderung in seiner Umgebung oder in seinem Tagesablauf in Verbindung bringen lässt. Dies ist meist etwa mit sechs Monaten der Fall, bei wenigen Kindern früher, bei gar nicht so wenigen später. Ehe diese Zeichen nicht zu erkennen sind, sollte noch keine Beikost eingeführt werden. Auch Babys, die mit künstlicher Säuglingsnahrung gefüttert werden, sollten in den ersten sechs Monaten keine andere Nahrung erhalten. LLLiebe Grüße, Biggi


Anisia

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noch etwas, sie saugt und trinkt dann, und nach etwa 7 minuten gibts wohl keine milch mehr, weil sie dann saugt und saugt und nichts kommt. das macht sie dann so 5 minuten, und dann quengelt sie. ich sehe dann selber durch drücken an der brust, das nichts mehr kommt. wieso habe ich jetzt so wenig milch? es ist ja nicht so, das meine tochter jetzt mehr trinkt. das ist es ja. danke


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