Em_il
Meine Maus ist heute 1 Woche alt und ich frage mich schön langsam ob ich bei der Stillerei irgendwas falsch mache... Im Krankenhaus hat man mir gesagt, ich solle sie alle 2 Stunden an die Brust legen und trinken lassen! War am Anfang schon problematisch weil lange keine Milch kam, dass wir mit ganz wenig Premilch geholfen haben. Muss dazu sagen dass sie wirklich ein Winzling ist und vlt einfach soviel braucht? Sie trinkt (durchschnittlich mal 1 Stunde an einer Brust), lege ich sie ab weint sie sofort, steckt sich alle Finger in den Mund, sucht die Brust etc.. Dann trinkt sie weiter. So geht das oft bis zu 5 Stunden (ich esse während sie mir an der Brust hängt) bis sie dann irgendwann endlich einschläft. Dann schläft sie 1, max 2 Stunden und das ganze geht von vorn los... Keine Ahnung ob sie die ganze Zeit auch wirklich trinkt oder nur nuckelt? Manchmal macht sie so 2-3 Sauger, dann ist wieder Pause 5 Sekunden und weiter... Ich weiss nicht aber es ist sehr kräfteraubend, ich dachte nicht dass Stillmahlzeiten so lange andauern... Weil ich gern auch mal wieder schlafen würde werde ich mir jz eine Milchpumpe besorgen, abpumpen und ihr Fläschchen geben. Vlt zieht sich das ganze dann nicht mehr so extrem hin ..? Was meinen sie? Stillen kann ich ja trotzdem teilweise noch weiter an der Brust oder? Saugverwirrung wirds denke ich keine geben, ich stille mit Stillhütchen weil meine Schlupfwarzen findet sie nicht, sie nimmt aber Flasche und Stillhütchen problemlos. Kann ja aber auch nicht grade gut sein wenn sie den ganzen Tag an den Plastikdingern nuckelt, da kann ich ihr ja gleich einen Schnulli reinschieben, das wollt ich eigentlich vermeiden... Vlt können Sie mir da weiterhelfen bzw gehts sonst noch jemandem ähnlich? Danke & LG Mama von Emma
Liebe Mama von Emma, der „regelmäßige Rhythmus" ist eine Illusion, den es in der Regel nicht viel häufiger gibt als weiße Einhörner und die oft verzweifelten jungen Mütter jagen einem Ideal aus Hochglanzbroschüren hinterher, das mit der Realität wenig zu tun hat. Ein Baby sollte nach Bedarf gestillt werden. Alle Stillexperten sind sich einige, dass Stillen nach Bedarf für Mutter und Kind am besten ist. So wird sichergestellt, dass das Baby die Nahrung, die es braucht, genau dann bekommt, wenn es sie braucht und sich das Gleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage einstellen kann. Während eines Wachstumsschubs kann es durchaus sein, dass ein Baby alle Stunde an die Brust möchte. Es gibt keinen Grund einen Mindestabstand zwischen zwei Stillmahlzeiten einzuhalten. Im Extremfall kann das „Hinhalten" des Babys zu Gedeihstörungen führen. All die Erzählungen von einem bestimmten Rhythmus eines Babys sind schlicht und ergreifend falsch. Muttermilch ist innerhalb von 60 bis 90 Minuten verdaut und der Organismus eines Babys ist auf häufige Mahlzeiten eingestellt. So kleine Babys wollen im Schnitt zwischen acht und zwölf Mal innerhalb von 24 Stunden gestillt werden. Im Schnitt heißt, es gibt Babys die seltener nach der Brust verlangen (eher wenige Babys) und es gibt Babys, die häufiger an die Brust wollen (die Mehrzahl). Nun ist es jedoch nicht so, dass ein Kind zügig zwanzig Minuten trinkt und sich dann nach drei Stunden das nächste Mal rührt, sondern es kommt immer wieder zu Stillepisoden, die so ablaufen: das Kind trinkt eine kurze Weile, hört auf, döst vielleicht sogar weg und beginnt erneut kurz zu trinken usw. Dieses Verhalten heißt Clusterfeeding und ist absolut normal für kleine Babys. Besonders gehäuft treten diese Stillepisoden am Nachmittag und Abend auf, wie überhaupt die Abstände zwischen den Stillzeiten im Verlauf des Tages immer kürzer werden. Dazu kommt, dass in bestimmten Altersstufen Wachstumsschübe zu erwarten sind, in denen die Baby manchmal schier ununterbrochen an die Brust wollen. Wird in dieser Situation zugefüttert, wird der Brust kein erhöhter Bedarf signalisiert und die Milchmenge kann sich auch nicht auf den erhöhten Bedarf einstellen. Das Gleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage wird gestört und es kann der Beginn eines unfreiwilligen Abstillens sein. Darum raten wir erst dann zur Gabe von künstlicher Milch, wenn keine andere Maßnahme geholfen hat - oder das Kind deutlich zu wenig zugenommen hat! Die Abstände können mit der Zeit durchaus länger werden, eine Garantie gibt es leider nicht. Ich kann Dir gerne empfehlen, einmal ein Stillgruppentreffen zu besuchen. Viele Unsicherheiten lassen sich im direkten Gespräch sehr viel besser ausräumen und der Austausch mit anderen stillenden Müttern kann sehr ermutigend sein und vor allem wirst Du sehen und erleben, dass sich andere Babys genau so verhalten wie Dein kleines Menschlein. Adressen von Stillberaterinnen findest Du im Internet unter: http://wwwlalecheliga.de (Stillberaterinnen der La Leche Liga), http://www.afs-stillen.de (Stillberaterinnen der Arbeitsgemeinschaft freier Stillgruppen) oder http://www.bdl-stillen.de (Still- und Laktationsberaterinnen IBCLC). LLLiebe Grüße Biggi
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