Mitglied inaktiv
Hallo, mein Sohn ist jetzt etwas über 5 Monate alt und wir haben jetzt tagsüber Probleme mit dem Stillen. Bis vor kurzem ging seine Verdauung eher selten, so alle zwei Tage einmal, manchmal ein mal am Tag manchmal auch nur ein mal die Woche. Seid ca. 2 Wochen ist die Windel nun alle 4-6 mal am Tag voll. Dadurch ist er jetzt auch Wund am Po, meine Hebamme meint aber, das ist kein Durchfall und ich solle abwarten und viel Luft ran lassen. Er macht jetzt überwiegend die Windel beimStillen voll. Es scheint ihn sehr zu kneifen und er dreht und wendet sich beim trinken und trinkt nur noch 3-5 min auf jeder Seite. Er weint dann zwischendurch auch. Anlegen hat dann keinen Sinn mehr. Manchmal geb ich ihm dann Nachmittags zusätzlich noch etwas Pre Nahrung, die er dann ohne jammern verputzt, nach dem stillen,so ca 200 ml. Wenn ich aber auf die Brust drücke, kommt noch Milch, also kann es ja auch nicht sein, das er nichts bekommt, oder? Er hat schon immer beide Seiten leer getrunken. Ich habe eine kleinere Brust, die nie sehr Prall ist, außer er verschläft mal eine Mahlzeit und trinkt erst nach 6 Stunden, dann merke ich, dass die Bust voll ist. In letzter Zeit will er auch Nachts alle 2,5-3 Stunden trinken, da allerdings ohne Probleme. Ich hab jetzt angst, dass die Milch weniger wird, weil er so schlecht trinkt. Soll ich lieber abpumpen? Ich hab es in den ersten 4 Wochen versucht, mit einer geliehenen Pumpe, aber wenn ich dann gepumpt habe nach dem Stillen, kam nichts mehr, wenn ich gewartet habe, hatte der Kleine nicht mehr genug bei der nächsten Mahlzeit, es ist auch nicht mehr geworden.... so viele Fragen auf einmal.... Ist das nur ein Wachstumsschub? Verbindet er das stillen mit den Schmerzen im Bauch und Po und will nicht mehr? Lieber zum Kinderarzt? Lieber abpumpen und Flasche? Könnte es auch eine Reaktion auf Kuhmilchprodukte sein, die ich seid kurzem vermehrt trinke/ esse? Ein Bauer liefert Frischware ans Haus, in der Familie hat aber niemand Allergien. Letzte Frage: ich habe gelesen, das zu viel Stilltee gar nicht gut ist. Soll man zwischendurch mal absetzen? Gibt es andere Nahrungsmittel/ Getränke, die die Milchproduktion steigern? ich hab nach wie vor das Gefühl, dass ich zu wenig Milch habe.... auch wenn sein Gewicht ok ist. Vielen Dank für die Beantwortung meiner Fragen. LG Tamara
Liebe Tamara, weiche Brüste sind KEIN Hinweis auf zu wenig Milch, im Gegenteil, nach den ersten Wochen ist es absolut normal, dass die Brust wieder weich (und oft auch kleiner wird). Das bedeutet nicht, dass die Milch weniger geworden ist, sondern ist ein Hinweis darauf, dass sich die Stillbeziehung eingespielt hat. Auch die Vorstellung, dass die Brust (ähnlich wie eine Flasche) nach dem Stillen leer ist und erst wieder aufgefüllt werden muss, ist so nicht richtig. Zwar wird zwischen den Stillmahlzeiten Milch produziert, der Hauptanteil der Milch wird jedoch erst während des Stillens gebildet. Das Saugen des Kindes gibt das entsprechende Signal zur Milchbildung, der Milchspendereflex wird dann ausgelöst. Deshalb ist es auch falsch zwischen den Stillmahlzeiten eine längere Pause einzulegen, damit sich die Milch in der Brust sammelt, sondern es muss häufiger angelegt werden, um die Milchmenge zu steigern. Der Muttermilchstuhl kann richtig flüssig sein, das bedeutet noch lange keinen Durchfall. Der Stuhlgang eines voll gestillten Kindes kann in der Farbe von gelb über gelblich grün bist hin zu bräunlich variieren und auch die Konsistenz kann unterschiedlich sein, meist eher flüssig als fest. Sehr oft sieht Muttermilchstuhl aus wie gelber Hüttenkäse. Gelegentliche Schleimbeimengungen können vorkommen und von der Häufigkeit ist alles normal von neun Mal pro Tag bis (nach den ersten Wochen) hin zu alle neun Tage (oder noch länger) einmal. Die Häufigkeit kann sich auch jederzeit und immer wieder verändern. Durchfall bei einem voll gestillten Kind erkennt man e an den folgenden Anzeichen: mindestens zwölf Stuhlentleerungen innerhalb von 24 Stunden, die deutlich unangenehm riechen und manchmal auch mit Blutspuren durchsetzt sind. Die Stühle sind dann meist sehr wässrig und substanzlos und das Allgemeinbefinden des Kindes ist deutlich beeinträchtigt. Sie schreiben, dass Ihr Baby oft wund ist, haben Sie schon einmal versucht, etwas abgepumpte Muttermilch auf den Po zu geben? Viele Mütter berichten, dass ihren Kindern das gut hilft. Es kann auch sein, dass Ihr Baby die Pre-Milch nicht so gut verträgt, wenn Sie noch nicht sehr viel zufüttern, würde ich Sie einfach weglassen. Da Ihr Baby Ihre Milch bisher gut vertragen hat, denke ich nicht, dass es an den Milchprodukten liegt. Nur wenn Sie wirklich sehr viel mehr Milch zu sich nehmen, könnten Sie einmal versuchen, weniger zu sich zu nehmen. In so ziemlich jeder Kultur gibt es irgendwelche Nahrungsmittel oder Getränke, denen milchbildungsfördernde Eigenschaften zugeschrieben werden, doch letztlich bringt nur ein Weg mehr Milch: Die Stimulation der Brust, sprich häufiges Anlegen und effektives Trinken des Kindes. Wenn die Milchmenge gesteigert werden soll, dann muss das Kind häufiger angelegt werden oder - wenn die Situation es erfordert - zusätzlich abgepumpt werden. Zaubermittel, die die Milch einfach so fließen lassen, gibt es leider nicht. Günstig wäre es, wenn Sie ein paar "Baby und Stilltage" einlegen könnten. Das heißt, Sie legen sich mit Ihrem Baby ins Bett, ruhen sich aus und kümmern sich ausschließlich um Ihr Baby, stillen es alle zwei Stunden und lassen den Haushalt von jemandem anders versorgen. Achten Sie darauf, genügend zu essen (möglichst kohlehydratreiche Nahrung) und Ihrem Durstgefühl entsprechend zu trinken. Sie müssen keine Flüssigkeit in sich hineinschütten, eine zu hohe Flüssigkeitsaufnahme wirkt sich NICHT positiv auf die Milchmenge aus. Außerdem ist es sicher empfehlenswert, dass Sie sich die Unterstützung einer Stillberaterin vor Ort suchen. Sie kann im direkten Gespräch mit Ihnen viele Fragen sofort klären und kann sich auch anschauen, wie Sie anlegen und wie Ihr Baby saugt. Adressen von Stillberaterinnen finden Sie im Internet unter: http://wwwlalecheliga.de (Stillberaterinnen der La Leche Liga), http://www.afs-stillen.de (Stillberaterinnen der Arbeitsgemeinschaft freier Stillgruppen) oder http://www.bdl-stillen.de (Still- und Laktationsberaterinnen IBCLC). LLLiebe Grüße, Biggi
Mitglied inaktiv
Danke für die ausführliche Antwort. Das ganze ist ja erst seid knapp 14 Tagen so, dass er quängelt beim stillen und nach drei bis vier Minuten wieder aufhört. Gleichzeitig mit dem öfteren Stuhlgang und dem wunden Po, das war alles vorher nicht. Das die Brust "leer" ist leite ich daher ab, wie der kleine schluckt. Am Anfang trinkt er in vollen Zügen, doch manchmal saugt und saugt er und der Mund bleibt trocken. Dann muss ich die Seite wechseln. Meistens kann er keine 10 Minuten an einer Seite trinken, im Schnitt 5-8 Minuten. Er wird dann richtig wütend.Ich lasse ihn dann immer noch etwas arbeiten, damit die Milchbildung angeregt wird... denn die nahrhafte Milch kommt doch immer zuletzt, oder? Danke, das mit den Babytagen hört sich gut an. Und dann ganz in Ruhe immer wieder versuchen, das werde ich machen.
Kristina Wrede
Liebe loewemay, es ist nicht bewiesen, dass nicht auch schon zu Beginn die nahrhafte Milch da ist, bzw. hat es sich gezeigt, dass das je nach Tageszeit ganz unterschiedlich ausfällt. Lass dich nicht nervös machen, solange der Kleine gedeiht "darf" er auch unzufrieden sein - das gehört eben mit zu unserem Erdendasein... Lieben Gruß und viel Erfolg bei den Babytagen... :-) Kristina
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