Frage im Expertenforum Stillberatung an Biggi Welter:

stillen

Frage: stillen

Annimaus23

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Hallo... Meine Baby wird nächste Woche 10 Wochen alt und ich stille voll.Leider leidet er unter den sogenannten 3 Monatskoliken und im Moment habe ich das Gefühl, dass er durch die ständigen Bauchschmerzen zu wenig trinkt.Er kommt ca. alle 4 Std. und trinkt meistens nur 70ml(hab ich durchs abwiegen jetzt erfahren).Nun interessiert mich, ob es zu wenig ist??? Danke im Vorraus


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Liebe Annimaus23, wenn du unsicher bist, ob er genug Milch aus der Brust bekommt, wäre es sinnvoller als das Baby zu wiegen, wenn du 24 Stunden lang die Windeln sammelst und dann wiegst. Vergleiche das Gewicht mit dem der gleichen Anzahl frischer Windeln. Die Urinmenge entspricht NICHT der Trinkmenge, denn dann wäre ja ausgeschlossen, dass das Baby zunimmt. Ein Teil der Flüssigkeit, die das Baby mit der Muttermilch aufnimmt geht über die Atmung verloren, ein Teil wird als Schweiß ausgeschieden, das Baby wächst und nimmt zu und auch der Stuhl wird letztendlich aus den unverwertbaren Resten der Muttermilch gebildet. Die Urinmenge ist also generell geringer, als die Trinkmenge. Für die Ausscheidungen bei einem ausschließlich gestillten Baby gelten die folgenden Anhaltswerte: Urin: 1. + 2. Tag: 15 – 60 ml pro Tag 3. – 10. Tag: 50 – 300 ml pro Tag 2. Monat: 250 – 400 ml pro Tag Diese Zahlen sind Anhaltspunkte. Du kannst uns das Ergebnis auch gern mailen... Blähungen sind bei kleinen Babys relativ häufig. Für eine Stillberaterin besteht der erste Schritt bei einem Kind mit Bauchproblemen darin, die Stillposition, Anlegetechnik und das Saugverhalten des Kindes zu überprüfen. Ein nicht korrekt angelegtes Kind und/oder ein Kind, das nicht richtig saugt, schluckt an der Brust meist sehr viel Luft und darin kann schon die Ursache für Blähungen begründet sein. Solange diese Ursache nicht beseitigt wird, können alle anderen Maßnahmen allenfalls „Kosmetik" betreiben, aber nicht wirklich helfen. Ein Tragetuch kann ebenfalls hilfreich sein. Ein Tragetuch ist fast ein Zaubermittel. Dein Baby kann Ihre Nähe spüren, es wird sich an Ihrem Körper beruhigen, die Koliken verringern sich, es wird weniger weinen, vielleicht sogar recht gut schlafen und Sie haben mindestens eine Hand frei (und auch Ihren Kopf, weil das Baby wieder ruhiger ist), um andere Dinge zu tun. Vielleicht magst du es mal versuchen? Tucherfahrene Frauen finden Sie in fast jeder Stillgruppe. Eine Stillberaterin in deiner Nähe findest Du im Internet unter http://wwwlalecheliga.de (La Leche Liga), http://www.afs stillen.de (Arbeitsgemeinschaft freier Stillgruppen) oder http://www.bdl stillen.de (Still und Laktationsberaterinnen IBCLC). Lieben Gruß! Kristina


Annimaus23

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vielen dank für die rasche antwort... also ich habe die windeln jetzt gewogen und es war ein unterschied von 200 g... ist das jetzt gut oder schlecht??? LG Annimaus23


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War das in 1 Windel, dann klingt es gut. Wichtig ist, dass du die SUmme aus 24 Stunden Windeln bildest. Das ist der Zeitraum, der aussagekräftig ist, denn nicht jedes Mal macht ein Baby gleich viel in die WIndel... Lieben Gruß, Kristina


Annimaus23

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Also ich habe jetzt mal die gesamten Windeln von 24h gewogen und komme auf 450g das müssten ja dann 450 ml entsprechen.Also denke ich jetzt mal, dass unser Zwerg genug Milch bekommt und brauch mich nicht mehr verrückt machen oder??? LG


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Ja, das sind Werte, die zeigen, dass genug Milch in deinen Zwerg gelangt! Lieben Gruß, Kristina


Annimaus23

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Liebe Kristina... seit gestern habe ich das Problem,dass mein Zwerg am Tag ab und an die Brust komplett verweigert und nur die Flasche akzeptiert.In der Nacht klappt es wunderbar mit dem stillen nur am Tage fängt er manchmal soofrt an zu schreiben wenn er die Brust sieht und weigert sich davon zu trinken.Ich möchte gerne weiterhin stillen,weiß aber nicht wie ich vorgehen soll? LG Annimaus23


Biggi Welter

Biggi Welter

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Liebe Annimaus23, am besten wendest Du dich einmal für eine persönliche Beratung an eine Stillberaterin in deiner Nähe. Adressen von Stillberaterinnen findest Du im Internet unter: http://wwwlalecheliga.de (Stillberaterinnen der La Leche Liga), http://www.afs-stillen.de (Stillberaterinnen der Arbeitsgemeinschaft freier Stillgruppen) oder http://www.bdl-stillen.de (Still- und Laktationsberaterinnen IBCLC). Bis Du eine Kollegin erreichen kannst, hier einige allgemeine Tipps: Du kannst versuchen dein Baby anzulegen, wenn es schon sehr schläfrig oder fast eingeschlafen ist. Viele Babys, die sich weigern, an der Brust zu trinken, wenn sie hellwach sind, tun es im Halbschlaf dann doch. Du kannst ihm die Brust auch immer wieder anbieten, wenn es wach ist, dränge aber nicht. Manche Babys sind eher bereit zu trinken, wenn ihre Mutter umhergeht statt stillzusitzen. Weitere Maßnahmen, die sich bei einem Stillstreik bewährt haben, sind: im Umhergehen stillen, in der Badewanne oder im Schaukelstuhl stillen, im Halbdunkeln stillen, im Halbschlaf stillen, das Baby mit der Brust spielen lassen, unterschiedliche Stillhaltungen ausprobieren, alle künstlichen Sauger vermeiden, das Baby massieren, viel Körperkontakt (Haut auf Haut), und ganz wichtig: keinen Stillstress erzeugen, weder bei der Mutter noch beim Kind, Ruhe und Gelassenheit, auch wenn es schwer fällt. Um deine Milchproduktion aufrecht zu erhalten und zu verhindern, dass die Brust übervoll wird, sollte die Milch ausgestrichen oder abgepumpt werden. Die so gewonnene Milch kann dem Kind mit einer alternativen Fütterungsmethode angeboten werden, z.B. mit einem Becher. Die Flasche ist in dieser Situation nicht unproblematisch, denn es kann passieren, dass sich dein Kind dann zur Flasche hin abstillt. LLLiebe Grüße Biggi Welter


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