Sunny Bee
Hallo, meine Tochter ist jetzt 9 Wochen alt und seit ein paar Tagen haben wir sehr Probleme beim Stillen. Sie trinkt sehr unregelmäßig. Normal kam sie alle zwei Stunden. Nun kommt sie jede Stunde, trinkt aber auch nicht wirklich viel und will dann eben wieder schnell an die Brust. Tagsüber schläft sie nicht, was das Trinken noch schwerer macht, da sie immer beim Stillen einschläft. Abends ist es so schlimm, dass sie zwar grundsätzlich an die Brust will - und das ab 18 Uhr bis ca 21 Uhr dauerhaft -, sie aber immer erst einmal die Brust anschreit. Es braucht dann viel Überredungskunst sie an die Brust zu bekommen, wenn das überhaupt möglich ist. Ist ihr das vielleicht abends zu anstrengend? Ich empfinde das Stillen generell nicht als schön, doch im Moment ist es noch schwerer zu ertragen. Ich versuche alles, sie zu stillen, weil es das Beste ist. Aber mit den jetzigen Problemen ist es unerträglich. Ich sehe so nicht, dass ich das bis zum sechsten Monat schaffe.
Kristina Wrede
Liebe Sunny Bee, hast du eine Hebamme, die euch unterstützt? Das Verhalten, das dein Baby zeigt, ist im Grunde total normal. Darum natürlich nicht unbedingt leichter oder weniger anstrengend für dich als Mutter. Und selbstverständlich solltest du dich nicht zum Stillen gezwungen fühlen, wenn du es nicht möchtest. Mit der richtigen Unterstützung aber kann es klappen, und durchaus angenehm werden. Magst du das probieren? Dann wäre es sinnvoll, wenn du (ggf. zusätzlich zur Hebamme) eine Stillberaterin in deiner Nähe kontaktierst. Sie kann dich Schritt für Schritt begleiten, und dich auch telefonisch bzw. im Rahmen eines Stillgruppentreffens beraten. Adressen von Stillberaterinnen findest Du im Internet unter: http://wwwlalecheliga.de (Stillberaterinnen der La Leche Liga), http://www.afs-stillen.de (Stillberaterinnen der Arbeitsgemeinschaft freier Stillgruppen) oder http://www.bdl-stillen.de (Still- und Laktationsberaterinnen IBCLC). Bis du jemanden erreichst helfen dir diese Informationen hoffentlich weiter: Das„Marathonstillen“ ist in diesem Alter so weit verbreitet, dass es als „normal“ angesehen werden sollte. Der Fachausdruck dafür lautet „Cluster Feeding“. So kleine Babys wollen häufig, aber vor allem in unregelmäßigen Abständen gestillt werden und fast alle Babys haben eine Tageszeit, zu der sie fast ununterbrochen an der Brust trinken (oder auch nur nuckeln) wollen. Das Nervensystem eines Babys ist ständigen Reizen ausgesetzt und während des Tages sind das viel mehr Reize als in der Nacht. So ist es nicht erstaunlich, dass sich bis zum späten Nachmittag oder frühen Abend einiges aufgestaut hat und das Kind dann „über" reizt ist und sich wieder abreagieren und beruhigen muss. Dazu kommt, dass auch die Mutter nach einem langen Tag ebenfalls mehr oder weniger stark belastet und gestresst ist und sich die Gefühle und Stimmung der Mutter auf das Kind übertragen. Auch ist es nicht naturgemäß, dass ein Baby irgendwo abgelegt wird und es dort schläft, auch wenn es das kuscheligste Babybett sein mag. DIe Instinkte eines Babys sorgen dafür, dass es "in SIcherheit" sein will, und das ist meist die Mama. Wenn dein Baby also nicht schlafen kann, probier doch mal, ob sich das ändert, wenn du sie intensiv trägst. Eine GUTE Tragehilfen kannst du häufig auch von einer Stillgruppe ausleihen. Lieben Gruß, Kristina