Sommermama2010
Hallo liebes Still-Team, ich war diesen Monag bei einem Info-Abend über Beikost. Leider war es sehr enttäuschend. Unter anderem sagte die Rednerin, dass Babies ab dem 4. Monat nachts keine Milch mehr brauchen, das wäre nur Gewöhnung. Man solle dem Baby nur klar sagen, dass alles gut ist und klar in seinem Verhalten sein, dann würde das Baby die Situation schnell annehmen. Das kann ich mir nicht vorstellen; unser Sohn(8,5 Monate) stillt noch gegen 23 Uhr, dann wieder so gegen 4 Uhr, seit ein paar tagen erst gegen 5 Uhr; hinterher schläft er wieder sehr tief während er kurz vor dem Stillen unruhig ist. Ist es nicht unsinnig, das dem Baby abgewöhnen zu wollen ? Was mich auch traurig gemacht hat war ihre Aussage, dass Mütter, die ihre Kinder länger als 2 Jahre stillen nicht loslassen können und irgenwas in der Mutter-Kind-Beziehung nicht stimmt. Laut ihrem Credo sollen mit 12-14 Monaten alle Mahlzeiten ersetzt sein und das Kind abgestillt. Da waren auch Mütter die mitgeschrieben haben, das fand dann echt schade, wenn die solch Ratschläge annehmen.
Liebe Sommermama2010, ja, das finde ich auch richtig schade. Der immer wieder verbreitete Gedanke, dass ein Baby ab sechs Monaten (oder einer anderen Altersgrenze) nachts nicht mehr aufwachen darf und nachts keine Nahrung mehr braucht entspringt in keinster Weise dem natürlichen Verhalten und den Bedürfnissen eines Babys oder Kleinkindes, sondern er entstammt dem (verständlichen) Wunsch der Erwachsenen, die gerne ihre Nachtruhe hätten. Eine Studie von Jelliffe und Jelliffe ergab, dass Babys im Alter von 10 Monaten mindestens 25 % ihrer Muttermilchaufnahme nachts zu sich nehmen. Das spricht eindeutig dafür, dass Babys auch nach den ersten sechs Monaten nachts noch hungrig sind. Der Einstellung, dass das Langzeitstillen die Loslösung beeinträchtige oder ein Problem in Hinblick auf die Theorie des Übergangsobjektes darstellt, ist keineswegs bewiesen. Dieser Vorstellung liegt eine Hypothese zugrunde, für die es keinen Beweis gibt. Diese Überlegungen beruhen auf Beobachtungen in einer bestimmten Bevölkerungsgruppe die vor langer Zeit gemacht wurden. Dem Stillen oder gar dem längeren Stillen wurde dabei überhaupt keine Aufmerksamkeit entgegengebracht (wohl auch, weil kaum bzw. nicht lange gestillt wurde). Die Praxis zeigt jedenfalls, dass langzeitgestillte Kinder nicht unselbständiger sind als kurz oder gar nicht gestillte Kinder und auch keine vermehrten Probleme mit der Loslösung haben, im Gegenteil: Oft haben sie ein so starkes Vertrauen in sich und die Welt, dass sie recht forsch die Welt entdecken wollen. Außerdem spricht gegen diese Theorie, dass es dann weltweit gesehen sehr viele Kinder Probleme mit der Selbstregulation haben müssten, denn es gibt ja nun mal viele Kulturen, in denen das lange Stillen deutlich über das Babyalter hinaus üblich ist und es gibt Kulturen, in denen keine Übergangsobjekte bekannt sind. Das lange Stillen führt definitiv nicht zu einer verspäteten Loslösungsphase. Lass dich nicht verunsichern! LLLiebe Grüße, Biggi
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