Mitglied inaktiv
Hallo, habe an meiner linken Brust eine rote Stelle festgestellt in unmittelbarer Nähe zur Brustwarze. Sie schmerzt kaum und ist etwas angeschwollen wenn ich sie abtaste. Habe kein Fieber oder andere Symptome. Stille seid fast 11 Wochen und nachts halt im liegen. Kann es sein, dass sich mein Sohn die Brustwarze gesucht hat und dann denn Vorhof zufassen bekommen hat, an dem er dann gesaugt hat? Muß ich das meinen Frauenarzt zeigen oder kann ich es mit Hausmittelchen selber auskurieren? Vielen Dank schon im vorraus. Und mit lieben Grüßen Steffi
Kristina Wrede
Liebe Steffi, ja, das kann gut sein, dass es quasi ein "Saugfleck" ist. Eine Entzündung ist das vermutlich noch nicht, und du brauchst noch nicht zum Arzt, solange keine Verschlimmerung eintritt. Nur wenn's Beschwerden gibt heißt es "Handeln": Um einen Milchstau oder eine Brustentzündung in ihren Anfängen zu überwinden oder um zu verhüten, dass sich ein Milchstau zu einer Brustentzündung entwickelt, sollte sich die Mutter ein bis zwei Tage mit ihrem Baby ins Bett legen, um sich auszuruhen und sich zu erholen. Idealerweise sollte ihr jemand während dieser Zeit die Hausarbeit ganz abnehmen. Ruhe für die Mutter ist mit das Wichtigste bei der Behandlung einer Brustentzündung. Vor jedem Stillen sollte feuchte Wärme auf die Brust einwirken. Ist das Stillen schmerzhaft, kann zuerst an der nicht betroffenen Seite und nach dem Einsetzen des Milchspendereflexes an der kranken Brust gestillt werden, und zwar solange, bis die Brust wieder weicher wird. Die Stillmahlzeit sollte dann an der ersten Brust beendet werden. Manche Frauen empfinden auch Quarkwickel als angenehm. (Bitte darauf achten die Brustwarze und den Brustwarzenhof beim Anlegen eines Quarkwickels auszusparen). Es gibt Frauen, die auf Quark allergisch reagieren, dann sollten keine Quarkwickel gemacht werden. Du kannst die Brust auch mit zerstoßenen Eiswürfeln, die in einen Waschlappen gepackt werden kühlen. Um eine gestaute Stelle zu entleeren, sollte jede Stillmahlzeit auf der betroffenen Seite beginnen, bis der Knoten und die Schmerzen vergangen sind. Es sollte alle eineinhalb bis zwei Stunden angelegt werden und dabei das Baby so gehalten werden, dass sein Kinn gegen die schmerzende Stelle gerichtet ist (erfordert manchmal etwas Akrobatik). Die Milch wird auf diese Weise besser herausgesogen und dadurch löst sich die Blockierung besser. Sanfte Massage kurz vor oder während des Stillens kann ebenfalls hilfreich sein. Häufiges Stillen (oder abpumpen) rund um die Uhr ist nötig, damit die Milch in der erkrankten Brust am Fließen gehalten wird. Und nochmals: Ganz wichtig ist Ruhe, Ruhe und nochmals Ruhe. Sobald Symptome wie Schüttelfrost, Fieber, Gliederschmerzen oder Kopfschmerzen usw. dazu kommen, sollte unverzüglich eine Ärztin/Arzt hinzugezogen werden. Auch wenn sich die Verhärtung nicht innerhalb von ein bis zwei Tagen bessert, sollte die Brust ärztlich untersucht werden (Frauenärztin/arzt oder Hausärztin/arzt). Lieben Gruß, Kristina
Mitglied inaktiv
Liebe Kristina, vielen Dank für die ausführliche Antwort. Der rote Fleck ist auch deutlich blaßer geworden und verspüre fast keinen Schmerz mehr. Habe diese Nacht beim stillen gut aufgepaßt und kann mir gut vorstellen, dass es dabei passiert ist. Mit der Ruhe einhalten ist bei 3 Kinder gar nicht so einfach. Aber ich habe versucht ein paar Gänge zurück zuschalten. Lieben Gruß Steffi
Kristina Wrede
Liebe Steffi, ja, oft "zwingen" uns unsere Kinder förmlich dazu, ruhiger zu werden, gerade dadurch, dass es eine Herausforderung ist. Schau, wo du Arbeit liegen lassen kannst und Ruhepause einbauen. Nichts ist wichtiger als dass es DIR gut geht! Lieben Gruß, Kristina
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