julchen-mama
Hallo Frau Welter, leider hat sich das Trinkverhalten von Julia nicht mehr gebessert. Hat sie bis vor 3 Wochen jeden Tag fast 1 l getrunken, ist es jetzt ganz wenig geworden. Ich wiege nicht mehr, aber heute morgen hab ich es getan, weil sie auch schon abgenommen hat. Sie hat ganz viel Theater an der Brust gemacht, sich gekrümmt gestreckt und an der Brustwarze rumgezogen. Sie hat dann innerhalb von 45 Minuten aus beiden Brüsten gesamt nur 80 ml rausgeholt. Früher waren es locker 200 ml! Ich lege sie jetzt nachmittags und abends öfter an, so alle 2 - 2,5 Stunden. Allerdings ist es da dasselbe Spiel. Sobald der Milchspendereflex einsetzt, was jetzt wieder länger dauert, trinkt sie 10 - 20 Schlucke. Und das wars. Andere Seite dasselbe. Ich lasse sie dann voll lange nuckeln. Hin und wieder wird der Milchspendereflex ausgelöst und sie trinkt noch ein bißchen. Jetzt hat sie seit 3 Tagen sehr schleimigen Stuhl, und die Ärztin meinte, vielleicht hätte sie auch einen Darminfekt. Stuhlprobe wurde eingeschickt. Damit meine Milch nicht ganz versiiegt, pumpe ich zwischendurch zwischen 30 und 50 ml ab. Bis ich soviel habe, dauert es aber mind. 15 Minuten. Am Sonntag hatte ich das Gefühl, es wäre wieder etwas mehr Milch da und Montag morgen, nachdem sie 7 Stunden geschlafen hat, fühlten sich die Brüste voller an. Gestern und heute wieder nicht. Ich weiß nicht, wie ich jetzt effektiv die Milchmenge wieder steigern kann. Wann und wieviel ist es sinnvoll abzupumpen? Ich will Julia ja auch nichts wegnehmen? Soll ich sie jetzt, wenn sie wirklich einen Infekt hat, häufiger anlegen? Ist das gut bei Bauchweh und treibt das die Milchmenge auch an, auch wenn sie nur wenig trinkt? Ich habe wirklich Angst, daß meine Milch nun bald versiegt und ich zufüttern muß. Vielen Dank für Ihre Antwort. Liebe Grüße Grit
Liebe Grit, wie ich Ihnen bereits mehrmals erklärt habe, ist Ihre Brust NIEMALS leer und auch durch das Abpumpen nehmen Sie Ihrem Kind nichts weg. Die Vorstellung, dass die Brust (ähnlich wie eine Flasche) nach dem Stillen leer ist und erst wieder aufgefüllt werden muss, ist so nicht richtig. Zwar wird zwischen den Stillmahlzeiten Milch produziert, der Hauptanteil der Milch wird jedoch erst während des Stillens gebildet. Das Saugen des Kindes gibt das entsprechende Signal zur Milchbildung, der Milchspendereflex wird dann ausgelöst. Deshalb ist es auch falsch zwischen den Stillmahlzeiten eine längere Pause einzulegen, damit sich die Milch in der Brust sammelt, sondern es muss häufiger angelegt werden, um die Milchmenge zu steigern. Nach Möglichkeit sollten Sie keine zu großen Mengen auf einmal abpumpen, um nicht zu sehr in das Gleichgewicht von Angebot und Nachfrage einzugreifen. Mengen zwischen 30 und 50 ml zwei oder drei Mal täglich ergeben recht rasch einen stattlichen Vorrat und die Milchmenge wird gesteigert. Bitte wenden Sie sich doch wirklich an eine Kollegin vor Ort, ich KANN aus der Ferne nicht mehr dazu sagen. Das Saugverhalten Ihres Babys sollte dringend überprüft werden und vielleicht wäre auch ein Brusternährungsset sinnvoll, aber um das zu entscheiden, muss das Saugverhalten überprüft werden. Keine Angst, auch bei einer Magen Darminfektion ist Stillen für Ihr Kind weiterhin die optimale Form es zu ernähren. Muttermilch ist die beste Heilnahrung, die es gibt und gleichzeitig bekommt Ihr Kind Antikörper, die ihm helfen schneller gesund zu werden. Nun noch ein bisschen Wissenschaft, ich zitiere aus dem "Breastfeeding Answer Book", 1997: "Von seltenen Ausnahmen abgesehen, ist es für ein Baby mit Durchfall von Vorteil, wenn es weiter gestillt wird. Normalerweise sind bei einem gestillten Baby mit leichtem Durchfall keine besonderen Maßnahmen erforderlich. Möchte ein Baby etwas trinken, so gilt wie üblich, dass es Muttermilch erhalten sollte (Ruuska, 1992). Da Muttermilch so schnell verdaut wird, nimmt selbst ein Baby, das sich erbricht und unter Durchfall leidet, etwas von der Flüssigkeit und den in der Milch enthaltenen Nährstoffen auf (Riordan und Auerbach, S. 487). Nur bei Säuglingen, die mit künstlicher Säuglingsnahrung ernährt werden, kann es manchmal von Vorteil sein, bei Durchfallerkrankungen die Milch (vorübergehend) wegzulassen (Brown, 1991). Bei mäßigem bis schwerem Durchfall hält der Arzt es vielleicht für notwendig, dem Baby zusätzlich zum Stillen eine oral zu verabreichende Elektrolytlösung zu geben (z. B. Oralpädon). Bei einem gestillten Baby ist dies aber selten erforderlich. Ist der Flüssigkeitsverlust des Babys so groß, dass es ernsthaft dehydriert ist, kann es sein, dass der Arzt Flüssigkeit intravenös zuführen muss. Auch unter diesen Umständen kann weiterhin gestillt werden." Gute Besserung und LLLiebe Grüße Biggi
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