Mitglied inaktiv
Hallo Biggi, ich muss mich doch mal wieder melden, denn gestern hatte unsere Lena ihre U5 und ich musste mir ein paar "schlimme" Sachen anhören. Schlimm deshalb, weil ich es anders handhabe, weil mir mein Gefühl etwas anderes sagt: Wird Ihr Kind NOCH gestillt? - Ja. Wie oft? - Keine Ahnung, nach Bedarf, 6-8 Mal So oft??? Was füttern Sie zu? - Obst, Gemüse, Brei Damit muss das Kind auskommen! Zusätzlich Tee und Wasser anbieten, fertig! Schäft sie durch? - Nein, in schlimmen Nächten ist std.wach Das geht nicht! - Was soll ich machen??? Ich bin so verunsichert! Ich habe mit der Kombi aus Stillen und Beikost meinen Frieden gemacht, denn Lena geht es damit gut. Sie mag vieles ausprobieren, möchte und soll aber dabei nicht auf die Brust verzichten. Ihr Schlafverhalten ist von Anfang an so gewesen. Wir hatten keine Höhen und Tiefen (also Durchschlafen dann wieder nicht). Sie hat noch nie durchgeschlafen, in schlimmen Nächten ist sie jede Stunde wach und will an die Brust, in guten wird sie nur zwei Mal wach. Ich habe mich schon gefragt, ob mit ihr da etwas nicht stimmt, weil sie nun 7 Monate alt ist und sich da keine Weiterentwicklung abzeichnet. Aber was soll ich machen? Erzwingen kann ich nichts und so stille ich nach Bedarf und mein Kind schläft anscheinend nach Bedarf. Mache ich mit dieser Einstellung etwas falsch?? Egal wo ich hinkomme, immer reagieren die Leute / Ärzte entsetzt. LG Daniela mit Lena
Liebe Daniela, das Problem ist leider, dass sich Experten verschiedener Fachrichtungen leider nur sehr wenig mit Muttermilch und dem Stillen beschäftigen und auch in ihrer Ausbildung nur wenig darüber lernen. Es gibt Untersuchungen, die belegen, dass das Wissen über Muttermilch und Stillen beim medizinischen Personal fast ausschließlich aus den Informationen der Säuglingsnahrungsindustrie stammt! Wenn die Ärzte sagen, dass jetzt nicht mehr sooft gestillt werden soll, dann stehen sie mit dieser Aussage im klaren Widerspruch zu den offiziellen Empfehlungen von WHO (Weltgesundheitsorganisation), AAP (Amerikanische Akademie der Kinderärzte) und anderen unabhängigen und um die Gesundheit und Entwicklung unserer Kinder besorgte Organisationen. Das heißt, es ist ihre private Meinung, die nicht wissenschaftlich gestützt ist. Generell ist es so, dass ein Kind in den ersten sechs Monaten ausschließlich gestillt werden sollte und dann wenn das Kind seine Bereitschaft dazu erkennen lässt wird ERGÄNZEND zur Muttermilch die Beikost eingeführt. Die Empfehlung lautet darüberhinaus, dass während der gesamten Stillzeit, die mindestens bis zum zweiten Geburtstag des Kindes dauern sollte, weiterhin nach Bedarf gestillt wird. Der immer wieder verbreitete Gedanke, dass ein Baby ab sechs Monaten (oder einer anderen Altersgrenze) nachts nicht mehr aufwachen darf und nachts keine Nahrung mehr braucht entspringt in keinster Weise dem natürlichen Verhalten und den Bedürfnissen eines Babys oder Kleinkindes, sondern er entstammt dem (verständlichen) Wunsch der Erwachsenen, die gerne ihre Nachtruhe hätten. Eine Studie von Jelliffe und Jelliffe ergab, dass Babys im Alter von 10 Monaten mindestens 25 % ihrer Muttermilchaufnahme nachts zu sich nehmen. Das spricht eindeutig dafür, dass Babys auch nach den ersten sechs Monaten nachts noch hungrig sind. Es gibt Kinder, die nachts keine Nahrung mehr brauchen, aber es gibt eben auch sehr viele Kinder, die mit einem halben Jahr noch nicht so weit sind. So wie manche Kinder bereits mit elf Monaten laufen und andere damit erst mit 16 Monaten beginnen, so entwickeln sich auch alle anderen Dinge bei jedem Kind individuell verschieden und diese Entwicklung lässt sich begleiten, aber nicht beschleunigen. Es gibt kein Patentrezept, um ein Kind zu längeren Schlafphasen zu bringen. Hätte ich eines, das das Kind achtet, würde ich ein Buch darüber schreiben und damit einen Bestseller landen, an dem sich gut verdienen ließe. Wenn Sie gerne lesen und ein Buch lesen möchten, das sich mit dem Thema Schlaf auseinandersetzt und dessen Autor beim Thema Schlaf auch Achtung vor dem Baby zeigt und dessen Bedürfnisse ernst nimmt, kann ich Ihnen wärmstens `Schlafen und Wachen ein Elternbuch für Kindernächte“ von Dr. William Sears empfehlen, das Sie im Buchhandel, bei der La Leche Liga und jeder LLL Stillberaterin bekommen können. LLLiebe Grüße Biggi Welter
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