Frage: Baldrian

Ich habe vor 9 Wochen eine Tochter bekommen und habe viel zu tun. Ich bin leider ziemlich nervös und eine Freundin riet mir nun, Baldrian zu nehmen (natürlich ohne Alkohol). Ist das nicht schädlich für die Kleine?

Mitglied inaktiv - 30.06.2001, 16:34



Antwort auf: Baldrian

Liebe Britten, leider konnte ich in der Literatur nirgends eine genaue Angabe zu Baldrian finden, immer nur den Hinweis „strenge Indikationsstellung" oder „kontraindiziert" mit dem Vermerk, dass keine Informationen zu Übergang in die Muttermilch und Auswirkungen auf das gestillte Kind vorliegen. In dem Fachbuch „Breastfeeding und Human Lactation" von Riordan und Auerbach, 2. Auflage wird Johanniskraut als Mittel gegen „Babyblues" angegeben. Es sollte in möglichst niedriger Dosierung verwendet werden. Es wird von den Autoren also als mit dem Stillen zu vereinbaren angesehen. Eine Kollegin von mir hat vor einiger Zeit bei Herrn Dr. Christof Schaefer, Mitautor Buches „Arzneiverordnung in Schwangerschaft und Stillzeit", Spielmann H., Steinhoff R., Schaefer C., Bunjes R., 5. Auflage, 1998, Mitarbeiter der Beratungsstelle für Vergiftungserscheinungen und Embryonaltoxikologie in Berlin und Mitglied im Medizinischen Beirat der La Leche Liga Deutschland e.V. .nachgefragt und mir die Antwort auf ihre Anfrage zur Verfügung gestellt: „Laut damaliger Aussage von Herrn Dr. Schaefer liegen keine umfassenden Untersuchungen zu den Auswirkungen auf das gestillte Kind nach Einnahme von Johanniskraut durch die Mutter vor. Jedoch sind auch keine Einzelfälle bekannt, dass nach einer Einnahme Reaktionen des Kindes beobachtet worden sind. Herr Dr. Schaefer ist deswegen der Auffassung, dass Johanniskraut-Präparate in der Stillzeit eingenommen werden dürfen, dass ihnen der Vorzug gegenüber den klassischen Antidepressiva gegeben werden sollte." Sprechen Sie am besten einmal mit Ihrem Arzt, welche Möglichkeiten er für Sie sieht. LLLiebe Grüße Biggi

von Biggi Welter am 30.06.2001