Blubb_91
Liebe Biggi, folgendes "Problem": wir haben vor 3 Monaten mit der Beikost sehr langsam begonnen (mit Anfang des 5. LM). Weil wir so früh angefangen haben, hat sie die ersten 2 Monate, also vom 01.02. bis 01.04. nur den mittagsbrei bekommen. Sie isst bis heute nicht mehr als 40g aber meistens sind es nur 5-10 Löffel. Es ist von Tag zu Tag unterschiedlich. Ab dem 01.04. haben wir zusätzlich den Abendbrei eingeführt. Hier isst sie ca 70g (nur in ganz seltenen Ausnahmen, wenn sie zb zu müde ist usw isst sie mal weniger). Aber mehr eben auch nicht. Sie ist am 27.04. 7 Monate alt geworden. Ich denke einfach sie mag die Brei Konsistenz einfach nicht so gern, gerade als Mittagessen nicht. Ich habe ihr mal als Snack nen Hirsekringel von Hipp gegeben und diesen isst sie wunderbar. Leider kann sie sich noch nicht allein vom liegen hinsetzen. Nur wenn sie zum stillen auf mir liegt kommt sie von alleine in die sitzposition und kann auch paar minutchen alleine sitzen. Was ich damit sagen möchte ist, dass ich sie ja somit noch nicht in einen hochstuhl setzen kann damit sie gedünstetes Gemüse bekommt. Kann/soll ich den Mittagsbrei einfach bis sie sitzen kann ausfallen lassen? Sie weint nicht o.ä. wenn man sie füttert. Sie lässt dann einfach den Mund zu oder lässt das was in ihrem Mund ist einfach wieder raus laufen. Ausserdem wollte ich gern zum Ende des Monats abstillen. Sie ist dann 8 Monate. Sollte sie eine Nuckelflasche bekommen? Aktuell trinkt sie nach dem essen 2 schlücke Wasser aus nem Becher oder Trinklernflasche Liebe Grüße Antonia
Liebe Antonia, so schwer es auch fällt, versuche die Geduld zu bewahren und mach bitte weiterhin keinen Kampf ums Essen. Wenn es erst einmal so ist, dass das Essen Machtkampf bedeutet, dann sind wir Eltern sehr schnell die Verlierer und viele Essstörungen haben ihre Ursache in einem krampfhaften Machtkampf ums Essen im Baby und Kleinkindalter. Im ersten Lebensjahr IST Milch die Hauptnahrungsquelle und viele Babys essen noch nicht viel feste Kost. Der beste Weg, ein Kind zu einem "schwierigen Esser" zu machen besteht darin, es zum Essen zu zwingen! Ein Kind darf essen, aber es muss nicht essen und eine sehr bewährte Methode lautet "Die Mutter bietet an, was es gibt, das Kind entscheidet wie viel oder wenige es davon isst". Ganz sicher ist auch für dich das Buch "Mein Kind will nicht essen" von dem spanischen Kinderarzt Dr. Carlos Gonzales eine interessante (und beruhigende) Lektüre. Das Buch ist im Buchhandel (ISBN 3 932022 12 2) bei der La Leche Liga oder auch im Stillshop hier auf der Seite erhältlich. Dr. Gonzales hat eine Aufstellung gemacht, wie viel Muttermilch (MM) ein Baby im Alter zwischen neun und zwölf Monaten benötigt, um den empfohlenen Bedarf an verschiedenen Nährstoffen zu decken: Energie: 830 kcal = 1185 ml MM Eiweiss: 9,6 g = 910 ml MM Vitamin A: 350 µg = 700 ml MM Vitamin B: 0,4 µg = 412 ml MM Vitamin C: 25 mg = 625 ml MM Diese Angaben zeigen, dass Muttermilch den Bedarf des Kindes an vielen Nährstoffen lange zu decken vermag und nicht unbedingt Eile geboten ist, das Kind zum Essen zu zwingen. Ich zitiere dir noch aus einem Artikel, den Denise Both IBCLC geschrieben hat: "Das am heißesten gehandelte Thema, wenn es um Mangelerscheinungen bei gestillten Kindern ist das Eisen. Stillende Frauen dürfen sich immer wieder anhören, dass Muttermilch ja nur wenig Eisen enthält und dass die Eisenspeicher des Kindes nur bis etwa sechs Monate ausreichen und dann sei es unabdingbar Beikost einzuführen, um einen Eisenmangel abzuwenden. Es stimmt, dass Muttermilch im Verhältnis zu Kuhmilch oder künstlicher Säuglingsnahrung nur wenig Eisen enthält, demgegenüber steht jedoch die bessere Bioverfügbarkeit des Muttermilcheisens für das Kind. Dennoch kann es zu einem Eisenmangel bei gestillten Kindern kommen. Besonders gefährdet dafür sind Frühgeborene, Kinder deren Mütter in der Schwangerschaft einen Eisenmangel hatten und Kinder, deutlich länger als sechs Monate jegliche feste Nahrung ablehnen. Man muss zwischen Eisenmangel und einer Eisenmangelanämie unterscheiden. Eisenmangel lässt sich nicht unbedingt an einem niedrigen Hämoglobinwert (Hb) erkennen. Es reicht also nicht, beim Kind regelmäßig den Hb zu bestimmen, um einen Eisenmangel auszuschließen, sondern es muss zusätzlich auch noch der Serum Ferritin Wert bestimmt werden. Ein Eisenmangel im Kindesalter kann wirklich schwer wiegende und vor allem nicht immer wieder behebbare Folgen für die geistige und körperliche Entwicklung haben und sollte deshalb nicht auf die leichte Schulter genommen werden. Dazu kommt, dass sich ein unguter Kreislauf entwickeln kann, wenn das Kind erst mal in eine Mangelsituation geraten ist: Der Eisenmangel macht das Kind appetitlos, das Kind mag erst recht keine Beikost essen, der Eisenmangel verschärft sich. Deshalb ist es sinnvoll, dass bei einem Kind, das lange jegliche Beikost verweigert, Hämoglobin und Ferritin bestimmt werden, um rechtzeitig eingreifen zu können, falls sich ein Mangel bestätigt. Der Pieks für die Blutuntersuchung ist weniger traumatisch für das Kind, als ein unentdeckter Eisenmangel. Eine vegetarische Ernährung ist übrigens nicht gleichzusetzen mit einer zu geringen Eisenzufuhr. Vegetarisch lebende Familien sollten jedoch unbedingt auf eine bewusste Zusammenstellung ihrer Ernährung achten, denn das Eisen aus pflanzlichen Nahrungsmitteln wird nur zu 3 bis 8 Prozent verwertet, also deutlich weniger als das hämgebundene Eisen aus Fleisch, dessen Verwertbarkeit bei etwa 23 % liegt." Es gibt Babys, die es geradezu hassen und hysterisch reagieren, wenn man ihnen etwas in den Mund stecken will. Diese Kinder essen aber recht gut, wenn sie selber essen dürfen. Das Geschmiere, das es dabei gibt, ist weniger schlimm, als das Theater mit einem Kind, das sich mit allen Kräften wehrt und außerdem lernen die Kinder recht schnell gut zu essen. Es gibt eine ganze Menge, was als fingergerechte Nahrung angeboten werden kann. Banane zum Beispiel kann ein Kind gut in die Hand nehmen, sie ist weich und es kann sie alleine essen. Auch ein Stück von einer gekochten Kartoffel geht gut. Gekochte Erbsen können einzeln aufgepickt werden (ist gleichzeitig eine gute Übung für die Feinmotorik), alle Gemüse und Obstarten, die einigermaßen weich sind und dann in kleine Stücke geschnitten werden, können gegeben werden. Probier es einfach weiterhin immer wieder aus und gib deinem Kind noch etwas Zeit. Wenn Du jetzt abstillen möchtest, solltest Du noch zur Flasche hin abstillen, da Dein Baby zu jung für alleinige Beikost ist. LLLiebe Grüße Biggi
Blubb_91
Nachtrag: Habe noch eine Frage.. Kann es sein dass Sie mir sämtliche reserven klaut? In letzter Zeit habe ich dauerhaft Hunger und fühle mich schlapp/müde. Habe schon einen Termin beim Arzt zur Abklärung der Blutwerte. Liebe Grüße Antonia
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