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Baby 11 Monate isst nicht

Frage: Baby 11 Monate isst nicht

Julia21586

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Hallo zusammen, mein Sohn 11M wird seit seiner Geburt gestillt, was von Anfang an super geklappt hat. Mit 6 Monaten wollt ich langsam zur Beikost übergehen. Brei hat er eigentlich nie gegessen, mal etwas Haferbrei mit Milch Abends, aber nur wenn er wirklich Hunger hatte. sonst hat er diesen auch verschmäht. Mittagsbrei klappte fast nie. Ich habe dann mit Fingerfood angefangen was etwas besser funktionierte aber das meiste landet bis heute auf dem Boden oder er beisst etwas ab...kaut...und spuckt es nach einer sek aus oder lässt es einfach aus dem Mund fallen. zum trinken biete ich ihm leitungswasser an welches er gerne trinkt. die klassischen quetschies aus dem Supermarkt welche ich nie geben wollte, mag er ab und an .Birne und Apfel gedünstet zuzelt er aus, die schale spuckt er aus....oft zerquetscht er das Obst aber auch nur in seiner Hand. wenn wir im restaurant sind isst er mal ein stück lachs oder etwas vom halben Hendl, auch fischstäbchen ( nur den fisch) isst er gerne. brei biete ich ihm seit 3 Wochen ca gar nicht mehr an sondern versuche ihn am Familienessen teilzuhaben. gedünstetes Gemüse zerquetscht er i d R nur in seiner Hand oder schmiert es auf dem Tisch.nur wenn wir ihm kleine stücke kartoffel oder zuchini o.ä in den Mund legen isst er es mal mit Glück. dies klappte vor ein paar Wochen schon mal besser, er hat selber die Sticks i d Hand genommen und abgebissen, wenn ich mit ihm frühstücke bekommt er brot oder griesschnitten , mal isst er ein bisschen, mal nicht. Interesse an dem Essen von mir oder meinem Mann zeigt er i d Regel selten. Er sitzt zum essen im Hochstuhl, in den letzten tagen blieb er dort aber immer nur 2-3 min sitzen spielte mit essen oder hat ein wenig gegessen und wollte dann sofort raus auf den Boden zum krabbeln oder auf meinen schoss. ich habe versucht feste Essenszeiten einzuführen, so dass er dann event immer ein Hungergefühl entwickelt was aber nur morgens u abends einigermasssen klappt weil er mittags manchmal (wenn er vormittags nicht geschlafen hat) schläft und er dann von mir einschlaf gestillt wird. ich stille ihn immer zum einschlafen. ausser er ist mit meinem Mann unterwegs oder wir sind draussen, dann schläft er im tuch oder im wagen.ich frage mich in welchem Zusammenhang das Einschlafstillen mit dem Essverhalten meines Sohnes steht? Ich kenne einige die einschlaf stillen aber die Babys essen trotzdem ihre Mahlzeiten. ich habe schon oft versucht wenn er wehemment die brust wollte ihm essen anzubieten aber er will hartnäckig an die brust u schreit. ich stille gerne, von mir aus auch über das erste Lebensjahr hinaus aber ich frage mich warum er ein so schlechter besser ist. wenn ich mit anderen Mamas unterwegs bin, deren Kinder +/- 2 Monate von ihm sind bin ich die einzige die noch tagsüber stillt, alle anderen Kinder essen. jedem fällt auf , dass er ein schlechter esser ist und ich frage mich langsam ob es anatomische gründe hat, oder er mittlerweile einen mangel entwickelt hat, da er ja an sich keine Nahrung zu sich nimmt, oder ob er einfach noch Zeit braucht. Langsam würde ich aber wirklich gerne dazu über gehen, ihn nur noch abends bzw morgens zu stillen. Nachts stille ich auch, ist aber kein problem für mich da er bei uns im Bett schläft. Ich esse morgens mittags und abends u er ist bei meinen Mahlzeiten immer anwesend. Ich biete ihm immer etwas an. ein Gespräch mit meiner Hebamme führte lediglich dazu, dass sie mir geraten hat ihn nicht mehr zum einschlafen zu stillen, dazu müsste ich ihn aber darauf trainieren u die ersten Male würde er schreien und das will ich nicht. ich würde ihn gerne natürlich nach und nach abstillen. was mich auch wahnsinnig frustriert ist das ich bei jeder Mahlzeit hoffe, dass er endlich mal isst und es einfach nicht besser wird bzw es keine Steigerung in seinem Essverhalten gibt sondern eher wieder noch schlechter wird. herzliche grüße Julia


Biggi Welter

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Liebe Julia, wurde der Eisenwert des Kindes schon einmal kontrolliert? Kann Euer Kind eventuell einen Zinkmangel haben? Beides kann die Ursache für ein schlecht essendes und/oder schlecht gedeihendes Kind sein. Wenn das abgeklärt ist, kannst Du ganz beruhigt sein. So schwer es auch fällt, versuche die Geduld zu bewahren und mach bitte keinen Kampf ums Essen. Wenn es erst einmal so ist, dass das Essen Machtkampf bedeutet, dann sind wir Eltern sehr schnell die Verlierer und viele Essstörungen haben ihre Ursache in einem krampfhaften Machtkampf ums Essen im Baby und Kleinkindalter. Im ersten Lebensjahr IST Milch die Hauptnahrungsquelle und viele Babys essen noch nicht viel feste Kost. Dein Baby ist gerade 11 Monate alt und es isst ja, wenn auch nicht viel. Lass dich leiten von deinem Kleinen, er WEISS genau, was er braucht. Wenn er nichts oder nur wenig essen mag, dann lass ihn. Sonst erzeugst du nur einen Stress, der keinem von Euch gut tut. Der beste Weg, ein Kind zu einem "schwierigen Esser" zu machen besteht darin, es zum Essen zu zwingen! Ein Kind darf essen, aber es muss nicht essen und eine sehr bewährte Methode lautet "Die Mutter bietet an, was es gibt, das Kind entscheidet wie viel oder wenige es davon isst". Sei getrost, dass er solange du weiter stillst bekommt was er braucht. Ganz sicher ist auch für dich das Buch "Mein Kind will nicht essen" von dem spanischen Kinderarzt Dr. Carlos Gonzales eine interessante (und beruhigende) Lektüre. Das Buch ist im Buchhandel (ISBN 3 932022 12 2) bei der La Leche Liga oder auch im Stillshop hier auf der Seite erhältlich. Dr. Gonzales hat eine Aufstellung gemacht, wie viel Muttermilch (MM) ein Baby im Alter zwischen neun und zwölf Monaten benötigt, um den empfohlenen Bedarf an verschiedenen Nährstoffen zu decken: Energie: 830 kcal = 1185 ml MM Eiweiss: 9,6 g = 910 ml MM Vitamin A: 350 µg = 700 ml MM Vitamin B: 0,4 µg = 412 ml MM Vitamin C: 25 mg = 625 ml MM Diese Angaben zeigen, dass Muttermilch den Bedarf des Kindes an vielen Nährstoffen lange zu decken vermag und nicht unbedingt Eile geboten ist, das Kind zum Essen zu zwingen. Ich zitiere dir noch aus einem Artikel, den Denise Both IBCLC geschrieben hat: "Das am heißesten gehandelte Thema, wenn es um Mangelerscheinungen bei gestillten Kindern ist das Eisen. Stillende Frauen dürfen sich immer wieder anhören, dass Muttermilch ja nur wenig Eisen enthält und dass die Eisenspeicher des Kindes nur bis etwa sechs Monate ausreichen und dann sei es unabdingbar Beikost einzuführen, um einen Eisenmangel abzuwenden. Es stimmt, dass Muttermilch im Verhältnis zu Kuhmilch oder künstlicher Säuglingsnahrung nur wenig Eisen enthält, demgegenüber steht jedoch die bessere Bioverfügbarkeit des Muttermilcheisens für das Kind. Dennoch kann es zu einem Eisenmangel bei gestillten Kindern kommen. Besonders gefährdet dafür sind Frühgeborene, Kinder deren Mütter in der Schwangerschaft einen Eisenmangel hatten und Kinder, deutlich länger als sechs Monate jegliche feste Nahrung ablehnen. Man muss zwischen Eisenmangel und einer Eisenmangelanämie unterscheiden. Eisenmangel lässt sich nicht unbedingt an einem niedrigen Hämoglobinwert (Hb) erkennen. Es reicht also nicht, beim Kind regelmäßig den Hb zu bestimmen, um einen Eisenmangel auszuschließen, sondern es muss zusätzlich auch noch der Serum Ferritin Wert bestimmt werden. Ein Eisenmangel im Kindesalter kann wirklich schwer wiegende und vor allem nicht immer wieder behebbare Folgen für die geistige und körperliche Entwicklung haben und sollte deshalb nicht auf die leichte Schulter genommen werden. Dazu kommt, dass sich ein unguter Kreislauf entwickeln kann, wenn das Kind erst mal in eine Mangelsituation geraten ist: Der Eisenmangel macht das Kind appetitlos, das Kind mag erst recht keine Beikost essen, der Eisenmangel verschärft sich. Deshalb ist es sinnvoll, dass bei einem Kind, das lange jegliche Beikost verweigert, Hämoglobin und Ferritin bestimmt werden, um rechtzeitig eingreifen zu können, falls sich ein Mangel bestätigt. Der Pieks für die Blutuntersuchung ist weniger traumatisch für das Kind, als ein unentdeckter Eisenmangel. Eine vegetarische Ernährung ist übrigens nicht gleichzusetzen mit einer zu geringen Eisenzufuhr. Vegetarisch lebende Familien sollten jedoch unbedingt auf eine bewusste Zusammenstellung ihrer Ernährung achten, denn das Eisen aus pflanzlichen Nahrungsmitteln wird nur zu 3 bis 8 Prozent verwertet, also deutlich weniger als das hämgebundene Eisen aus Fleisch, dessen Verwertbarkeit bei etwa 23 % liegt." Es gibt Babys, die es geradezu hassen und hysterisch reagieren, wenn man ihnen etwas in den Mund stecken will. Diese Kinder essen aber recht gut, wenn sie selber essen dürfen. Das Geschmiere, das es dabei gibt, ist weniger schlimm, als das Theater mit einem Kind, das sich mit allen Kräften wehrt und außerdem lernen die Kinder recht schnell gut zu essen. Es gibt eine ganze Menge, was als fingergerechte Nahrung angeboten werden kann. Banane zum Beispiel kann ein Kind gut in die Hand nehmen, sie ist weich und es kann sie alleine essen. Auch ein Stück von einer gekochten Kartoffel geht gut. Gekochte Erbsen können einzeln aufgepickt werden (ist gleichzeitig eine gute Übung für die Feinmotorik), alle Gemüse und Obstarten, die einigermaßen weich sind und dann in kleine Stücke geschnitten werden, können gegeben werden. Probier es einfach weiterhin immer wieder aus und gib deinem Kind noch etwas Zeit. LLLiebe Grüße, Biggi


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