Frage im Expertenforum Stillberatung an Biggi Welter:

ab wann Brei?

Frage: ab wann Brei?

Mitglied inaktiv

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Hallo, Unsere Tochter ist jetzt 5 Monate alt. Im Grunde finde ich ihren Rhythmus auch ok. Ich stille sie morgens halb acht, mittags, nachmittags und abends gegen halb sieben. Damit bin ich auch ganz zufrieden. Sie trinkt super. Bis vor ca. 2 Wochen hat sie dann auch mehr oder weniger durchgeschlafen, kam 1x zwischen 2 und 4 morgens und dann nochmals gegen 6 Uhr, dann der oben beschriebene Rhythmus. Seit 2 Wochen allerdings kam sie immer früher und immer öfter in der Nacht. Sie trinkt dann genauso lange wie auch tagsüber. Jetzt sind wir schon bei 22 Uhr, 2 Uhr und 5 Uhr nachts. Ich habe einen ziemlich stressigen Tag durch meine anderen beiden Kinder und so kommt es mir vor als will sie lieber nachts trinken, da es a) ruhiger ist und b) denke ich, dass ich vielleicht tagsüber weniger Milch habe durch den Stress. Kann das sein? Ich würde ihr ja gerne abends schon ein wenig Brei anbieten, da sie so gierig ist, wenn wir essen und immer kaut und den Löffel mit in den Mund steckt. Vielleicht ist sie dann auch auf die Nacht besser gesättigt? Aber kann man denn abends mit Brei anfangen und mittags weiter stillen? Ist es nicht eher umgekehrt? Im Grunde halte ich ja sehr viel vom Stillen, würde ihr aber auch gerne eine gute Nachtruhe gönnen (und uns natürlich auch ; ) ). Meine andere Tochter konnte ich nicht stillen und sie hat auch mit 5 Monaten Brei bekommen, allerdings zuerst den Mittagsbrei. Was meinen Sie dazu? LG STefanie


Biggi Welter

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Liebe Stefanie, es kommt sehr viel häufiger vor, als die meisten Menschen glauben, dass ein Kind ab der Einführung der Beikost schlechter schläft und nicht, wie es landläufig immer wieder verbreitet wird, besser. Eine Breimahlzeit am Abend mag unter Umständen ihren Hunger stillen, aber das heißt nicht zwingend, dass sie danach besser oder länger schläft. Als Eltern glauben und hoffen wir immer auf eine lineare Weiterentwicklung der Fähigkeiten unserer Kinder. Beim Schlafverhalten können wir jedoch nicht davon ausgehen, dass die Entwicklung kontinuierlich verläuft, im Gegenteil, relativ viele Babys schlafen mit drei Monaten deutlich länger und anhaltender als mit sechs oder zehn Monaten. Das Schlafverhalten hängt nicht unbedingt oder nur in extrem geringem Maße von der Ernährung ab. Gerade in der Zeit ab etwa vier bis sechs Monate wachen viele Babys (wieder) vermehrt auf. Dies liegt nicht an der Ernährung des Kindes, sondern ist entwicklungsbedingt. Deshalb ist die Einführung von fester Nahrung oder künstlicher Säuglingsnahrung auch keine Garantie für angenehmere. Die Kinder beginnen um diesen Zeitraum die Welt sehr konkret zu erleben, sie müssen das am Tag Erlebte in der Nacht verarbeiten, sie lernen neue Fähigkeiten (umdrehen, robben, krabbeln, gezieltes Greifen ...), sie beginnen den Unterschied zwischen fremd und bekannt zu erkennen. All dies ist ungeheuer aufregend und auch anstrengend. Dazu kommt, dass sich die Zähne verstärkt bemerkbar machen, dass vielleicht die erste Erkältung kommt und, und, und ... Der scheinbare Rückschritt im Schlafverhalten ist eigentlich ein Fortschritt, denn er zeigt, dass die Entwicklung des Kindes voranschreitet. Abgesehen von den umstrittenen Schlaftrainingsprogrammen, die von Stillexperten nahezu einhellig abgelehnt werden, bleibt dir in dieser Zeit nicht viel, als geduldig zu bleiben und sich die Tage und Nächte so einfach wie möglich zu gestalten. Sie können sicherlich langsam mit der Beikost beginnen, allerdings würde ich diese auch erst mittags anbieten. Es wird tatsächlich empfohlen neue Nahrungsmittel nicht am Abend einzuführen, da dann eventuelle Unverträglichkeitsreaktionen in die Nacht fallen können. So lange ein Baby noch mehrmals gestillt wird, muss auch nicht unbedingt eine weitere Milchmahlzeit (Milchbrei) eingeführt werden, da das Kind seinen Milchbedarf mit der Muttermilch decken kann. Kopf hoch, die Nächte werden auch wieder länger werden. LLLiebe Grüße, Biggi


Mitglied inaktiv

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Hallo, wenn das so ist, dann vertraue ich drauf und stille nur zu gerne voll weiter. Vielen Dank, Stefanie


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