Frage im Expertenforum Schwangerschaftsberatung an Dr. med. Vincenzo Bluni:

Übungswehen und Muttermund

Frage: Übungswehen und Muttermund

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Anfang dieser Woche hatte ich (23. ssw) meine normale Vorsorgeuntersuchung beim Arzt. Schon in der Woche davor (Do., Fr. und Sa.) hatte ich wiederholt einen harten Bauch, zwar nur sehr leicht, aber dafür ungefähr 20 Mal pro Tag. Am Montag bekam ich nach einem ausgedehnten Spaziergang starkes Rückenziehen und gleichzeitig starke Bauchschmerzen (allerdings im Oberbauch, so zwischen Gebärmutter und Magen). Dieses passierte 4 Mal im Abstand von 10 - 20 Minuten und dauerte immer zwischen 5 - 10 Minuten. Nachdem ich mich hingelegt habe, hörten die Anfälle auf. Anschließend war ich beim Arzt. Auf dem Wehenschreiber war nichts zu erkennen. Der Muttermund war geschlossen und hatte laut Arzt (Tastuntersuchung) eine Cervixlänge von 2 - 3 cm. Der Arzt sagte, es könnte sich unter Umständen um leichte Übungswehen gehandelt haben, die aber völlig unbedenklich sind. Er hat auch nicht gesagt, dass ich mich in irgendeiner Weise schonen soll. Nach dem, was ich in Büchern gelesen und von Freundinnen gehört habe, weiß ich nicht, ob ich mich auf das Urteil des Arztes verlassen kann. Ich arbeite ganz normal im Büro von 8 bis 6 Uhr und bin eigentlich jeden Abend auf irgendwelchen Verabredungen und Terminen. Ich putze die Wohnung, gehe mit dem Hund spazieren und schone mich auch sonst nicht. Ist das wirklich o.k.?


Dr. med. Vincenzo Bluni

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liebe Danuta, in der 23. SSW gibt es definitionsgemäß keine Übungswehen. Es kann schon mal infolge Überanstrengung oder Kindsbewegungen leichte Kontraktionen geben, die sich dann aber nicht auf den Gebärmutterhals auswirken. Anders ist es bei eindeutig vorzeitigen Wehen, die sich ggf. auf die Gebärmutterhalslänge auswirken und das Frühgeburtsrisiko hier erhöhen: physiologischerweise verkürzt sich der Gebärmutterhals gegen Ende der Schwangerschaft immer, was ein Zeichen dafür ist, dass sich die Gebärmutter auf die Geburt vorbereitet. Kommt es jedoch früh zu einer Verkürzung (deutlich vor der 34. SSW), dann bedeutet dieses, je nach Ausprägung ein gewisses Risiko für eine Frühgeburt. Diese Verkürzung wird durch eine vorzeitige Wehentätigkeit hervorgerufen, wobei die genauen Entstehungsmechanismen bis heute nicht eindeutig geklärt sind. Eine bakterielle Besiedlung ist sicher nur eine Erklärung. Die Länge alleine lässt hier keine Rückschlüsse zu, ausser, dass man sagen kann, dass eine Länge von weniger als 2,5 cm mit einem erhöhten Risiko der Frühgeburt einhergeht und deshalb entsprechende Empfehlungen und Maßnahmen ausgesprochen werden. Man muss dieses aber immer im Gesamtzusammenhang sehen: Sehr hilfreicht ist hier, wenn man weiss, ob die Frau Beschwerden (Kontraktionen oder gar Wehen hat)hat, ob sich Hinweise für eine Entzündung im Bereich der Scheide finden, die auch der Auslöser sein können oder ob sich im vaginalen Ultraschall Hinweise auf eine weitere Verkürzung des Gebärmutterhalses finden. Unter entsprechender Schonung kann es hier zu einer Verbesserung der Situation kommmen. VB


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