Frage im Expertenforum Schwangerschaftsberatung an Dr. med. Vincenzo Bluni:

PDA - Folgen?

Frage: PDA - Folgen?

Mitglied inaktiv

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Sehr geehrter Herr Dr. Bluni, vielen Dank, dass Sie sich die Mühe machen, hier Fragen zu beantworten! Ich habe unsere erste Tochter "ohne alles" geboren: Sie kam nach Einleitung innerhalb von 2 Stunden Dauerwehen. Ich war ganz froh darüber, dass es so schnell vorbei war, nun überlegen wir aber, das zweite Kind (bin jetzt 33. SSW) etwas weniger "tough" zu bekommen, wenn es voraussichtlich bei der Geburt etwas länger dauert... Ich hatte mich in Gedanken schon damit angefreundet, um eine PDA zu bitten, wenn ich denke, dass es der Zeitpunkt ist, wo es ohne Schmerzmittel eher kontraproduktiv würde. Nun hört man aber ja doch so dies und das und auch von Dauerkopfschmerzen über Monate oder gar Jahre nach einer PDA. Oder sogar im Einzelfall von Rollstuhl oder Koma infolge dessen.... Ich lasse mich nicht gern von Schauergeschichten verrückt machen, denke aber, im Sinne meiner ganzen Familie muss ich detailliert aufgeklärt sein über evt. Risiken etc. Wie kann das mit der Paralysierung denn überhaupt sein, wenn die PDA UNTERHALB des Rückenmarks gesetzt wird?Wie sehen Sie als Mediziner diese Dinge ganz objektiv (Verhältnismäßigkeit der Fälle etwa)? Da ich nicht in Deutschland entbinden werde, wende ich mich mit dieser Frage vertrauensvoll an Sie, da hier (Indien) nach unseren Erfahrungen die wahrheitsgemäße Auskunftsfreudigkeit - auch sonst kompetenter Spezialisten wie etwa Anästhesisten oder Geburtshelfer in Kliniken mit hohem medizinischen Standart - doch eher zweifelhaft ist (á la "Kommt nie vor, kein Problem,...")... Vielen Dank für Ihre Antwort, Zephyr


Dr. med. Vincenzo Bluni

Dr. med. Vincenzo Bluni

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liebe Zephyr, 1. es ist richtig, dass die Gefahr einer kompletten Lähmung bei der Spinalanästhesie und Periduralanästhesie, bedingt durch Verletzungen des Rückenmarkes, sehr gering ist, da die Einstichstelle deutlich unterhalb des Endes des Rückenmarkes gelegen ist. 2.die Erfahrungen mit der Periduralanästhesie (PDA) unter der Geburt sind insgesamt sehr gute, da man neben der Schmerzlinderung zu einer Entspannung der Patientin beitragen kann, die den gesamten Geburtsverlauf erleichtern kann und auch dazu beitragen kann, Komplikationen zu reduzieren/verhindern. Die Schwangere erhält bei beginnender Muttermundseröffnung und voranschreitendem Geburtsverlauf je nach Bedarf und Zeitpunkt eine Periduralanästhesie. Diese gibt es auch in Form einer Tropfinfusion (Sufentanyl-PDA), mit der die Patientin herumlaufen kann. Bei der PDA (Periduralanästhesie)wird das Medikament zur Schmerzunterdrückung in den Raum vor dem Spinalkanal, also dort, wo sich die Rückenmarksflüssigkeit befindet, gespritzt und wird dann entweder regelmäßig nachgespritzt, über eine Pumpe regelmäßig nachgespritzt (über Anforderung der Patientin) oder als Dauerinfusion gegeben. Es kann selten zu Komplikationen kommen, über die der Narkosearzt eingehend aufklären wird. Unter anderem sind das der Abfall des Blutdrucks mit Verschlechterung der kindlichen Herztöne, Verletzung von Blutgefäßen und Nerven mit der extrem seltenen Komplikationen von Gefühls- oder Bewegungsstörungen, Kopfschmerzen oder ähnlichem. Es gibt hierzu unter http://www.rund-ums-baby.de/pda.htm weitere Informationen. Auf den Internetseiten des Evangelischen Krankenhauses Düsseldorf können Sie einen Aufklärungsbogen zur Periduralanästhesie einsehen: www.evk-duesseldorf.de/pdfs/ 6dc7c_Aufklaerungsbogen_Anaesthesie.pdf Herzliche Grüße nach Indien VB


Mitglied inaktiv

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Hallo Zephyr! Am 17.11.04 ist unsere kleine Elena zur Welt gekommen. Auch mit PDA, da ich scho fast 20 Stunden Wehen hatte und völlig erschöpft und kraftlos war. Die Schmerzen waren auch kaum zu ertragen. Mein Mann war von der PDA eher wniger begeister, nachdem er das Merkblatt mit den erschreckenden, möglichen Nebenwirkungen gelesen. Über diese ganzen schrecklichen Nach- und Nebenwirkungen mußt Du aufgeklärt werden. Viele dieser Dinge, wie Koma oder Lähmung, sind wahrscheinlich erst wenige Male aufgetreten, aber sie müssen aufgeführt werden. Ich habe es auf jeden Fall nicht bereut, mir eine PDA geben zu lassen. Lieben Gruß und noch eine sehr schöne Restschwangerschaft. Genieße die Zeit! Gruß Silke


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