Frage im Expertenforum Schwangerschaftsberatung an Dr. med. Vincenzo Bluni:

fehlgeburt wg. Fehler bei Hormonwechsel?

Frage: fehlgeburt wg. Fehler bei Hormonwechsel?

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Dr. Bluni, Anfang Juni hatte ich einen "Abgang" in der 10. SSW. Man hatte vorher nie ein Kind per US sehen können. Mitte August wurde ich wieder schwanger. Bis Ende Oktober war alles ok, dann bekam ich Blutungen in ca. 1 1/2 Wochen später war das Kind tot. Am 8. Nov. wurden per Zäpfchen die Wehen eingeleitet. Das Kind wurde untersucht und es wurden keine Gründe für den Tod gefunden. Gestern war ich bei meinem Hausarzt, um meine Blutwerte kontrollieren zu lassen. Er sagte, dass das Kind starb, weil zwischen 3. und 4. Schwangerschaftsmonat ein Hormonwechsel stattfindet (von HC.. nach weiß ich nicht mehr). Dieser Hormonwechsel war bei mir nicht in Ordnung. Kann das sein? (Er hatte keine weiteren Infos als Sie jetzt). Außerdem wurde bei der Untersuchung des Kindes eine beidseitige Kiefer-Gaumen-Spalte festgestellt. Mein Hausarzt: Zu dieser Zeit sind die Kinder noch Kiemenatmer - das ist normal und wäre vermutlich noch zusammengewachsen. Außerdem würde ich gerne wissen: Kann eine erneute Schwangerschaft wieder "schief gehen", wenn sie zu früh nach einer Fehlgeburt entsteht, weil evtl. der Hormonhaushalt noch nicht in Ordnung ist? Ich brauchte beide Male keine Ausschabung - muss ich deshalb länger waren? Sollte ich vor einer erneuten Schwangerschaft etwas kontrollieren lassen (Hormone oder Gebärmutter)? Vielen Dank.


Dr. med. Vincenzo Bluni

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hallo, 1. das Bedürfnis, hier eine Ursache zu finden, an der man sich "festhalten" kann, ist natürlich zu verstehen. Für die frühe Fehlgeburt bis etwa zum 4. Monate haben wir eine solche nicht immer greifbar: die häufigste Ursache für eine frühe Fehlgeburt sind genetische Störungen, dann folgen anatomische Ursachen, Infektionen und Medikamente . Auch können sowohl Gerinnungsstörungen als auch immunologische Ursachen eine Rolle spielen. Wenn sich Fehlgeburten häufen (mehr als drei mal hintereinander), sollte man eine weiterführende Diagnostik empfehlen und hierzu gehört neben der Untersuchung der Frau, der Genetik der Eltern ggf. auch die Suche nach den oben genannten Blutgerinnungsstörungen, die häufig unerkannt bleiben, aber dennoch in einer nicht unerheblichen Zahl die Ursache für wiederholte Fehlgeburten und Probleme in der Schwangerschaft sind. Prophylaktisch kann man nicht immer vorbeugen, da z.B. bei einer genetischen Ursache hier eine Art natürlicher Ausleseprozess abläuft. Es ist eben ein normaler Vorgang, daß mache Frauen erst ein oder zwei Fehlgeburten haben, bevor eine sich intakte Schwangerschaft entwickelt. Was den pathologischen Befund angeht, so sollte sich darum immer ein Facharzt für Frauenheilkunde Und Geburtshilfe kümmern. Er/sie sollte diesen Befund der Mutter erläutern können. Und daraus sollte hervrogehen, inwiefern Veränderungen noch als physiologische zu sehen ist. Bestehen hier Zweifel, ist mit der Frau über die Möglichkeit der genetischen Beratung und weiterführenden Diagnostik zu sprechen. Hormonelle Ursachen spielen für die frühe Fehlgeburt nur selten eine Rolle. VB


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