Frage im Expertenforum Schwangerschaftsberatung an Dr. med. Vincenzo Bluni:

Einnahme von Marcoumar in der Frühschwangerschaft!!!

Frage: Einnahme von Marcoumar in der Frühschwangerschaft!!!

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Hallo! Bin 19 Jahre alt! Hatte vor ca. 2 Monaten einen Lungeninfakt! Grund für diesen Infakt: Pille und Rauchen! Dann wurde ich auf Marcoumar eingestellt! Wie sich jetzt herausstellte war ich zu diesem Zeitpunkt ca. in der 2 SSW! In der 6 SSW hab ich erfahren das ich ein Baby bekomme, und mein Frauenarzt meinte das, das Baby keine Überlebenschance hat! Weit gefehlt: Bin jetzt in der 13 SSW! :-) Hab den Arzt gewechselt! Muss jetzt jeden Tag Lovenox 80 ml sprizen! Folgende Fragen: Kann das Baby Folgeschäden davontragen, auf Grund der Marcoumar-Behandlung oder tritt das "Alles oder Nichts" Prinzip in Kraft und sonst passiert dem Baby nichts?! Ist Lovenox gefährlich fürs Baby? Auf was muss ich dadurch achten? Ist es durch meine Vorgeschichte eine Risikoschwangerschaft? Wird der Blutkreislauf des Babys durch Lovenox beinflusst? Was ist dann bei der Geburt? Das sind mal ein paar Fragen die mir auf der Seele brennen! Bei meinem Baby ist nach den Ärzten zum Glück alles o.K. Sozusagen "pumperl gsund" laut Größe und SSW!! Liebe Grüße super1984


Dr. med. Vincenzo Bluni

Dr. med. Vincenzo Bluni

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hallo, 1. liegt eine Thrombophilie (erhöhte Gerinnungsneigung; Zustand nach Thrombose) vor, dann ist hier sicher ein erhebliches Wiederholungsrisiko, gerade in der Schwangerschaft, gegeben da diese einen Zustand erhöhten Thromboserisikos darstellt. Hier ist es dann sehr ratsam entweder über den Frauenarzt /Frauenärztin mit einem Speziallaboratorium, das sich in der Diagnostik der Thrombophilien gut auskennt, oder über eine entsprechend erfahrene, klinische Einrichtung abzuklären, ob schon von Beginn der Schwangerschaft an neben Kompressionsstrümpfen auch ein Mittel zur Blutverdünnung benötigt. Dieses ist ja offesichtlich mit dem Mittel Lovenox geschehen. Sicherlich würde dieses bei der Vorgeschichte auch auch in der Zeit des Wochenbettes empfohlen. Liegt ein entsprechendes Risiko vor: Zustand nach Thrombose oder eine angeborene Blutgerinnungsstörung, so kann eben die Verordnung z.B. eines niedermolekularen Heparins zur Blutverdünnung notwendig werden. Dieses reduziert dann ganz erheblich das durch die Gerinnungsstörung oder die Situation nach einer durchgemachten Thrombose erhöhte Risiko für eine Thrombose oder Embolie. Eine Schwangerschaft ist bekanntermaßen ein Zustand, der auch ohne eine solche Vorgeschichte dazu führt, dass Thrombosen & Embolien häufiger vorkommen können. Mögliche Nebenwirkungen unter einer solchen Therapie treten selten auf, sollten aber bedacht werden: es kann zum Abfall der Blutplättchen kommen oder Blutungen hinter dem Mutterkuchen, beim Kind sind keine negativen Folgen zu erwarten. Wo immer es die mütterliche Erkrankung erlaubt, sollte spätestens nach Feststellung der Schwangerschaft ein Cumarinpräparat, wie das Marcumar, ersetzt werden. Wurde nach der 6. SSW weiterbehandelt, sollte im Einzelfall das entwicklungstoxische Risiko (Fehlbildungen) erörtert werden. Per Ultraschallfeindiagnostik sollte bei weiterbestehender Schwangerschaft die Entwicklung des Feten kontrolliert werden. Bei Unsicherheit bezüglich Medikamenteneinnahme in der Schwangerschaft sollte in jeden Fall mit dem behandelnden Frauenarzt oder Frauenärztin Rücksprache genommenw werden. Auch könnte man sich mit der medizinisch-wissenschaftlichen Abteilung des jeweiligen Herstellers kurzschließen. Zwei andere Beratungsstellen wären z.B. 1.Institut für Reproduktionstoxikologie - Medikamentenberatung für Schwangerschaft und Stillzeit Dr. W. Paulus: http://www.reprotox.de/ Telefon:0751-8727-99 Telefax:0751 8727-98 2. Die Beratungsstelle für Embryonaltoxikologie in Berlin http://embryotox.de/index.htm Wann und wie erreicht man diese? Embryonaltoxikologische Beratung Montag bis Freitag: 9.00 bis 16.00 Uhr Telefon 030 - 30308-111 e-mail mail@embryotox.de VB


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