Frage im Expertenforum Schwangerschaftsberatung an Dr. med. Vincenzo Bluni:

Antibiotika wg Toxoplasmose

Frage: Antibiotika wg Toxoplasmose

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Hallo Hr. Doktor! Ich habe gelesen, daß sie gesagt haben, daß Antibiotika verordnet wird, wenn Toxoplasmose in der Schwangerschaft diagnostiziert wird. Kann man dadurch die Schäden am Kind gering halten oder sogar verhindern? Reicht es wirklich aus, alle 8-12 Wochen einen Test zu machen und dann Antibiotika zu verordnen? Schädigt dieses Antibiotika auch das ungeborene Kind? Bin sehr in Sorge, seit ich weiß, daß ich keinen Schutz vor Toxoplasmose habe. Ich trau mich schon kaum mehr auswärts essen - heut hab ich Salami gegessen und dann ist mir das alles wieder eingefallen und ich hab ein total schlechtes Gewissen gehabt. Muss ich mich wirklich so fertigmachen wg. der Toxoplasmosr? Besten Dank im Voraus. Margret


Dr. med. Vincenzo Bluni

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hallo Margret, eine antibiotische Behandlung ist nur bei einer frischen Toxoplasmose in der Schwangerschaft indiziert. Sofern sie rechtzeitig durchgeführt wird, kann sie zum größten Teil Schäden vom Kind abwenden. zeigt sich bei einer Schwangeren zu Beginn der Schwangerschaft, dass sie keinen Schutz vor der Infektion besitzt, sollte die Untersuchung in jedem Fall nach 8-10 Wochen wiederholt werden, um eine zwischenzeitliche Ansteckung auszuschließen und um noch genügend Zeit für eine antibiotische Behandlung zu haben. Für Toxoplasmose-negative Schwangere gilt: Kein Genuss von rohem oder blutigem Fleisch (Beefsteak, Tartar). Kein Kontakt mit Katzenkot und Katzenkistchen (außer mit Gummihandschuhen). Junge Kätzchen meiden (diese scheiden besonders viele Parasiten aus). Bei Gartenarbeit Handschuhe tragen, Hände von Augen, Nase und Mund fernhalten und anschließend gut abwaschen. Sowohl im Garten als auch in Sandkästen von Kindern findet sich häufig Katzenkot. Beim Zubereiten von rohem Fleisch Augen, Nase oder Mund mit den Händen möglichst nicht berühren. Hände anschließend gut abwaschen. Rohes Obst und Gemüse immer gut abwaschen. Katzenhalter: gehen ein erhebliches Risiko ein. Die Katze soll, wenn möglich, nicht draußen jagen gehen. Auch der Katze soll nur gekochtes Fleisch gefüttert werden. Das Katzenkistchen mit heißem Wasser desinfizieren. Eine Impfung oder bewusste Infektion ist nicht möglich. Wichtig im Hinblick auf die Salami ist aber, dass das Restrisiko einer Keimbelastung sehr gering ist, diese in diesen seltenen Fällen für die Schwangere eine besondere Bedeutung haben und es deshalb letztlich die Frau selbst entscheiden sollte, wie sie mit diesem Restrisiko umgeht. Mir ist bekannt, dass der Verzicht auf den Genuss von Salami seitens einiger Einrichtungen und Publikationen, zu denen auch die DGE gehört, immer wieder empfohlen wird. Persönlich verweise ich hier auf die Empfehlungen des Robert-Koch-Institutes, das hierzu sagt: „Sicher sind auch alle gepökelten Rohdauerwaren, z.B. Rohschinken und Salami.“ Nachzulesen unter http://www.rki.de/GESUND/MBL/MBL.HTM?TOXOPLAS.HTM&1 VB


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