Wunschbaby2022
Hallo Frau Bader, meine Tochter ist sehr schüchtern. Das beobachtet die Kinderärztin bereits seit Geburt. Auch vermutet sie emotionale Probleme. Sie ist nicht aufbrausend, aggressiv, nichts derartiges. Sondern ganz im Gegenteil eben eher ruhig in Anwesenheit "fremder" Personen. Nun hat die Ärztin Hilfe einer Heilpädagogin empfohlen. Entweder "privat" am Nachmittag, oder eben im Kindergarten. Dazu müsste Sie aber formal auf einem Integrationsplatz sitzen. Entsprechendes würde Sie empfehlen. Wir wägen nun für und wider ab. Wir haben Angst, dass sie unnötig stigmatisiert und problematisiert wird. Es gibt keine Diagnose. Selbst die Kinderarztin weiß nicht, was es ist. Sie möchte unserer Tochter einfach etwas positives tun, durch Aufmerksamkeit und fachliche Kapazität. In Theorie klingt ein Integrationsplatz toll: Kapazität, Aufmerksamkeit, ohne ständige Nachmittagstermine für die Eltern. Wir haben Angst vor den negativen Folgen. Im Antrag muss ja mit einer "drohenden seelische Behinderung" argumentiert werden. Gibt es negative Langzeit-Folgen, wenn man sowas einmal in seinem Lebenslauf stehen hat? Ich denke an: Aufnahme in die Private Krankenversicherung, Verbeamtung, Berufe mit vorheriger psychologischer Eignung (Pilot, Jurist, Polizist etc.). Gibt es Probleme für den Schulweg? Wir möchten ihre Zukunft nicht unnötig verbauen. Ich vermute mittlerweile vielleicht sogar eine Hochbegabung. Hier würde alles passen. Aber deswegen nun negative Folgen in Kauf nehmen, wäre ja absurd.
Neverland
Wieso meint die Ärztin es braucht für Frühförderung/Heilpädagogik einen Intergrationsplatz? Das sind doch völlig verschiedene Dinge. Nachteile gibt es keine - aus eigener Erfahrung. Außer das es evtl den ein oder anderen übermotivierten Erzieher im kiGa auf blöde Ideen bringen kann. Mal so eben bekommen tut man das auch nicht, du kannst dich da locker auf ein Jahr Wartezeit/Bearbeitung/Testung einstellen. Den es wird da sehr genau geprüft. Frühförderung ist eh nur für KiGa. Viel versprechen würde ich mir da eh nicht. Am wenigsten vom I-Platz. Das bedeutet am Ebnde lediglich, das die Gruppengröße etwas verringert wird und ab und zu mal das Kind heraus genommen wird um da spielerisch zu beschäftigen. Mehr ist da oft eh nicht. was eurem Kind weitaus mehr "schaden" könnte - langfristig - ist es wenn ihr perönlich es bereits in eine "Schublade packt". Bewusst oder unbewusst. Nicht alle Kinder sind gleich, die einen sind halt etwas ruhiger, zurückhaltender. Andere eben Marke "HauDrauf". Davon ab kann ich nach m einen Erfahrungen sagen, Schule ist völlig anders als KiGa.
SuJam
Wer hat denn den Wunsch an dieser Art des Kindes etwas zu ändern?
Ani123
Ich finde, ihr habt eine motivierte Kinderärztin, welche nicht abwarten möchte, sondern handeln. Ich finde das gut. In einer Integrationsgruppe sind max. 18 Kinder. In der Regel haben 4 davon einen erhöhten Förderbedarf. Wer das ist wird den Eltern nicht mitgeteilt. Sollte ihre Tochter wegen eines Integrationsstatusses in eine Integrationsgruppe wechseln können sie das vor anderen Eltern z. B. mit der Gruppengröße begründen. 7 Kinder weniger, dazu 1 Fachkraft mehr, kann sich positiv auf ein Kind auswirken. Therapien werden in den Kitaalltag integriert. Das führt dazu, dass ihr Kind nachmittags frei hat. Integration bedeutet nicht, dass ihr Kind nur für die Therapien aus der Gruppe rausgenommen und extra gefördert wird. Ich lkenne es so, dass eine Einzeltherapie erfolgen kann. Durchaus auch von externen Therapeuten möglich die dafür in die Kita kommen. In der Gruppe gibt es eine heilpädagogische Fachkraft, welche die Bezugskraft der I-Kinder ist. Es findet Förderung in der Gruppe statt, wie z. B. Förderung der sozialen Kontakte durch Anregung zu Rollenspielen, gemeinsame Projekte wie malen, Förderung der kognitiven Fähigkeiten durch Gesellschaftsspiele, uvm.. Die Förderung basiert auf die I-Kinder. Die Regelkinder profitieren ebenso davon, weil sie mit dabei sind. Das I-Kind erhält dadurch mehr Förderung. Es wird nicht ausgeschlossen, sondern integriert. Der I-Status kann befristet sein, z. B. für ein Kitajahr. Danach wird geprüft ob er weiterhin notwendig ist. Wenn nicht ist das Kind ab da an wieder ein Regelkind. In der Regel wird in so einem Fall ein Gruppenwechsel vermieden, so dass das Kind als Regelkind in der Integrationsgruppe bleibt. Sollte der I-Status bis zur Einschulung bleiben kann er dann aufgehoben werden. Der Amtsarzt, zudem jedes Kind zur Schuleingangsuntersuchung muss, wird entscheiden, ob das Kind schulfähig ist und wenn ja, ob es einen Schulbegleiter benötigt. Die Schulfähigkeit hängt nicht davon ab, ob das Kind vorher ein Integrationskind ist/war, sondern vom Entwicklungsstand des Kindes. Wenn das Kind wegen der Entwicklung keine Regelschule besuchen kann und das auch nicht als Inklusionskind (mit Hilfe eines Schulbegleiters) werden andere Schulen zur Auswahl gestellt. So wie sie ihr Kind beschreiben denke ich, dass mit Unterstützung eine gute Entwicklung möglich ist. Sehen sie Integration nicht als negativ, sondern als Chance für ihr Kind. Alles was jetzt gefördert werden kann muss nicht mehr in der Schule gemacht werden. Sie sehen leider nur die negativen Seiten statt die positiven, welche ihr Kind davon haben kann. Sie sollten die Förderung ihres Kindes sehen und nicht die eventuell möglichen Nachteile später im Beruf. Ich selbst war 1 Jahr Integrationkind ohne beruflichen Nachteile. Ich kenne mehrere Kinder, die früh Unterstützung brauchten bis hin zum heilpädagogischen Kindergarten. Mithilfe der Förderung kam es zur regulären Entwicklung. Auswirkung auf dem Beruf hat es nicht. Z. B. wird eines Polizist. Es musste wegen der Vorgeschichte nochmals zum Facharzt, welcher attestierte, dass motorisch keine Nachteile mehr da sind. Unterstützen sie ihr Kind. Vereinbaren sie einen Termin beim SPZ. Wartezeit kann bis zu 1 Jahr sein. Mit Dringlichkeit ihrer Kinderärztin ist da vielleicht früher/schneller was machbar. Lassen sie ihr Kind dort testen. Während der Zeit sprechen sie mit einer Fachkraft. Zur besseren Beurteilung ihres Kindes sollten sie einen Bericht von der Kinderärztin, sowie vom Kindergarten mitnehmen. Sollten bereits Therapien erfolgen auch von dort. Sie erfahren vom SPZ, ob ihr Kind förderbedarf hat und wenn ja in welchen Bereich. Therapiemöglichkeiten werden vorgeschlagen, dazu kann die Integration in der Kita gehören. Mit Unterstützung des SPZ kann es zum Integrationsplatz kommen. Meist wird das Gesundheitsamt noch involviert, wobei das die Entscheidung auf Berichte setzt. Manchmal folgt noch ein Termin beim Amtsarzt. Ob sie die Therapiemöglichkeiten annehmen entscheiden sie als Eltern. Es ist kein Muss. Wenn sie sich ambulante Therapien entscheiden kann es förderlich sein schneller einen Platz zu bekommen wenn die Empfehlung vom SPZ kommt. Bis zum Termin beim SPZ sollte ihre Kinderärztin Therapien verordnen, welche ihr Kind am Nachmittag wahrnehmen kann, wie z. B. Ergotherapie. Zur Integration: Vielleicht ist ihr Kind in einer Kita, wo es eine oder mehrere Integrationsgruppen gibt. Sollte ihr Kind als Regelkind in einer I-Gruppe sein würde sie als I-Kind nur ihren Status enden; sie bleibt in der jetzigen Gruppe. Sollte sie in einer Regelgruppe sein kann es in die I-Gruppe wechseln. Sollte die Kita keine I-Gruppe haben kann eine Möglichkeit die Einzelintegration sein. In dem Fall würde für ihr eine Heilpädagogische Fachkraft eingestellt. Die Gruppengröße verringert sich um 1 Kind, weil ein I-Kind mit zwei Plätzen berechnet wird. Die Kita erhält finanzielle Unterstützung, muss dafür z. B. die Integration gewährleisten,bei Bedarf mit einer Räumlichkeit welche genutzt werden kann. In der Regel wird bei Einzelintegration eine Heilpädagogische Fachkraft für 10 Stunden die Woche genehmigt. Die Aufteilung der Stunden erfolgt flexibel, z. B. ein paar Stunden täglich oder nur tageweise. Die Person würde viel mit ihrem Kind machen und es kann dadurch für Außenstehende deutlicher werden, dass ihr Kind einen I-Status hat. Sagen dürfen die Fachkräfte das nicht. Auf Nachfrage können die Fachkräfte mitteilen, dass die Förderung für ein Kind da ist. Sollte ihre Kita keine I-Gruppe haben, keine Einzelintegration ermöglichen oder sie keine Einzelintegration möchten kann ihr Kind mit I-Status die Kita wechseln. Je nach Entfernung kann es sogar mit Fahrdienst hin und zurück befördert werden. Warten wird vermutlich die Problematik nicht verändern, sondern nur zeitlich verschieben.