Frage im Expertenforum Medikamente in der Schwangerschaft an Dr. med. Wolfgang Paulus:

Titandioxid in der Schwangerschaft und Stillzeit

Frage: Titandioxid in der Schwangerschaft und Stillzeit

SommerMama

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Sehr geehrter Herr Dr. Paulus,  das Thema Titandioxid ist bislang komplett an mir vorbeigegangen.  Nun habe ich nachträglich festgestellt, dass ich in meiner zweiten Schwangerschaft (mein Kind kam Mitte 2021 zu Welt) sowie in der anschließenden Stillzeit vermutlich eine nicht unerhebliche Menge Titandioxid zu mir genommen habe: ich nahm in der SS und Stillzeit Femibaby aus dem dm und nach der Geburt einige Monate FemiMama. Zusätzlich meine L-Thyrox Tabletten sowie nach Bedarf Magnesium (Diasporal). Insgesamt waren es ca 18 Monate der Einnahme.  Vermutlich enthielten damals alle aufgeführten Produkte Titandioxid.  Mein Kind kam mit einer Neugeboreneninfektion zur Welt (Lungenentzündung) und hat auch jetzt immer wieder Themen mit der Lunge/Atemwegsinfekten. Könnte hier ein Zusammenhang mit der Einnahme von Titandioxid bestehen? Ich mache mir auch sonst große Sorgen, dass ich ihm geschadet habe im Sinne von Erbgutschädigungen, Krebsgefahr etc. Ich las in einem anderen Beitrag, dass die Untersuchungen zu Titandioxid noch nicht abgeschlossen sind. Gibt es dennoch (neue) Erkenntnisse zur Einnahme in der Schwangerschaft/Stillzeit, z.B.: - Grenzwerte, ab wann eine Gefahr fürs Baby wahrscheinlich ist, - ob der Stoff auch in die Muttermilch übergeht, etc.?    Vielen Dank vorab und viele Grüße!    


Dr. Wolfgang Paulus

Dr. Wolfgang Paulus

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Titandioxid war als weißer Farbstoff in Lebensmitteln, Kosmetika, Zahnpasta und sogar Medikamenten zugelassen. Das Einatmen von Titandioxid stufte der Risikoausschuss der Europäischen Chemikalienagentur als vermutlich krebserregend ein. Die französische Gesundheitsbehörde entschloss sich 2019 aufgrund der mangelnden Datenlage Titandioxid als Zusatzstoff in Lebensmitteln nicht länger als "unbedenklich" einzustufen. Seit Mai 2021 gilt der Verzehr von Lebensmitteln mit Titandioxid laut dem Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) auch in Deutschland als "unsicher". Der Verdacht auf eine erbgutschädigende Wirkung konnte durch aktuelle Studienergebnisse nicht entkräftet werden. Auf einen Vorschlag der Europäischen Kommission ist die Verwendung von Titandioxid in Lebensmitteln in Deutschland seit Februar 2022 verboten. Wie Sie den obigen Ausführungen entnehmen können, ist die Bewertung von Titandioxid noch bei weitem nicht abgeschlossen. In Deutschland war Titandioxid durch die Farbstoff-Verordnung seit 1959 als Lebensmittelfarbstoff für die Verwendung in Lebensmitteln bis 2022 zugelassen. Hinweise auf fruchtschädigende Effekte liegen bislang nicht vor. In vielen Kosmetika (z. B. auch Sonnencremes) und Medikamenten ist Titandioxid weiterhin enthalten. Einen Zusammenhang mit den Infekten Ihres Kindes halte ich für ausgeschlossen.  


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