Wolfsrudel
Sehr geehrter Herr Dr. Paulus, mein Sohn ist aktuell 10 Wochen alt und ich stille ihn voll. Aufgrund einer roten Nase und Pickelchen an meinem Kinn war ich beim Hautarzt und hab die folgenden Medikamente verschrieben bekommen, die ich erstmal bis Ende März anwenden soll: 1. Rosiced Creme gegen Rosacea an meiner Nase und 2. Soolantra Creme gegen die Pickelchen am Kinn (an den Befund kann ich mich nicht mehr sicher erinnern, ich denke er sagte Periduale Akne). In dem Beipackzettel der Rosiced Creme steht drin, dass deren Wirkstoff Metronidazol in die Muttermilch übergeht. Ist eine kleinflächige Anwendung auf der Nasenspitze unbedenklich? Welche Risiken bestehen? Dem Beipackzettel konnte ich hierzu nichts weiter entnehmen. Bei Soolantra merkte mein Hautarzt an, dass in dem Beipackzettel der Creme die Anwendung in der Stillzeit nicht empfohlen wird, er dieses Medikament aber auch seiner Frau in meiner Situation verschreiben würde, zumal ich die Creme nur auf mein Kinn und nicht auf die Brust auftrage. Was halten Sie von den Medikamenten? Gibt es ein Risiko für mein aktuell und weiterhin gestilltes Kind, wenn ich diese Cremes jeweils an relativ kleinen Stellen im Gesicht täglich auftrage? Gibt es hierzu eine bessere Alternative? Vielen Grüße, danke für Ihren Rat und schön Weihnachten. Die Wolfsmama;)
Der Übergang von Ivermectin (Soolantra Creme) in die Muttermilch ist relativ gering. Bei vier Müttern ermittelte man nach oraler Gabe von 150 µg/kg einen Milch/Plasma-Quotienten von 0,51 (0,39 bis 0,57). Darunter würde ein Säugling 2,75 µg/kg aufnehmen (Ogbuokiri etl 1994). Die American Academy of Pediatrics betrachtet daher die Einnahme von Ivermectin als vereinbar mit dem Stillen (AAP 2001). Die Ausscheidung in die Muttermilch nach äußerlicher Anwendung wurde nicht untersucht, ist aber sicher noch deutlich geringer als nach oraler Behandlung der Mutter. Nach lokaler Anwendung von Metronidazol (Rosiced Creme) im Gesicht von 12 gesunden Probanden findet man nur 0,5 % der Serumkonzentration, die nach oraler Gabe nachweisbar ist. Eine kleinflächige äußerliche Anwendung erscheint daher mit dem Stillen durchaus vereinbar.
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