Sehr geehrter Herr Dr. Paulus, mir ist bewusst, dass man während der Schwangerschaft und Stillzeit auf Alkohol verzichten sollte. Die geschilderten Situationen liegen mittlerweile sieben Jahre zurück, beschäftigen mich aber erst jetzt sehr. Ich mache mir im Nachhinein große Vorwürfe und habe Angst, meinem Sohn unbewusst geschadet zu haben, obwohl ich damals nach bestem Wissen und Gewissen gehandelt habe. Grundsätzlich habe ich während der Schwangerschaft und Stillzeit immer darauf geachtet, nur 0,0 %-Getränke zu trinken und auch die Etiketten entsprechend kontrolliert. Die folgenden Situationen waren die einzigen Ausnahmen, weil damals auch von meiner Hebamme und auf verschiedenen Informationsseiten gelegentlich alkoholfreie Getränke mit möglichem Restalkohol als unbedenklich beschrieben wurden. Als mein Sohn etwa vier Monate alt war und ausschließlich gestillt wurde, trank ich an zwei, höchstens drei besonderen Anlässen möglicherweise bis zu 375 ml alkoholfreien Sekt oder Wein. Ob ich danach einen zeitlichen Abstand bis zum Stillen eingehalten habe, weiß ich leider nicht mehr. Als mein Sohn etwa ein Jahr und zwei Monate alt war, waren wir mit Freunden im Urlaub. Eine Freundin und ich stillten beide noch. An drei Abenden trank ich jeweils ein alkoholfreies Bier (0,3 l). An einem Abend teilten wir uns eine Flasche alkoholfreien Wein, sodass ich etwa die Hälfte davon getrunken habe. Außerdem trank ich tagsüber fast täglich ein bis zwei Malztrunk bzw. Malzbier, da ich davon ausging, dass diese – wie das Vitamalz, das ich von zu Hause kannte – grundsätzlich 0,0 % Alkohol enthalten. An den Hersteller kann ich mich leider nicht mehr erinnern und weiß daher nicht ob vielleicht doch Restalkohol enthalten war. Zu diesem Zeitpunkt war ich 167 cm groß und wog etwa 106 kg. Mein Sohn ist heute sieben Jahre alt und aus meiner Sicht altersgerecht entwickelt. Da ich heute häufig lese, dass in Schwangerschaft und Stillzeit möglichst ausschließlich 0,0 %-Produkte empfohlen werden, frage ich mich, ob diese wenigen Situationen meinem Sohn geschadet haben könnten oder ob aufgrund der geringen Mengen und des nur gelegentlichen Konsums nicht von einer relevanten Alkoholbelastung auszugehen ist. Mich würde außerdem interessieren, ob sich die heutigen Empfehlungen auf neue wissenschaftliche Erkenntnisse stützen oder ob sie vor allem vorsorglicher formuliert werden. Vielen Dank für Ihre Einschätzung.