Frage im Expertenforum Medikamente in der Schwangerschaft an Dr. med. Wolfgang Paulus:

Rückfrage Vit B12 Laborwerte/ Substitution

Frage: Rückfrage Vit B12 Laborwerte/ Substitution

HanunaMatata

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Guten Tag Herr Dr. Paulus,  ich hatte Ende Juli bzgl eines Vit B12 Mangels in der Frühschwangerschaft angefragt und seitdem nach Ihrer Antwort täglich 1000 Mikrogramm Vit B 12 oral substituiert. Aktuell befinde ich mich der 11. SSW.  Nun ist eine Laborkontrolle erfolgt und ich möchte mich gerne nach Ihrer Einschätzung der Werte und dem Vorgehen für die weitere Substitution erkundigen.  Vitamin B12 (VB12): 527 pg/ml; aktives Vitamin B12 beziehungsweise Holo-Transcobalamin (VB12AC): 120,0 pmol/l; Methylmalonsäure (MMAS/MMA): 87 nmol/l; Homocystein (HCY): 9 µmol/l. Zudem wurde Vit D erfasst. Der Wert vom 14.08. lag bei 39, der vom 21.08. bei 17,7. Kann es überhaupt sein, dass sich der Wert in einer Woche fast halbiert? Welche Substitution würden Sie empfehlen?  Vielen Dank für Ihre Rückmeldung! Meine Gyn sagt leider, dass sie sich nicht gut ausgekenne, deshalb hilft mir Ihre Antwort sehr. 


Dr. Wolfgang Paulus

Dr. Wolfgang Paulus

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Die Vitamin-B12-Konstellation spricht aktuell klar gegen einen funktionellen Vitamin-B12-Mangel. Die DGE gibt für Schwangere einen Schätzwert für eine angemessene Gesamtzufuhr von 4,5 µg Vitamin B12 täglich an (Stillzeit 5,5 µg/Tag). Bei normaler Mischkost und den vorliegenden Laborwerten genügt ein übliches Schwangerschaftspräparat. Eine Supplementation von etwa 4–10 µg Vitamin B12 pro Tag ist völlig ausreichend; Präparate mit beispielsweise 4 - 5 µg/Tag wären für diese Situation passend. Falls es sich bei der Laborbestimmung von Vitamin D um das übliche 25-OH-Vitamin D in ng/ml handelt 39 ng/ml (14.08.) handelte, wäre das ausreichend.  Ein Wert von 17,7 ng/ml spricht für einen Vitamin-D-Mangel. Das RKI betrachtet Befunde ≥20 ng/ml (≥50 nmol/l) als ausreichend. Bemerkenswert ist allerdings der Absturz von 39 auf 17,7 ng/ml innerhalb von nur sieben Tagen. Ein derartiger Abfall von etwa 55 % innerhalb einer Woche ist ungewöhnlich, weil 25-OH-Vitamin D eine Halbwertszeit in der Größenordnung von 2–3 Wochen besitzt. Möglicherweise liegt es an einer anderen Laborbestimmung. Bei 17,7 ng/ml wäre eine Tagesdosis von 2.000 I.E. Vitamin D₃ empfehlenswert (mit Kontrolle nach etwa 8–12 Wochen). 


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