Frage im Expertenforum Medikamente in der Schwangerschaft an Dr. med. Wolfgang Paulus:

Hämolytische Probe

Frage: Hämolytische Probe

Johanna_B

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Sehr geehrter Herr Dr. Paulus, ich bin nach Kryotransfer im künstlichen Zyklus heute bei SSW 7+2 schwanger. Ich habe heute die Hormone Estradiol und Progesteron bestimmen lassen. Das Labor vermerkte auf dem Befund, dass die Probe hämolytisch sei und dies grundsätzlich Werte beeinflussen könne (H224 - Referenzbereich kleiner 99). 1. Wie kann eine hämolytische Probe zustande kommen? Ich habe das Blut gleich nach der Abnahme im klimatisierten Auto in etwa 30 Minuten zum Labor transportiert. 2. Können speziell der Progesteron- und der Estradiolwert hierdurch verfälscht sein? Ggf auf welche Weise?  Viele Grüße, Johanna


Dr. Wolfgang Paulus

Dr. Wolfgang Paulus

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Eine hämolytische Blutprobe entsteht, wenn Erythrozyten zerfallen und Bestandteile aus den Blutzellen ins Serum/Plasma freigesetzt werden. Dieses Problem tritt relativ häufig auf. Es gibt dafür vielfältige Ursachen wie z. B.: •    schwierige/traumatische Blutentnahme (zu dünne Kanüle, starke Aspiration mit der Spritze) •    zu lange oder zu starke Stauung •    Temperaturfehler (z. B. Gefrieren, starke Hitze, ausgeprägte Temperaturschwankungen) •    verzögerte Verarbeitung (zu lange Zeit bis zur Zentrifugation bzw. Trennung des Serums/Plasmas von den Blutzellen) Bei den heute üblichen Immunoassays ist eine leichte Hämolyse i. A. klinisch wenig relevant. Anders als bei Kalium, LDH oder GOT werden Estradiol und Progesteron nicht in relevanter Menge aus Erythrozyten freigesetzt. Es entsteht also kein typischer systematischer Anstieg dieser Hormone durch das Zerfallen der Erythrozyten.


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