Frage im Expertenforum Medikamente in der Schwangerschaft an Dr. med. Wolfgang Paulus:

Novalgin in der Frühschwangerschaft

Frage: Novalgin in der Frühschwangerschaft

Meli84

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Sehr geehrter Dr. Paulus, ich wurde durch Dr. Bluni an Sie als Experten verwiesen. Und zwar geht es um Folgendes. Ich bin aktuell in der 10. SSW (9+3). Seit Anfang der Woche leide ich nun bereits an dem Influenza Virus. Ich war deshalb am Dienstag bei meinem Hausarzt zur Behandlung. Da mein Gesamteindruck anscheinend sehr schlecht war (Fieber, Schmerzen, Abgeschlagenheit) wurde mir dort im Rahmen der Behandlung eine Infusion gegeben, in der sich auch Schmerzmittel befand. Auf Nachfragen wurde mir gesagt, dass es sich bei dem Schmerzmittel um Novalgin (ich glaube die Ärztin sagte 250mg) handeln würde und dieses Mittel in der Schwangerschaft kein Problem sei. Ich habe deshalb natürlich die Infusion genommen, da ich der Aussage der behandelnden Ärztin vertraute. Als ich dann wieder zu Hause war, habe ich das Mittel im Internet gesucht und festgestellt, dass von einer Einnahme in der Schwangerschaft abgeraten wird. Mein Hausarzt wusste von meiner Schwangerschaft und hat mir das Mittel dennoch verabreicht. Muss ich jetzt mit Folgen für mein ungeborenes Kind rechnen? Oder ist bei einer einmaligen Einnahme eher nicht mit Schädigungen zu rechnen? Hat sich durch die einmalige Einnahme das Fehlbildungsrisiko erhöht? Vielen Dank für Ihre Antwort.


Dr. Wolfgang Paulus

Dr. Wolfgang Paulus

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Spezielle Fehlbildungen nach kurzfristiger Anwendung von Metamizol in der Frühschwangerschaft wurden bisher nicht beschrieben. Eine Schwangere entwickelte ein Oligohydramnion (Fruchtwassermangel) nach hochdosierter Metamizolgabe in der Spätschwangerschaft. Die Fruchtwassermenge erholte sich rasch Absetzen der Medikation (Catalan et al 1995). Diese Kasuistik erinnert an ähnliche Komplikationen bei mütterlicher Behandlung mit Prostaglandinsynthesehemmern wie Indometacin, die zu einer Einschränkung der kindlichen Nierenfunktion führten (Lione & Scialli 1995). Als Therapiel erster Wahl gilt bei Fieber und Schmerzen in der Schwangerschaft allerdings der kurzfristige Einsatz von Paracetamol.


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