ellen-77
Sehr geehrter Herr Dr. Paulus, ich brauche dringend Ihren Rat. Lt. meinem Neurologen besteht bei mir eine 91% Wahrscheinlichkeit, dass ich nach der Geburt des 2.Kindes (Ursachen: genetische Disposition, äußere Belastungen, hormonelles Tief nach der Entbindung (geplanter Kaiserschnitt) und Perfektionismus) erneut eine Wochenbettdepression (Peripartale Depression) bekomme. Nach der Geburt meines 1.Kindes habe ich eine sehr starke Depression gehabt, die erst 1 Jahr später medikamentös behandelt wurde. Leider musste ich aufgrund der 2.Schwangerschaft die Medikamente abrupt im 1. Schwangerschaftsmonat absetzen. Im letzten Schwangerschaftsdrittel der 2. Schwangerschaft habe ich schleichend die Symptome einer Depression bekommen. Mein Neurologe empfiehlt mir daher direkt nach der Geburt Cipralex einzunehmen. Meine Frage: Da ich mein Kind gerne stillen würde, möchte ich wissen, ob es ein Antidepressivum gibt, welches man bedenkenlos in der Stillzeit in Form einer Langzeittherapie einnehmen kann. Falls es solche Medikamente nicht gibt, können Sie mir dann mitteilen, welches Antidepressivum die geringsten Nebenwirkungen beim Säugling verursachen würde. Sollten keine stillfreundlichen Medikamente geben, dann werde ich sofort nach der Geburt mein Kind mit Flaschennahrung ernähren müssen. Das Risiko einer starken Depression möchte ich auf gar keinen Fall eingehen. Ich bedanke mich im Voraus für die Beantwortung meiner Anfrage!
Nach einer aktuellen Auswertung aller verfügbaren Studien in der Weltliteratur treten keine relevanten Serumspiegel beim Säugling unter therapeutischen Dosen der Antidepressiva Nortriptylin, Paroxetin und Sertralin auf (Weissman et al 2004). Diese Antidepressiva wären demnach mit dem Stillen am besten vereinbar, sicher auch günstiger als Cipralex in der Stillzeit.
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