Johanna_B
Sehr geehrter Herr Dr. Paulus, Vielen herzlichen Dank zunächst für Ihre eingehende Antwort bezüglich meines Problems mit der vorzeitig verschwindenden Dreilagigkeit der Schleimhaut. Es beruhigt mich sehr, zu hören, dass die Dreilagigkeit nicht der einzig maßgebliche Umstand ist. Ich habe ja im letzten Zyklus zwei Pflaster Estramon 75 ug/24 Stunden alle drei Tage angewendet. Am 9. Tag nach Östrogenbeginn wurde ein Ultraschall durchgeführt. Das Endometrium lag bei 13,4 mm und war leider nicht mehr dreilagig, E2 war 126 ng/l. Falls die Schleimhaut auch bei der im aktuellen Zyklus angewendeten aufsteigenden Dosierung der Östrogenvorbereitung die Dreilagigkeit vorzeitig verliert, wird überlegt, im darauf folgenden Zyklus die erste Kontrolle bereits nach 6 Tagen Östrogen durchzuführen und mit Progesteron zu beginnen, sobald die Schleimhaut bei 7-8 mm ist. Allerdings gäbe es hier Studien, denen zufolge die Wahrscheinlichkeit eine Fehlgeburt bei einer Östrogenapplikation unter 10 Tagen vor Progesteronbeginn deutlich erhöht sei. Mir bedeutet Ihre Einschätzung hierzu sehr viel. Wie würden Sie persönlich die Abwägung treffen? Ist es aus Ihrer Sicht besser, eine Mindestdauer von 10 Tagen Östrogen einzuhalten und dann die ggf fehlende Dreilagigkeit in Kauf zu nehmen oder wäre es dann besser, nach einer kürzeren Dauer der Östrogenapplikation bei noch vorhandener Dreilagigkeitkeit zu transferieren? Viele Grüße, Johanna
Der Aufbau der Schleimhaut mit einer ausreichenden Dicke von mind. 7 mm ist sicher entscheidender als die Dreilagigkeit. Eine Östrogenvorbehandlung von unter 10 Tagen führt nach heutigem Kenntnisstand nicht zu einer deutlich erhöhten Fehlgeburtsrate. Entscheidend ist vielmehr, dass die Schleimhaut ausreichend entwickelt ist und Progesteron zum richtigen Zeitpunkt begonnen wird.