Mitglied inaktiv
Habe o. g. Medikamente eingenommen, aufgrund einer Erkältung und darauf folgender Magen-Darm-Grippe. Leider wusste ich zu dieser Zeit nicht, dass ich schwanger bin. Könnte es für mein Baby gefährlich werden? Herzlichen Dank für Ihre Rückmeldung.
Eine absolute Gegenanzeige für die Anwendung von Tetrazyklinen besteht erst nach Beginn der Mineralisierung von Knochen und Zähnen (ca. 14.SSW), bei Einnahme vor der 14.SSW sind keine Schäden zu befürchten. Eine Verfärbung der Zähne und eine Einschränkung des Knochenwachsums wurde bei Anwendung von Tetrazyklinen im zweiten und dritten Schwangerschaftsdrittel beschrieben. Genügen Inhalationsbehandlung und reichliche Flüssigkeitsaufnahme bei Bronchitis nicht zur Schleimlösung, dürfen auch in der Schwangerschaft die Mukolytika Acetylcystein (z. B. Fluimucil®), Bromhexin (z. B. Bisolvon®) und Ambroxol (z. B. Mucosolvan®) verabreicht werden. Bei Oseltamivir handelt es sich um einen Neuraminidaseinhibitor zur Bekämpfung der Influenza. Studien an Tieren erbrachten keine direkten oder indirekten schädigenden Wirkungen in Bezug auf Schwangerschaft, embryonale/fetale oder postnatale Entwicklung. Es liegen jedoch keine ausreichenden Daten für die Anwendung von Oseltamivir bei Schwangeren vor. Bei akuter Diarrhoe darf außer medizinischer Kohle (z. B. Kohle-Compretten®) auch Loperamid (z. B. Imodium®) in der Schwangerschaft eingenommen werden. Morgendliche Übelkeit und Erbrechen treten häufig als Schwangerschaftskomplikation auf. Die älteren Antiemetika Meclozin (z. B. Bonamine®), Dimenhydrinat (z. B. Vomex®), Metoclopramid (z. B. Paspertin®) und Diphenhydramin (z. B. Emesan®) ergaben keine Hinweise auf Fruchtschädigung, weshalb ihr Einsatz in der Frühschwangerschaft akzeptabel erscheint. Bei dem Protonenpumpenhemmer Esomeprazol (Nexium) handelt es sich lediglich um ein Isomer von Omeprazol, so daß mit ähnlichen Ergebnissen wie bei dem länger erprobten Omeprazol zu rechnen ist. Dabei ergaben sich beim Menschen keine Hinweise auf Fruchtschädigung. Ein erhöhtes Fehlbildungsrisiko ist aufgrund der aktuellen Datenlage für die einzelnen Wirkstoffe bei Ihnen nicht zu erwarten. Allerdings sind in Anbetracht der Vielzahl der Wirkstoffe Wechselwirkungen nicht definitiv auszuschließen. Eine ausführliche Ultraschalldiagnostik zum Ausschluß von Anomalien wäre daher in Schwangerschaftswoche 20 bis 22 zu empfehlen.
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