Frage im Expertenforum Medikamente in der Schwangerschaft an Dr. med. Wolfgang Paulus:

Einnahme des Schlafmittels Zoplicon während/ kurz nach Einsprung

Frage: Einnahme des Schlafmittels Zoplicon während/ kurz nach Einsprung

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Aufgrund nachhaltiger Schlafstörungen (Auslöser war ein Trauerfall in der Familie) habe ich während der Nächte um meinen Eisprung (als Eisprungsdatum habe ich den 14. Tag meines 28-Tage-Zylkus angenomen) das Schlafmittel Zopiclon 7,5 eingenommen, insgesamt an 7 Abenden je 1 Tablette. Nun habe ich durch einen HCG-Test festgestellt, dass ich während dieses Eisprungs schwanger geworden bin, bin nun in der 7. Woche. Welche Gefahr ging von der Tabletteneinnahme für das Ungeborene aus? Ist ein Abbruch angezeigt? Lt. Hersteller "soll mit dem Frauenarzt über einen eventuellen Abbruch gesprochen werden". P.S.: wenn das Eisprungdatum stimmt, habe ich an 2 Tagen vor bzw. während des Eisprungs die Tabletten eingenommen sowie an den nachfolgenden 5 Tagen.


Dr. Wolfgang Paulus

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Das Piperazin-Derivat Zopiclon wird zur Behandlung von Schlafstörungen eingesetzt. Tierversuche ergaben keinen Anhalt für eine Fruchtschädigung. In einem Kollektiv von 40 Schwangerschaften fand sich nach Anwendung von Zopiclon im ersten Schwangerschaftsdrittel kein Hinweis für ein erhöhtes Fehlbildungsrisiko (Diav-Citrin et al 1999). Wir verfügen über 19 Rückmeldungen nach Exposition mit Zopiclon in der Frühschwangerschaft: 3 Schwangerschaftsabbrüche (ohne Anhalt für Fehlbildung) 2 Spontanaborte 14 unauffällige Neugeborene Da die Anwendung nach Ihren Angaben im Zeitraum der Alles-oder-Nichts-Regel (innerhalb von zumindest 14 Tagen nach Empfängnis) erfolgte, ist bei schädigenden Einwirkungen entweder ein Abort oder ein Neugeborenes ohne erhöhtes Fehlbildungsrisiko zu erwarten. Die anfangs pluripotenten Zellen können in dieser Zeit noch geschädigte Zellen ersetzen, so dass die weitere Entwicklung ungestört verläuft, sofern der toxische Schaden nicht so groß ist, dass die Frucht mit der nächsten Regelblutung abgeht. Die Weiterentwicklung einer in diesem frühen Stadium geschädigten Frucht ist demnach nicht zu befürchten. Ein erhöhtes Fehlbildungsrisiko (Basisrisiko für angeborene Anomalien: 3 bis 5%) ist nach der aktuellen Datenlage bei Ihnen nicht anzunehmen. Ein Anlass für einen Schwangerschaftsabbruch aufgrund der Medikamenteneinnahme besteht sicherlich nicht.


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